Ein gefundenes Fläschchen aus Vaihingen an der Enz hat trotz Aufschrift niemals Polonium-210 enthalten. Das haben die Analysen ergeben. Wie es weitergeht, entscheidet nun die Polizei.

Ludwigsburg: Julia Amrhein (jam)

Das Fläschchen, das am Ostersonntag in einem Garten am Ortsrand von Vaihingen an der Enz gefunden wurde, enthielt zu keinem Zeitpunkt radioaktives Polonium-210. Das haben mehrere Messungen und Analysen des Inhalts des Behältnisses ergeben, wie das Umweltministerium des Landes nun bekannt gibt.

 

Gelbliche Flüssigkeit mit weißem Granulat

Eine erste Messung in der vergangenen Woche hatte bereits ergeben, dass keine Alpha-Strahlung vom Inhalt ausgeht. Hierdurch konnte bereits ausgeschlossen werden, dass sich aktuell Polonium-210 im Fläschchen befindet. Parallel dazu wurde eine zeitaufwändige Elementanalyse auf Blei gestartet: Polonium-210 hat eine Halbwertszeit von etwa 138 Tagen, so dass dieses bei einer sehr alten Probe komplett zu stabilem Blei-206 zerfallen wäre. Wäre also Blei nachweisbar, wäre das ein Hinweis darauf, dass sich zu einem früheren Zeitpunkt Polonium-210 in dem Behältnis befunden haben könnte. Das nun vorliegende Ergebnis zeigt aber, dass das nicht der Fall ist.

Aufgrund aller vorliegenden Ergebnisse radiologischer Messungen und Analysen ist laut Ministerium festzuhalten, „dass von dem Inhalt des Behältnisses zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr durch radioaktive Stoffe ausging“. Laut einer Sprecherin befand sich in dem Gefäß eine gelbliche Flüssigkeit mit weißem Granulat. Stoffe wie Natrium, Kalium, Kalzium, Silizium und Phosphor hätten bestimmt werden können: „Alle diese Inhaltsstoffe lassen aber momentan noch keinen eindeutigen Rückschluss auf den eigentlichen Inhalt zu.“

Polizei entscheidet über weitere Schritte

Auf weitere Analysen werde aktuell verzichtet. Dies werde erst wieder relevant, falls das zuständige Polizeipräsidium Ludwigsburg entsprechende Ermittlungsansätze verfolgen wolle, so die Sprecherin weiter. Ein Sprecher der Polizei erklärte, dass es bisher keine neuen Erkenntnisse dazu gebe, wie das Fläschchen in den Garten gekommen sei. Ergänzende Analysen, die beim Landeskriminalamt durchgeführt wurden, ergaben ebenso keine Hinweise auf andere gesundheitsschädliche Stoffe.

Zwei Männer hatten das Fläschchen nach Angaben der Polizei bei der Ostereiersuche gefunden und sofort den Notruf gewählt. Was folgte, war ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei.