Für das Kinder- und Jugendhospiz Die Filstalbuaba knacken den Spendenrekord

Von Philipp Braitinger 

Im Zuge der Wohltätigkeitsrallye „Balkan-Express“ sammelten die Fünf Freunde knapp 38 000 Euro für das Malteser Kinder- und Jugendhospiz. So viel kam bei dieser Rallye noch nie zusammen. Am Samstag berichtete das Team von seinen Erlebnissen.

Für einen guten Zweck haben sich Andreas Heth, Manuel Wagner, Marc Menzel, André Kindler und Marc Leuthold (von links) mächtig ins Zeug gelegt. Foto: /privat
Für einen guten Zweck haben sich Andreas Heth, Manuel Wagner, Marc Menzel, André Kindler und Marc Leuthold (von links) mächtig ins Zeug gelegt. Foto: /privat

Uhingen - Es liegen harte Tage hinter ihnen. Vom 22. August an waren André Kindler, Marc Leuthold, Manuel Wagner, Marc Menzel und Andreas Heth, die 29 bis 31 Jahre alt sind und sich die Filstalbuaba nennen, 13 Tage bei der Rallye „Balkan-Express“ durch Osteuropa unterwegs. 14 Länder haben sie bereist und rund 4000 Kilometer mit ihrem 22 Jahre alten VW Bulli zurückgelegt. „Wir mussten 13 Tage überleben“, fasste Manuel Wagner das oberste Ziel zusammen. Am Samstag berichteten die Filstalbuaba bei den Maltesern in Uhingen von ihren Erlebnissen.

Ein neuer Spendenrekord

Vor und während der Fahrt mussten Spenden gesammelt werden. Mit knapp 38 000 Euro haben die Filstalbuaba den bisherigen Spendenrekord der Rallye in Höhe von 31 157 Euro deutlich geknackt. Am Abend wurde der Spendenscheck vor rund hundert Gästen an den Malteser-Bezirksgeschäftsführer, Edmund Baur, und die Leitende Koordinatorin des Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser, Karen Straubmüller, übergeben. Das Geld soll vor allem sogenannten Trauerfreizeiten für Angehörige und Fortbildungen für Trauerbegleiter zugute kommen.

Während der Fahrt ohne Navi über Landstraßen gab es zahlreiche Aufgaben zu meistern, beispielsweise ein Armdrücken mit einem Lastwagenfahrer auf der Motorhaube. Eine weitere dieser Aufgaben erforderte ein Schaf im Auto. „Ich hatte noch nie ein Schaf in der Hand“, gab André Kindler zu, der die Aufgabe übernahm, das Tier in den Wagen zu tragen.

Schaf und Bär

Zuvor musste dem rumänischen Schäfer aber erst erklärt werden, dass das Schaf unbeschadet zurückkehren und nicht gestohlen werde. „Das Problem dabei war, dass die rumänischen Schäfer genauso gut englisch sprechen wie wir“, scherzte Manuel Wagner. Die sichere Umgebung des Autos hat das Tier dann auch noch genutzt, um Wasser zu lassen – auf dem Fahrersitz.

Was für die Filstalbuaba nun unangenehm war, schien aus Sicht des Schafes aber durchaus clever. Was nämlich passieren kann, wenn man in Rumänien am Straßenrand Wasser lässt, das hat Marc Menzel erfahren. Ihm begegnete ein Bär. „Ich bin mit offener Hose weggerannt“, erzählt er. Dabei hat er den Kampf mit einem Bären auf einem Rastplatz in Deutschland doch extra noch geübt, wie ein zuvor eingespieltes Video zeigte. Doch nun war das für den Kampf nötige Messer im Bulli. Also hat Menzel doch die Flucht ergriffen. Der Bär schien die Szene gelassen zu sehen. Er machte es sich „wie eine Gazelle“ auf der Leitplanke bequem und beobachtete ein wenig den Verkehr.

Schweineschwarten wie Chicken-Wings

Neben der Tierwelt waren es fremde Speisen, die den Filstalbuaba im Gedächtnis geblieben sind. Von Wurstwasser über frittierte Schweineschwarten, die laut Menzel wie Chicken-Wings ausgesehen haben, bis hin zu den jeweils lokalen Schnapsspezialitäten Osteuropas wurde alles probiert. Am Ende war es aber doch das jeweils lokale Bier, das die Männer, die Fahrer natürlich nicht, über weite Strecken mit den überlebenswichtigen Nährstoffen versorgte und als sozialer Kitt die Gruppe stärkte. „Bier hält uns zusammen“, resümierte Menzel am Abend in Uhingen. Die tägliche Bierstatistik wurde im Roadbook festgehalten.

Dass die Spenden in so großem Umfang gesammelt wurden, liegt vor allem an der erfolgreichen Social-Media-Arbeit des Teams. Auf Facebook und Instagram wurden fleißig Follower generiert, womit die Filstalbuaba als Werbepartner für mehr und mehr Unternehmen attraktiv wurden.

Follower dank Monsterdöner

Dabei lief es anfangs gar nicht gut. Bergauf ging es erst durch einen Deal mit dem Göppinger Dönermann des Vertrauens. Er verschaffe ihnen mehr als tausend Follower, so das Versprechen des Gastronomen. Bei Gelingen müssten sich dann die Filstalbuaba an seinem Zwei-Kilogramm-Spezialdöner versuchen. Die Follower haben sie bekommen. An ihren Monsterdönern sind die Buaba anschließend zwar gescheitert. Aber die mediale Aufmerksamkeit war ihnen fortan sicher.

Es folgte eine Liegestützen-Challange und eine Online-Partnerschaft mit „Äffle und Pferdle“, die in Baden-Württemberg eine der erfolgreichsten Facebook-Seiten betreiben. Der Sprecher des Äffles, Heiko Volz, war ebenfalls zu Gast in Uhingen. Damit das mühsam aufgebaute Netzwerk nun nicht einfach verpufft, möchten die Filstalbuaba einen Verein gründen, der regelmäßig Spenden für gute Zwecke sammeln soll.