Fünf Jahre Kraftpaule in Stuttgart Das Schicksal ist Biertrinker

Auch der Kraftpaule-Geburtstag muss (und kann!) derzeit online stattfinden. Foto: Kraftpaule
Auch der Kraftpaule-Geburtstag muss (und kann!) derzeit online stattfinden. Foto: Kraftpaule

2016 eröffnet Thorsten Schwämmle mit einer wohldosierten Mischung aus Bierdurst, Naivität und Tatendrang seinen Kraftpaule. Fünf Jahre später hat er Stuttgarts erste Craft-Beer-Bar am Stöckach fest in der Stadt etabliert - und heckt schon die nächsten Abenteuer aus.

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Stuttgart – Der Kessel, unendliche Stäffele. Wir schreiben das Jahr 2021. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Kraftpaule, das mit seiner Besatzung seit fünf Jahren unterwegs ist, um fremde Bierstile zu erforschen. Mittlerweile ist man weit gekommen, ist in ferne Brauregionen vorgedrungen, hat die Location gewechselt, große Festivals veranstaltet, ein Oktoberfest als Gegenveranstaltung zum Wasen überlebt, eigene Biere gebraut und Stuttgart um ein kulinarisches Novum bereichert: Kraftpaule ist die erste Craft-Beer-Bar im Kessel – und Thorsten Schwämmle der Mann, mit dem alles begann.

Beschwerlicher Weg zum Geburtstag

Diesen Samstag feiert er den fünften Geburtstag seines Bier-Babys, blickt zurück auf eine lange, kräftezehrende, aber auch beflügelnde Reise. „Wenn ich Bilder von mir anschaue, die vor der Eröffnung des Kraftpaule entstanden sind, bin ich immer schockiert, wie schön, schlank und unverbraucht aussehe“, lacht Schwämmle im Rückblick. „Jetzt habe ich Falten und einen Bauch.“ Er scheint damit leben zu können. Immer wieder hat er die Steine, die man ihm in den Weg legte, hochgestemmt und beiseite geräumt, gab selbst dann nicht auf, als man aus der ursprünglichen Location rausmusste.

Das Schicksal ist Biertrinker

Doch das Schicksal, das ist ein Biertrinker. Es beschaffte Schwämmle und seiner Craft-Crew einen Laden praktisch gegenüber. Mittlerweile gehört noch ein Bottle-Shop auf der anderen Straßenseite zum Kraftpaule-Imperium, nach Corona sollen hier die Tastings stattfinden. Ganz schön groß geworden, die Visionen. Schwämmle winkt ab: „Wir schießen seit fünf Jahren mit einem Schrotgewehr in Richtung Zukunft und warten ab, dass sich der Nebel verzieht und wir mal sehen können, was wir denn so erreicht haben. Bislang sehen wir noch nichts, also schießen wir weiter.“

Ist natürlich tiefgestapelt. Der Name Kraftpaule ist längst ein Begriff, die hausgebrauten Biere (ganz neu dabei: ein Pils und ein Dunkles) gibt es bei großen Supermarktketten, die Online-Tastings sind regelmäßig ausverkauft. „Wir sind in Stuttgart angekommen“, nickt er. „Man kennt uns, wir haben ein treues Stammpublikum. Ist natürlich auch einfach für uns, Bier wird schließlich immer getrunken, ist krisensicher.“ Aufgeben war auch in schweren Zeiten nie eine Option. „Es gab keine Alternative zum Kraftpaule“, sagt Schwämmle. „Ich bin verantwortlich für meine Mitarbeiter und Partner. Wir sind so ein starkes Team, das wollte ich um keinen Preis hängen lassen.“ Hat sich gelohnt.

Stuttgarts next Bierbauchmodel

Die Tasting-Boxen für die Online-Geburtstagsparty am Samstag sind bereits alle weg, zuschauen kann man auf der Hompage aber trotzdem. Für den Online-Tag des deutschen Bieres am 23. April 2021 sind noch Boxen zu haben. Beim Hochfest aller Biertrinker werden nicht nur reichlich besondere Biere verkostet; es wird außerdem Stuttgarts schönster Bierbauch gekürt. „Da geht es nicht nur um dicke Bäuche“, betont Schwämmle. „Unsere Jury bewertet Optik, Haptik und Flexibilität.“ Bewerben kann man sich per E-Mail mit einem Foto des Bauches – übrigens nicht nur Männer. Der Kraftpaule trägt zwar einen männlichen Namen, ist aber absolut divers. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. März 2021, mitmachen kann man unter prost@kraftpaule.de.

Diese Mischung aus professioneller Bier-Expertise und absurden Ideen macht Kraftpaule aus. Auch in Zukunft: „Wir sind stolz auf das bisher erreichte, doch ich bin selbstkritisch genug, um mich darauf nicht auszuruhen. Es hat sich gezeigt: wenn wir die Möglichkeiten haben, können wir immer etwas Besonderes auf die Beine stellen.“ Pläne hat der Bier-Zampano viele in der Schublade. Würde man ihn lassen, würde er die ganze Stadt in einen Craft-Beer-Vergnügungspark verwandeln. „Wir schielen auf den Sommer und haben viel vor“, gibt er sich geheimniskrämerisch. Meist weiß er dann schon immer sehr genau, was passieren wird. Bleiben wir durstig.




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