"Fuck dictator" Nackte Brüste zur Eröffnung der Hannover Messe

Eine nackte Demonstrantin steht am Montag in Hannover beim Eröffnungsrundgang der Hannover Messe vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und Russlands Staatspräsident Wladimir Putin (links). Foto: dpa 28 Bilder
Eine nackte Demonstrantin steht am Montag in Hannover beim Eröffnungsrundgang der Hannover Messe vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und Russlands Staatspräsident Wladimir Putin (links). Foto: dpa

Nackter Protest bei der Eröffnung der Hannover Messe: Aktivistinnen protestieren "oben ohne" mit dem Slogan "fuck dictator" gegen die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin.

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Hannover/Moskau - Oben-ohne-Protest gegen Wladimir Putin auf der Hannover Messe: Fünf Frauen, die „fuck dictator“ auf ihre Brüste geschrieben hatten, sind beim Messerundgang am Montag schreiend auf den russischen Präsidenten zugestürmt. Die „Femen“-Aktivistinnen wurden von Leibwächtern gestoppt, bevor sie Putin erreichten. Die Frauen im Alter von 18 bis 33 Jahren wurden vorläufig festgenommen und von der Polizei vernommen. Sie sollten später auf freien Fuß kommen, sagte eine Polizeisprecherin. Es werde wegen Beleidigung ermittelt.

 

Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten gerade den Stand von Volkswagen verlassen, als sich der Vorfall ereignete. Der russische Präsident reagierte gelassen auf die Proteste. Die Aktion habe ihm gefallen, sagte er. „Ohne eine solche Aktion würde man weniger über eine solche Messe sprechen als mit einer solchen Aktion.“ Merkel verwies auf die Demonstrationsfreiheit, kritisierte aber die Protestform: „Ob man in Deutschland zu einer solchen Notmaßnahme greifen muss und nicht anderweitig auch seine Meinung sagen kann, da habe ich meine Zweifel.“

Will Putin Ermittlungen?

Wie die Polizeisprecherin sagte, handelte es sich bei den Frauen um zwei Deutsche, zwei gebürtige Ukrainerinnen und eine gebürtige Russin. Gegen sie werde nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches wegen Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten ermittelt. Dabei handele es sich um ein sogenanntes Antragsdelikt: Die Justiz verfolgt die Ermittlungen nur dann weiter, wenn der Beleidigte dies wünscht. Ob dies bei Putin der Fall ist, konnte die Staatsanwaltschaft Hannover noch nicht sagen.

Im Unterschied zu bisherigen Attacken dürften vulgäre Äußerungen der selbsternannten „Sextremistinnen“ der Gruppe „Femen“ diesmal in Putins Heimat wohl nicht zitiert werden - wegen eines am Montag in Kraft getretenen Gesetzes. Danach können Kraftausdrücke in russischen Medien mit bis zu umgerechnet 5000 Euro bestraft werden, teilte der Kreml mit.

 




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