Nächste Saison neuer Spielertrainer bei der SpVgg Aidlingen: Vom TV Darmsheim möchte sich Steffen Hirth (re.) mit der Bezirksliga-Meisterschaft verabschieden. Foto: Stefanie Schlecht
Nach fast zwei Jahrzehnten als verantwortlicher Trainer rückt Tobias Lindner ins zweite Glied. An der Nachfolgelösung für die Fußballer der SpVgg Aidlingen hat er selbst mitgewerkelt.
Michael Schwartz
01.02.2026 - 12:04 Uhr
18 Saisons auf der Kommandobrücke. Beinahe zwei Jahrzehnte in der Verantwortung, entscheiden zu müssen: Wer steht in der Startelf, wer wird eingewechselt, wer muss dafür vom Platz? Über eintausend vorbereitete Trainingseinheiten. Unzählige Gespräche mit Spielern. Mehrere Umbrüche bei seinen zwei einzigen Trainerstationen TV Darmsheim und SpVgg Aidlingen. „Der Zeitpunkt ist da, ins zweite Glied zu rücken“, findet Fußball-Coach Tobias Lindner.
„Es war der Wunsch von mir – und den habe ich dem Verein mitgeteilt“, ging die Initiative, ab 2026/2027 nur noch Co-Trainerbei der SpVgg Aidlingen zu sein, von Tobias Lindner selbst aus. „Man merkt, dass man nach der langen Zeit schon ein bisschen müde wird“, begründet er. „Es gab eigentlich keine Runde, in der es mal nicht um den Aufstieg oder gegen den Abstieg ging.“ Immer Vollgas. Und auch wenn es mal nicht um das runde Leder ging, spukte es dennoch im Hinterkopf herum.
Tobias Lindner übergibt Staffelstab bei SpVgg Aidlingen an Steffen Hirth
Jammern möchte der 47-Jährige aber nicht. Er hat gern auf Freizeit verzichtet. Seiner Jungs und des Sports wegen. Fußball ist seine Leidenschaft. Ohne geht es einfach nicht. Deshalb bleibt er den Gelb-Schwarzen erhalten. Als Co-Trainer und in der sportlichen Leitung. Bei der Lösungsfindung im Hinblick auf seinen Nachfolger in verantwortlicher Rolle hat er aktiv mitgewirkt. Ein jahrelanger Weggefährte übernimmt den Posten als kickender Chefcoach: Steffen Hirth.
Der ist momentan noch Spieler beim TV Darmsheim, wohin er vor dieser Saison von Aidlingen gewechselt war. „Ich bin bewusst weggegangen“, blickt er zurück. „So blöd es klingt: Ich wollte mal eine andere Ansprache und ein anderes Training als von Tobi erleben“, erklärt er. Denn die Gedanken, selbst einmal in die Trainerrolle zu schlüpfen, waren durchaus schon länger vorhanden. „Aber nicht auf Teufel komm raus schon 26/27“, betont er.
Nun ist es allerdings doch bereits in der kommenden Spielzeit soweit. Der Kontakt aufs Vogelherdle war sowieso nie abgerissen. Während der Hallenturniere in der Buchhaldenhalle kam dann die Anfrage der SpVgg, ob man sich vielleicht mal zusammensetzen wolle. Genau so ein Gespräch fand dann auch recht bald statt, „und wir waren uns schon nach fünf Minuten einig“, nickt Hirth. „Wir kamen schnell auf einen gemeinsamen Nenner und haben es fix gemacht.“
Er freue sich auf die Verantwortung, auf das Treffen von Entscheidungen, die Trainingsplanung, das Einbringen eigener Ideen, die Integration von Nachwuchsspielern aus der A-Jugend sowie darauf, ihnen seine Erfahrung weiterzugeben und gemeinsam etwas aufzubauen. All die Aspekte, bei denen Lindner kürzertreten wollte, reizen ihn ungemein: „Ich hab’ da richtig Lust drauf.“ Eine klassische Win-Win-Situation also.
Tobias Lindner (re.) rückt freiwillig ins zweite Glied – als Co-Trainer und in der sportlichen Leitung bei der SpVgg Aidlingen. Foto: Eibner/Roger Bürke
„Den Tobi wollte ich aber unbedingt dabei haben, denn wir denken in Sachen Fußball gleich“, sagt Hirth, der in seiner Aktivenkarriere nur für die SpVgg Aidlingen und den TV Darmsheim auflief. Bei letzterem möchte er sich nun am liebsten mit der Bezirksliga-Meisterschaft verabschieden, ehe er dann eine neue Ära bei seinem anderen Herzensverein in der Kreisliga A einläutet.
Dort ist er zwar als Spielertrainer eingeplant, hätte aber kein Problem damit, Schritt für Schritt den jungen Wilden das Feld zu überlassen. Von denen gibt es auf dem Vogelherdle nämlich viele. Jahr für Jahr werden weitere Akteure aus der Jugend oder der zweiten Mannschaft raufgezogen. Als weitere ältere Führungspersönlichkeiten neben Hirth werden wohl nur noch Routinier Philipp Musch und Torhüter Christian Dabbert auf dem Platz stehen.