FSV 08 Bissingen mit weniger Druck So geht der Gegner der Stuttgarter Kickers ins „Endspiel“

Von Jürgen Frey 

Die Stuttgarter Kickers können im „Endspiel“ um Platz zwei in der Fußball-Oberliga am 30. Mai alles verlieren. Gastgeber FSV 08 Bissingen sieht die unverhoffte Chance als Zugabe und freut sich in Großaspach auf die größte Heimkulisse der Vereinsgeschichte.

Kickers-Verteidiger Daniel Niedermann (re.) gegen Bissingens Marius Kunde: Das umkämpfte Hinspiel im Gazistadion   endete 1:1. Foto: Baumann
Kickers-Verteidiger Daniel Niedermann (re.) gegen Bissingens Marius Kunde: Das umkämpfte Hinspiel im Gazistadion endete 1:1. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen/Stuttgart - Oliver Dense, dem Sportlichen Leiter des Fußball-Oberligisten FSV 08 Bissingen, ist ein Stein vom Herzen gefallen. Es geht noch um etwas im letzten Oberliga-Saisonspiel zwischen dem FSV 08 Bissingen und den Stuttgarter Kickers. Hätten die Blauen ihre 1:0-Führung beim SSV Reutlingen über die Zeit gebracht und nicht fünf Minuten vor Schluss noch das 1:1 kassiert, wären sie sicher Zweiter gewesen und das Ticket für die Aufstiegsspiele am 2. Juni und 5. Juni wäre gelöst gewesen. So aber kommt es am 30. Mai (15 Uhr) in Großaspach zum „Endspiel“ um die Vize-Meisterschaft gegen den FSV 08 Bissingen, in dem den Kickers ein Unentschieden reicht.

Über 3000 Zuschauer werden erwartet

Dense ist also heilfroh, vor allem aus finanziellen Gründen. Da die Partie gegen die Blauen aus Sicherheitsgründen in der Mechatronik-Arena in Aspach stattfinden muss, benötigt der FSV 1500 bis 1800 Zuschauer, um keinen Verlust zu machen. Bei einem „Freundschaftsspiel“ wäre dies unrealistisch gewesen, jetzt aber werden über 3000 Zuschauer erwartet. „Für uns ist dieses Spiel eine super Zugabe, eine wirklich schöne Geschichte“, sagte Dense nach dem 3:1 im vergangenen Heimspiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union. Der Druck liegt bei den Kickers, die aus den vergangenen sieben Spielen nur einen Sieg ergattert haben. „Die Kickers brauchen den Aufstieg sicher mehr als wir“, sagt Dense. Wobei auch die Bissinger den Sprung in die Regionalliga anpeilen.

Risikospiele in Aspach

Die Lizenz ist beantragt, die Bankbürgschaft in Höhe von 35 000 Euro hinterlegt und mit der SG Sonnenhof Großaspach ist längst ausgehandelt, dass die Risikospiele in der Regionalliga gegen Gegner wie Kickers Offenbach, 1. FC Saarbrücken, SSV Ulm 1846 oder VfR Aalen in der Arena im Fautenhau ausgetragen werden können.

Zuschauer-Vereinsrekord

Für die Bissinger wird die Partie gegen die Kickers die größte Heimkulisse der Vereinsgeschichte bringen. Der bisherige Rekord liegt bei 2500 Zuschauern im Derby im heimischen Stadion am Bruchwald gegen den SGV Freiberg. Gewinnt die Mannschaft von Trainer Alfonso Garcia und den Ex-Kickers-Spielern Patrick Milchraum, Michael Deutsche und Simon Lindner, wäre der FSV 08 zum zweiten Mal in der Relegation um den Regionalliga-Aufstieg. 2017 unterlag Bissingen im ersten Relegationsspiel beim SV Röchling Völklingen mit 0:1. Das zweite Spiel gewann der FSV 08 gegen Rot-Weiß Frankfurt zwar mit 4:0, verpasste den Aufstieg aber knapp. Auch ein Jahr zuvor wurde eine Bissinger Erfolgsgeschichte nicht vollendet: Die Mannschaft war ins Finale um den WFV-Pokal eingezogen – unterlag aber im Endspiel im Gazistadion auf der Waldau gegen Ligakonkurrent FV Ravensburg mit 2:5. Im Halbfinale hatte der FSV 08 die Stuttgarter Kickers mit 2:1 nach Verlängerung bezwungen. Damals spielten die Blauen noch in der dritten Liga. Jetzt wollen sie wenigstens zurück in die Regionalliga. Aber die Bissinger könnten der Spielverderber sein...