Fußball bei der SV Böblingen Legendärer Jugendtrainer Werner Wolf im Alter von 82 Jahren verstorben

Werner Wolf Foto: Facebook/SV Böblingen

Werner Wolf formte als Jugendtrainer bei der SV Böblingen ganze Generationen von Fußballern. Er gilt als eine echte Vereinslegende. Nun ist er im Alter von 82 Jahren verstorben.

Die SV Böblingen trauert um Werner Wolf, der über Jahrzehnte hinweg eine prägende Persönlichkeit in der Fußballabteilung war und nun im Alter von 82 Jahren verstorben ist. „Er war mehr als nur ein Trainer – ein Mentor, ein Vorbild und für viele ein Freund“, schreibt der Verein auf den sozialen Medien. „Wir werden ihn stets in ehrender Erinnerung behalten. Sein Einsatz, seine Begeisterung und seine Liebe zum Fußball bleiben unvergessen.“

 

Von 1969 bis 2000 trainierte Werner Wolf– mit nur einer kurzen Unterbrechung –die Junioren der SV Böblingen und formte Generationen junger Kicker. Seine Pfeife, sein wachsames Auge und das große Herz für „meine Jungs“, wie er seine Schützlinge stets liebevoll nannte, zeichneten ihn aus.

Werner Wolf war akribisch und humorvoll

„Zwar hatte er einen liberalen Umgang mit uns, aber das Training war schon hart“, erzählte einmal Helmut Muschong, Kapitän der A-Jugend-Mannschaft, die 1968/69 unter Werner Wolf – in dessen erstem Jahr als ihr Übungsleiter – alle Gegner schwindelig spielte und bis ins Viertelfinale der württembergischen Meisterschaft vordrang. „Es war wichtig, dass die Jungs meine Ideen kapieren und verinnerlichen. Anfangs hat es damit noch nicht so geklappt, aber irgendwann hatten sie es drin, und dann lief es“, meinte Werner Wolf selbst rückblickend auf diese phänomenale Runde.

Der unermüdliche Coach war einerseits ein humorvoller Mensch, arbeitete andererseits aber auch sehr akribisch. Und er legte Wert auf Disziplin, was beispielsweise einer seiner Torhüter zu spüren bekam, als er sich aufgrund eines Mangels daran auf der Tribüne wiederfand und zwischen den Pfosten durch einen Verteidiger ersetzt wurde.

Werner Wolf war aber auch so etwas wie das wandelnde Lexikon des SVB-Fußballs. In vielen Ordnern mit Listen, Zeitungsberichten und Fotos hat er nicht nur seine eigene Karriere dokumentiert. Die war mit über 500 Spielen im Böblinger Trikot äußert erfolgreich, unter anderem stieg der Freistoßspezialist 1964 mit dem Team in die 1. Amateurliga auf.

„Werner Wolf war nicht nur eine absolute SVB-Legende, sondern eine der prägenden Figuren im Sport dieser Stadt. Er ist eine richtige Institution“, erklärte einst der ehemalige Böblinger Sportamtsleiter Josef Fischer. „Dieser Mann war nicht nur als jahrelanger Jugendtrainer und aktiver Spieler wichtig für den Verein, sondern auch als Menschenbegleiter, der immer zur Hilfe bereit war.“ So zählte er zu dem kleinen, erlauchten Kreis, der von der Fußballabteilung die Verdiensturkunde verliehen bekam.

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