Frust in der Fußball-Bezirksliga TSV Berkheim steigt ab – ganz sicher ist es aber noch nicht

, aktualisiert am 01.06.2026 - 15:20 Uhr
Der 1:2-Anschluss von Berkheims Oliver Wamsler (Mitte) kommt zu spät, die Denkendorfer sind immer einen Schritt voraus. Foto: Michael Treutner

Durch die 1:2-Niederlage des TSV Berkheim gegen den TSV Denkendorf steht der Abstieg der Berkheimer aus der Bezirksliga eigentlich fest. Es gibt aber doch noch Hoffnung.

Im vorletzten und mitentscheidenden Spiel in der Fußball-Bezirksliga verlor der TSV Berkheim das Derby auf eigenem Platz gegen den TSV Denkendorf mit 1:2 (0:0) und steigt somit nach zwei Saisons in der Spielklasse – neben dem TSV Jesingen und dem SC Geislingen II – in die Kreisliga A ab. Denn parallel holte der FV Plochingen durch den 5:3-Sieg beim TSV RSK Esslingen drei Punkte und liegt mit nun vier Zählern Vorsprung uneinholbar vor Berkheim auf Relegationsplatz 13. So Stand Sonntag. Es könnte, je nach Ausgang in den Ligen drüber, für die Berkheimer aber doch noch erneut für die Relegation reichen. (siehe „Nachspiel“ auf der Seite 19).

 

Der Druck lastet auf dem TSV Berkheim

Zuvor war eigentlich alles angerichtet: Grill und Getränke, schwülwarmes Wetter, zahlreiche Zuschauer – und hohe Erwartungen. Denn drei Punkte waren nötig, um weiter im Kampf um den Relegationsplatz mitzumischen und nicht direkt abzusteigen. Los ging es rasant: Nach zwei Minuten hatte Berkheims Nils Müller mit einem Schuss aus 18 Metern von der linken Seite bereits das 1:0 auf dem Fuß, der Ball ging jedoch deutlich übers Tor. Im Gegenzug hatte Denkendorfs Nico Riccio eine gute Chance, war im Abschluss aber zu harmlos. Einen direkten Freistoß von Berkheims Sebastian Franken aus 20 Metern parierte Denkendorfs Keeper Thorben Netzer stark.

TSV Denkendorf ist das bessere Team

Das war es dann aber schon an guten Chancen in der ersten Hälfte. Die Denkendorfer machten das Spiel, ließen sich beim Aufbau Zeit, die Berkheimer taten sich schwer, mussten vielen Bällen hinterherlaufen und kamen nicht oft genug zum Zug. Wenn sie sich doch Möglichkeiten erspielten, fehlte die letzte Durchschlagskraft. Die wenigen herausgespielten Chancen auf beiden Seiten waren im Abschluss zu harmlos.

Aufgrund des schwülen Wetters setzte Schiedsrichter Fabio Grillo nach 20 Minuten eine Trinkpause an, nach der es auf beiden Seiten aber nicht unbedingt frischer weiterging. Somit gingen beide Teams mit einem 0:0 in die Kabinen. In der zweiten Hälfte hatten die Gäste aus Denkendorf wieder etwas mehr vom Spiel, vom Berkheimer Team kam dagegen zu wenig, um wirklich torgefährlich zu werden.

Anders die Denkendorfer: Nachdem Riccio in der 58. Minute im Sechzehner voll abgezogen hatte, Heimkeeper Matteo Bauer den Ball nicht festhalten konnte, staubte Tizian Beinschrodt zur 1:0-Führung für Denkendorf ab. Zwei Minuten später – es hatte sich mit dunklen Wolken und Donner bereits angekündigt – musste das Spiel wegen eines Gewitters für zehn Minuten unterbrochen werden.

Die Berkheimer Wende bleibt aus

Danach lief es im Dauerregen weiter nicht für das Berkheimer Team. Die Abwehr verteidigte zwar ordentlich, doch im Spiel nach vorne tat sich der TSV weiter schwer. Bei einem Vorstoß der Denkendorfer schlenzte Labinot Zegrova den Ball von der linken Seite zur vorentscheidenden 2:0-Führung unter die Latte. Weiter ging es mit vielen Nickligkeiten und Unterbrechungen durch Einwechslungen auf beiden Seiten.

Frust herrschte bei Berkheims Coach Patrick Bauer. Foto: Robin Rudel/Archivfoto

Bei den Berkheimern entwickelte sich dann doch noch der Kampfgeist, den man vor allem in der ersten Hälfte vermisst hatte. Der späte Anschlusstreffer in der Nachspielzeit – Oliver Wamsler schob im Abwehrgetümmel zum 1:2 ein – kam aber zu spät, um noch etwas auszurichten.

TSV Berkheim verpasst nötigen Heimsieg gegen Denkendorf

Mit dem Schlusspfiff sanken einige Berkheimer Spieler erschöpft und frustriert zu Boden, ehe es noch ein paar unschöne Rangeleien zwischen den beiden Mannschaften gab, die dann aber doch ohne größere Folgen blieben. Der sichtlich enttäuschte Berkheimer Trainer Patrick Bauer fasste sich dementsprechend kurz: „Eine bittere Niederlage, denn wir waren zu verkopft, jeder hat ein bisschen die Verantwortung auf den anderen geschoben und somit geht der 2:1-Erfolg für die Denkendorfer in Ordnung.“ Denkendorfs Trainer Hendrik Lars Gil strahlte dagegen: „Wir haben drei Punkte gegen einen Gegner geholt, der noch mal alles geben musste. Und wir haben verdient gewonnen, hätten sogar das eine oder andere Tor mehr machen müssen. Der Derbysieg tut uns gut, und wir können das letzte Spiel im Saisonfinale entspannt angehen.“

Bei den Berkheimer Spielern, Verantwortlichen und Zuschauern herrschte schlussendlich Frust und Enttäuschung.

TSV Berkheim: Bauer – Schmid (52. Rommel), Sadat, Bartmann, Alber – Michael Wamsler, Dallas (78. Breuning), Franken, Oliver Wamsler, Spohn – Müller.

TSV Denkendorf: Netzer – Havjar, Piskureck, Bytyqi, Natsis – Müller, Zahner, Zegrova (74. Löw), Deuschle (86. Barber), Beinschrodt (77. Zhegrova) – Riccio (70. Ramser).

Schiedsrichter: Fabio Grillo (Ulm).

Zuschauer: 250.

Tore: 0:1 Beinschrodt (58.), 0:2 Zegrova (76.), 1:2 Oliver Wamsler (90.+4).

Gelbe Karten: Schmid, Bartmann, Müller /-.

Beste Spieler: Bartmann / Beinschrodt.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Abstiegskampf Derby Bezirksliga