Fünfter Geburtstag in Zuffenhausen Das Porsche-Museum erlebt einen Ansturm

Ein Star zum Anfassen: Sally Carrera aus dem Film „Cars“ Foto: Heinz Heiss 3 Bilder
Ein Star zum Anfassen: Sally Carrera aus dem Film „Cars“ Foto: Heinz Heiss

Etwa 11 000 Besucher waren am Wochenende zum fünften Geburtstag des Porsche-Museums zu Gast in Zuffenhausen. Als besonderen Jubiläumsgast haben die Organisatoren „Sally Carrera“ aus dem Animationsfilm „Cars“ einfliegen lassen.

Digital Unit : Dominika Jaschek (dja)
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Stuttgart - Es war eine aufregende Woche für die Macher des Porsche-Museums, die ihren Höhepunkt am Wochenende erreichte: Zum fünften Geburtstag lud das Museum in Zuffenhausen die Besucher bei freiem Eintritt zum gemeinsamen Feiern ein. „Wir haben mit 4000 Besuchern an beiden Tagen gerechnet“, sagte der Leiter des Museum Achim Stejskal am Samstag. Am Sonntag gab das Unternehmen die Zahl der Besucher mit 11 000 an.

Es sind vor allem Familien, die an diesem Tag ins Museum kommen. Das liegt sicher auch an einem besonderen Gast, den die Organisatoren der Ausstellung aus den USA haben einfliegen lassen – Sally Carrera, ein Auto-Charakter aus dem Pixar-Animationsfilm „Cars“ ist seit Samstag vorübergehend ein Teil der Ausstellung. „Wir haben uns überlegt, was sich wohl ein Fünfjähriger zum Geburtstag wünschen würde“, sagt Jenny Simchen, Kuratorin im Porsche-Museum. „So kamen wir auf den 911er, der in dem Kinderfilm die weibliche Hauptrolle spielt.“

Der siebenjährige Patrick Schuhbert ist mit seinen Eltern nach Zuffenhausen gekommen. „Mir gefallen die Augen von Sally Carrera besonders gut“, sagt er. Den Film hat er nach eigenen Angaben schon „hundert Mal geguckt“, für ihn ist es ein besonderes Erlebnis, das Auto zum Greifen nah zu haben. Seine Mutter Sonja interessiert sich weniger für die ausgestellten Autos als mehr für den Besuch des TV-Mimen Hardy Krüger Junior („Forsthaus Falkenau“).

Wolfgang Porsche enthüllte Porsche-Konstruktion von 1898

Auch das neue Ausstellungsstück rückt am Geburtstagswochenende im Museum schon fast in den Hintergrund: Am Freitagabend wurde der vor kurzem wiederentdeckte P1 (die StZ berichtete) offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens und Sohn von Ferry Porsche, enthüllte die Porsche-Konstruktion vor geladenen Gästen. „Ich habe keine Sekunde gezögert, dieses erste Auto meines Großvaters für mich zu erwerben und dem Museum als Leihgabe zur Verfügung zu stellen“, sagte Porsche. Im Oktober wurde das „Egger-Lohner-Elektromobil C.2“ in einer Scheune in Österreich wiederentdeckt, sogar ein handschriftlicher Zettel von Unternehmensgründer Ferdinand Porsche war noch am Lenkrad befestigt. Eine Sensation, wie der Leiter des Historischen Archivs, Dieter Landenberger, mit Stolz in der Stimme sagt: „Das ist das erste Auto mit einem Elektromotor gewesen, immerhin aus dem Jahre 1898.“ Für Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) war die Enthüllung etwas ganz besonderes. „Wie wir sehen, beschäftigt das Thema Nachhaltigkeit die Firma schon seit vielen Jahren“, sagt er und spielte damit auf den Elektromotor an. „Das sollte so bleiben.“

Dass am Geburtstagswochenende die neueren Autos in den Vordergrund rücken und dem P1 für den Moment den Rang ablaufen, ist für Stejskal weder verwunderlich noch besorgniserregend: „Wir hatten noch nie so viele junge Menschen, Familien und Kinder auf einmal in unserem Museum. Dass die sich eher für die neueren Modelle und den Held aus dem Kinderfilm interessieren, ist ja fast selbstverständlich.“

Tatort-Kommissar Richy Müller fährt im 911er vor

Eher ein Faible für die älteren Modelle hat Schauspieler Richy Müller, der in dem kaffeebraunen 911er Targa vorfährt, mit dem er sonst als Tatort-Kommissar Thorsten Lannert in der ARD unterwegs ist. „Ich liebe das Auto und die Geschwindigkeit“, gibt er zu und lässt, wie zum Beweis, den Motor noch mal laut aufheulen. Die Besucher freut es, für Christian Schuhbert ist es „ein geiles Geräusch.“ Einen Porsche könnte sich der Angestellte nie leisten, sagt er. „Ist ja auch eher unpraktisch mit einer Familie“, gibt er zu „aber träumen wird man ja mal dürfen.“




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