Feuerfalter saugen Nektar an der Blüten der Striphoma paradoxum in der Wilhelma. Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
Sie haben eine besondere Reise hinter sich, die neuen bunten Schmetterlinge in der Wilhelma. Sie sind im Briefumschlag gereist und sorgen nun in Stuttgart für Furore.
Nun ist der Frühling im Schmetterlingshaus der Wilhelma angekommen. Dort flattern einige besonders bunte Falter mehr als sonst. Der Grund: Sie sind aus München-Nymphenburg nach Stuttgart gekommen. Dort waren sie in der Ausstellung „Tropische Schmetterlinge“ im botanischen Garten zu sehen und sind nun in die Schwabenmetropole umgezogen.
Dazu waren Gärtner Thomas Gengenbacher und Tierpfleger Pirmin Häger nach München gereist, wie die Wilhelma mitteilte. Mit Keschern haben sie unter den 500 Faltern zahlreiche Exemplare in der Ausstellung behutsam eingefangen und anschließend sicher für die Fahrt nach Stuttgart verstaut.
Zwei Blaue Morphofalter werden im Schmetterlingshaus freigelassen. Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
Das Reiseutensil war kein Koffer, sondern waren ganz banale Briefumschläge. Den Vorteil erklärt Gengenbacher so: „Im Umschlag bleiben die Schmetterlinge vollkommen ruhig und stoßen ihre mit feinen Schuppen bedeckten Flügel nirgends an. So können sie die Reise unbeschadet überstehen.“ Schneller als die Post erfolgte dann die Rückfahrt von München nach Stuttgart. Noch am selben Nachmittag konnten die Falter im Beisein der sehr überraschten Besucherinnen und Besucher im Schmetterlingshaus der Wilhelma aus insgesamt 260 Briefumschlägen freigelassen werden, wie Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann mitteilte.
Der Atlasfalter. Auch zahlreiche Raupen dieses Falters kamen jetzt an. Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
Viele Raupen vom größten Schmetterling der Welt dabei
Ebenfalls mit im Reisegepäck waren Raupen von teils außergewöhnlicher Größe. Pirmin Jäger zeigte sich begeistert: „Dieses Jahr haben wir besonders viele Raupen vom Atlasfalter bekommen – einem der größten Schmetterlinge der Welt. Wir hoffen, dass sie sich erfolgreich weiterentwickeln. Wenn sie sich dann verpuppen, dauert es rund einen Monat, bis die fertigen Atlasfalter ihren Kokon verlassen.“
Thomas Gengenbach im Schmetterlingshaus. Foto: LICHTGUT
Im Schmetterlingshaus entfaltet sich schon jetzt ein lebendiges Schauspiel: Große Bananenfalter mit auffälligen Augenflecken gleiten durch die warme Luft, während kleinere, oft besonders farbenintensive Arten – etwa aus der Gattung Heliconius – Blütenstände ansteuern.
Die lichtdurchflutete Halle bietet den Insekten mit ihrem warmen Klima auch zahlreiche Nektarpflanzen, darunter beispielsweise die orangegelb blühende Steriphoma paradoxum mit ihren feingliedrigen Blüten oder der sanft duftende Hibiskus. Auch für die Raupen stehen geeignete Futterpflanzen, wie beispielsweise Bananenstauden und Passionsblumen bereit, sodass sich viele der Schmetterlingsarten erfolgreich weitervermehren können.