Für die Alten und die Jungen Zwei Stadtteilhäuser für den Stuttgarter Osten

Von Thomas Graf-Miedaner 

Soziale Angebote im Stuttgart-Ost: Für das Familienzentrum Stöckach und die Awo-Begegnungsstätte am Ostendplatz gibt es neue Konzepte.

Bei der Awo am Ostendplatz soll das Angebot erweitert werden. Foto: Thomas Graf-Miedaner
Bei der Awo am Ostendplatz soll das Angebot erweitert werden. Foto: Thomas Graf-Miedaner

S-Ost - Es ist nicht leicht, ein neues Konzept zu starten, wenn das aktuelle bereits durch immer neue Verordnungen aktualisiert werden muss. Entsprechend zurückhaltend gibt man sich bei der Awo-Begegnungsstätte mit Informationen zum Start und den genauen Inhalten zum neuen Stadtteilhaus-Konzept, das eigentlich noch in diesem Jahr verwirklicht werden sollte. Damit gehört die Begegnungsstätte zu den ersten Häusern in Stuttgart, die Teil des Programms werden, das in gemeinsamer Arbeit von Jugend- und Sozialamt entworfen wurde.

Umzug erst in drei Jahren

Der zweite Standort im Stuttgarter Osten hat noch etwas mehr Zeit zur Umsetzung. „Das Stadtteil- und Familienzentrum am Stöckach soll erst im Jahr 2023, wenn man in die neuen Räume am Stöckachplatz ziehen kann, in das neue Konzept übergehen“, sagt Alexander Vecellio vom Stuttgarter Jugendamt. Die Basis des neuen Konzeptes ist die Zusammenführung von Stadtteil- und Familienzentren mit Begegnungsstätten für Senioren in ein generationenübergreifendes, quartierbezogenes „Haus“.

Als das Konzept in die Wege geleitet wurde, waren Schutzmaßnahmen für Corona-Risiko-Gruppen wie Senioren und entsprechende Verordnungen noch weit entfernt. Bereits 2013 wurde in einer Gemeinderatsdrucksache die Idee entwickelt, um Begegnungen im Stadtteil zu fördern und Nachbarschaften zu stärken. Die Überlegung: Treffpunkte der Altenhilfe und der Jugendhilfe stärker miteinander vernetzen. Es sollten Anlaufstellen für alle Einwohner im Quartier entstehen und Synergien entwickelt werden.

„Aktuell existieren 34 Begegnungsstätten für Senioren in 21 Stadtbezirken und 19 Stadtteil- und Familienzentren in 13 Stadtbezirken“, sagt Vecellio. Aufgabe ist es nun, deren Angebote zusammenzuführen. „Das bedeutet allerdings nicht, dass wir auf einer der beiden Seiten Angebote kürzen wollen oder gar Häuser schließen, sondern die Angebote sollen auf beiden Seiten ergänzt und ausgebaut werden“, fügt Vecellio hinzu. Niemand müsse fürchten, dass plötzlich alle Gruppen alles gemeinsam machen.

Zusammenführung der Generationen

Trotzdem gelte es gerade in Zeiten, in denen Familien vermehrt verteilt in ganz Deutschland oder auch über die Landesgrenzen hinaus leben, sogenannte „Wahlfamilien“ zu stärken, sagt Vecellio. Dies sei auch eines der fünf Handlungsfelder, die die Basis für die Stadtteilhäuser bilden. Neben der Zusammenführung der Generationen gehört das Fördern von Begegnungen zum Konzept: „Zum Beispiel in Form eines Mittagstisches, offenen Treffs oder Cafés“, so Vecellio, also Angeboten, die vielerorts bereits bestehen.

Handlungsfeld drei ist das räumliche Konzept: Das Zusammenleben der unterschiedlichen Zielgruppen soll ermöglicht werden, indem in einem Stadtteilhaus jeder Mensch mit seinen individuellen Besonderheiten oder auch Unterstützungsbedürfnissen einen Platz habe. Handlungsfeld vier bezieht sich auf die Unterstützung der älteren Menschen und Familien im sozial- und bildungspolitischen Bereich. Das fünfte Handlungsfeld stellt die Bedeutung des Einzugsgebietes in den Vordergrund.

Stadtteilhäuser sollen ein Ort sein, an dem die Vernetzungsarbeit im Stadtteil sowie die Unterstützung des freiwilligen Engagements eine wichtige Rolle spielt. Mit dem Stadtteil und Familienzentrum Stöckach und der Awo-Begegnungsstätte am Ostendplatz sollen diese Ziele künftig gleich in zwei Häusern im Stuttgarter Osten umgesetzt und gelebt werden.

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