Eines hat Trainer Bastian Stephan von den B-Jugend-Fußballern des VfL Herrenberg in den vergangenen beiden Jahren gelernt: „Es ist wichtig, individuelle Qualität im Kader zu haben“, nickt er. „Aber es reicht nicht aus. Du musst zu einer Einheit werden.“ Und weil das in dieser Saison hervorragend funktioniert hat, steigt der Gäu-Klub in jener Altersklasse als Meister aus der Landes- in die Verbandsstaffel auf.
Diesen Coup hatten sich der Coach und seine Mitstreiter auf der Kommandobrücke bereits in der vorigen Runde auf die Fahnen geschrieben. Die starken Jahrgänge 2007 und 2008 versprachen großen Erfolg, „aber es hat nicht geklappt“, erinnert sich Bastian Stephan, der daraus seine Schlüsse zog. Dieses Mal, mit den Jahrgängen 2008 und 2009 im Kader, legten Bastian Stephan, Jan Schönfeld und Willi Semin einen deutlich größeren Fokus aufs Teambuilding – und hatten damit den maximalen Erfolg.
Nach der Enttäuschung zuvor hatten sie die Erwartungen im Vorfeld etwas heruntergeschraubt. „Die Jungs haben allerdings von Anfang an gesagt, dass sie oben angreifen wollen. Der Wille war da“, betont der Übungsleiter, der diesen Ehrgeiz natürlich unterstützt hat. Stets mit dem Blick auf die entscheidenden Aspekte, die er und seine Kollegen selbst ausgemacht hatten. „Wir sind dann auch schnell in eine gute Dynamik reingekommen“, freut sich Bastian Stephan.
Ab dem zweiten Spieltag führten seine Schützlinge die Tabelle an. Ein zweischneidiges Schwert. „Rang eins kann beflügeln, aber die Rolle des Gejagten kann auch mit viel Druck verknüpft sein, weil man etwas zu verlieren hat“, tat der Platz an der Sonne der Spielweise der Grün-Weißen nicht immer gut. „Gerade dann, wenn sich die Gegner tief in die eigene Hälfte stellten, haben sie uns das Leben schwer gemacht.“
In der Rückrunde fand der VfL bessere Lösungen für dieses Problem. Öfter war der eigene Auftritt aber auch von Kampf und Krampf geprägt, was die Leichtigkeit in Ballbesitz hemmte. „Manchmal ist es als Jäger vielleicht einfach leichter“ sinniert Bastian Stephan. Wobei das alles Mäkeln auf hohem Niveau ist. Insgesamt setzte es nur eine einzige Niederlage. Das 0:4 beim FC Esslingen wirkt deutlich, war es aber gar nicht.
Zu den Stärken der Herrenberger in einer Klasse, in der quasi jeder jeden schlagen konnte, zählte vor allem die Achse im Zentrum. Abwehrchef Bennet Greule stellte jeden Stürmer kalt, dahinter erwies sich Keeper Alexander Medic als sichere Bank. Die sowieso schon dominante Doppelsechs mit Eric Gutekunst und Maurice Litz bekam nach der Winterpause noch Verstärkung von Rückkehrer Yigit Yarim. Und ganz vorne wirbelte der herausragende Stürmer Immanuel Pitters, der mit 20 Buden Torschützenkönig wurde (Bastian Stephan: „Er hat in einem atemberaubenden Tempo dazugelernt und sich extrem entwickelt.“) an der Seite von Wandspieler Ben Pöltl, den ebenfalls sein Abschluss auszeichnet. „Manchmal macht er die leichten nicht, dafür aber die schweren“, schmunzelt sein Trainer.
2025/2026 wartet das Derby gegen die SV Böblingen
2025/2026 geht es für die Truppe nun in der Verbandsstaffel weiter, wo sie unter anderem auf die U17 der SV Böblingen treffen wird, die dort in der kürzlich zu Ende gegangenen Saison einen mehr als soliden fünften Platz unter 14 Mannschaften belegte.