Jakobschule in Stuttgart Eltern greift Kampf gegen Drogen zu kurz

Von Martin Haar 

Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Oberbürgermeister Fritz Kuhn die Drogenprobleme rund um die Jakobschule bekämpfen. Doch Eltern fürchten, dass die Maßnahmen zum Jahresende auslaufen.

Die Jakobschule kommt nicht aus den Schlagzeilen. Foto: Factum / Weise
Die Jakobschule kommt nicht aus den Schlagzeilen. Foto: Factum / Weise

Stuttgart - Der sogenannte Fünf-Punkte-Plan, mit dem Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) Drogenprobleme rund um die Jakobschule bekämpfen will, greift. Seitdem sich die Stadt sowie die Polizei um das Umfeld der Schule kümmern, ist nur eine Drogenspritze gefunden worden. „Die Polizeipräsenz ist ausdrücklich zu loben“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende Mihaela Manachidis, „in puncto Sicherheit und Sauberkeit tut sich wirklich etwas.“

Ende des Jahres wird Bilanz gezogen

Doch die Maßnahmen sind laut der Eltern und dem Inhalt eines internen Verwaltunspapiers zeitlich begrenzt. Ende des Jahres sollen die Polizeipräsenz sowie die Reinigung zurückgefahren werden. Dem widerspricht Schulbürgermeisterin Isabell Fezer (FDP) in einer Pressemitteilung: „Wir werden Ende des Jahres Bilanz ziehen und dann entscheiden, was wir fortführen, was wir anpassen oder was wir neu machen.“

Zuvor hatten die Eltern mit Sorge reagiert. Elternbeirätin Nadine Gombold sagte dazu zunächst: „Der Fünf-Punkte-Plan von Herrn Kuhn ist ein plumper Versuch, mit unzureichenden und befristeten Maßnahmen die Öffentlichkeit zu beruhigen. Wir brauchen weitreichendere und dauerhafte Lösungen, auch über das Jahresende hinaus.“ Mihaela Manachidis ergänzte: „Sollten die wichtigsten Maßnahmen des Fünf-Punkte-Plans Ende des Jahres wie geplant aufhören, war alles, was bisher getan und erreicht wurde, nur Kosmetik. Die Stadt muss die Probleme nachhaltig an der Wurzel packen.“ Die Eltern stellten auch weitere Forderungen auf: „Wir wollen, dass die Schultore ab 17 Uhr geschlossen werden und der Eingang für Fremdnutzer in die Katharinenstraße verlegt wird.“ Zudem fordern sie die Verlegung der Anlaufstelle für Drogensüchtige „High Noon“ aus dem Leonhardsviertel sowie eine vom Tageslicht abhängige Ausleuchtung des Schulhofes.

Mit diesen und weiteren Forderungen haben sich die Eltern der Jakobschule am 17.Oktober schriftlich an den OB gewandt. Nun, am 26. Oktober, ist die Antwort Kuhns, der die Causa Jakobschule zur Chefsache gemacht hatte, bei den Eltern angekommen. Der OB hat Schulbürgermeisterin Isabel Fezer beauftragt, auf die Sorgen einzugehen. In dem Brief schreibt Fezer, „dass wir die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen auf ihre Machbarkeit prüfen und gegebenenfalls realisieren“. Gleichzeitig gibt sie aber „zu Bedenken, dass auch im Sinne eines den Kinder angemessenen pädagogischen Konzepts die Schule und ihre Umgebung nicht komplett mit Sicherheitseinrichtungen abgeschottet und sämtlicher grüner Oasen beraubt werden sollten“. Auch in diesem Brief erklärte Fezer, dass die Beendigung aller Sicherheits- und Sauberkeitsmaßnahmen zum Jahresende keinesfalls beschlossene Sache sei. Vielmehr wolle man am Jahresende die Wirksamkeit und Notwendigkeit der Maßnahmen prüfen. Ziel sei in Zukunft eine sichere und saubere Umgebung für Kinder.

Eltern reagieren mit Süffisanz

Elternbeirätin Nadine Gombold reagiert auf Isabel Fezers Brief, der dieser Redaktion vorliegt, mit Süffisanz: „Ich wusste gar nicht das die Grünflächen vor der Schule als grüne Oase betrachtet werden.“ Weiter sagt sie: „Die Etatplanung läuft. Und die Stadt will erst zum Jahresende prüfen, ob die Maßnahmen fortgeführt werden? Die Aussage bestätigt, dass die Maßnahmen nur kurzfristig geplant waren. Es ist wieder ein Indiz dafür, dass unser Anliegen nicht erkannt und nicht ernst genommen wird.“

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