Fußball-Aufstiegsspiele: TSV Weilimdorf Später Sonntagsschuss lässt den Verbandsliga-Traum platzen
Bereits nach der ersten Runde der Aufstiegsspiele sind die Fußballer des TSV Weilimdorf raus. Nach dem 0:1 gegen Heilbronn überwiegt jedoch der Stolz.
Bereits nach der ersten Runde der Aufstiegsspiele sind die Fußballer des TSV Weilimdorf raus. Nach dem 0:1 gegen Heilbronn überwiegt jedoch der Stolz.
Als sich die Erstrundenpartie der Aufstiegsspiele zur Fußball-Verbandsliga dem Ende neigte, hatten sich die handelnden Akteure und die 1550 Zuschauer im Neckarsulmer Pichterichstadion bereits auf die Verlängerung eingestellt – doch Luca Hofmann, der Kapitän des VfR Heilbronn, hatte etwas dagegen. Fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit fasste er sich aus 25 Metern ein Herz und schoss nicht nur flach in das linke Toreck, sondern auch mitten in das Herz der Belegschaft des TSV Weilimdorf. Endstand 0:1. Das plötzliche Aus für alle Träume der Nord-Stuttgarter. „Das ist natürlich kein schönes Gefühl“, sagte der Trainer Manuel Fischer, während er mit hängendem Kopf den Rasen verließ.
Der 34-Jährige, der sich erst nach dem Gegentreffer selbst einwechselte, weil er Kraft für die Verlängerung sparen wollte, fügt hinzu: „Wir waren näher an einem Tor dran, aber das spiegelt die Saison wider: Wir verpassen es, in den wichtigen Momenten das Tor zu machen.“ Eine dieser guten Chancen hatte in der Nachspielzeit der Weilimdorfer Torhüter Dominik Ferdek, nachdem er kurz zuvor noch Jannis Dietschers Direktabnahme stark pariert hatte. Bei einem Freistoß von Samir Genc war der Schlussmann mit im gegnerischen Strafraum, verlängerte den Ball in bester Stürmer-Manier mit dem Kopf, doch sein Heilbronner Pendant Murat Zeyrek war zur Stelle.
Zu Beginn der Partie wusste sich Fischer bei seinem Keeper zu bedanken, Ferdek überzeugte zweimal im Eins-gegen-Eins. Erst gegen den Ex-Drittliga-Profi Mirco Born, und dann packte er zu, als sich Heilbronns Adrian Nicolae Radu den Ball zu weit vorlegte. „Am Anfang hatten wir ein bisschen Glück und einen sehr guten Torwart“, resümiert der Coach. In der Folge egalisierten sich die beiden Teams, dennoch hatten die Weilimdorfer das Spielgeschehen weitestgehend unter Kontrolle. Wie von Fischer moniert, haperte es im Abschluss. Anthony Jeremy Raheem scheiterte nach einem Gestochere am gegnerischen Keeper, ein Genc-Fernschuss fand den Weg ebenso nicht ins Tor wie ein Freistoß von Furkan Hut.
Im zweiten Spielabschnitt wirbelte vor allem der eingewechselte Fadel Boukari auf der linken Seite, konnte sich allerdings ebenfalls nicht belohnen. „Der letzte Pass und die letzte Konsequenz vor dem Tor haben gefehlt“, analysiert der Kapitän Bastian Joas, der sechs Meter vor dem gegnerischen Gehäuse selbst einen Querpass von Terry Offei nicht mehr voll erwischte. „Der Ball wollte nicht rein.“ Sowohl beim Stürmer als auch den Verantwortlichen sitzt der Frust über die verpasste Chance tief, doch schon wenige Minuten nach dem Abpfiff überwog der Stolz auf das Geleistete – Platz zwei in der Landesliga ist das beste Abschneiden der Abteilungsgeschichte.
Dabei hatte die Saison mit sieben sieglosen Spielen begonnen. Joas erinnert sich an die Zeit, als der Club auf dem vorletzten Tabellenrang stand. „Da hatte ich mich gefragt: Wie sollen wir überhaupt Spiele gewinnen?“, sagt der Angreifer. Spielerisch und auch im Zusammenhalt der Mannschaft habe er noch nie eine solche Entwicklung erlebt. Joas’ Ankündigung: „Wir greifen nächstes Jahr erneut an und visieren den ersten Platz an, damit wir die Aufstiegsspiele nicht bestreiten müssen.“
Ähnlich optimistisch gibt sich auch der sportliche Leiter Sahin Durdu. „Jetzt müssen wir das erst einmal verdauen und bereiten uns dann auf die neue Saison vor“, sagt er. „Wir krempeln die Ärmel hoch und versuchen nächste Saison, Meister zu werden.“ Ob die Seinen tatsächlich wieder ganz oben mitmischen, wird auch daran hängen, ob die Spielweise unter dem Coach Fischer weiter optimiert werden kann. „So ist es jetzt bitter, aber daraus müssen wir wachsen“, sagt er.
Die Heilbronner treffen nun am Samstag auf den Sieger des Parallelspiels, den VfL Nagold (2:0 gegen Wangen). Der Gewinner der zweiten Runde wiederum tritt eine Woche später gegen den Verbandsliga-Vertreter TV Echterdingen an – und zwar in Weilimdorf.
VfR Heilbronn: Zeyrek – Hofmann, Marmein, Gentner – Faber, Marmullaku, Hellmann, Dörner – Scheurenbrand (70. Fallmann), Born (90. Dietscher), Radu (90.+1 Reitz).
TSV Weilimdorf: Ferdek – Biljeskovic (87. Baierle), Bozoglu, Sadikovic – Krasniqi (46. Offei/87. Fischer), Wojcik (60. Boukari), De Sousa Lourenco, Hut – Raheem, Joas, Genc.