Fußball beim TV Darmsheim „Oha“ und „Oh weh“ – Simon Lindner, Schreckgespenst der Abwehrreihen

, aktualisiert am 12.02.2026 - 16:47 Uhr
Simon Lindner vom TV Darmsheim hat in 14 Partien diese Saison bereits 23-mal geknipst. Foto: Eibner/Edward Cheung

In der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen führt bei der Frage nach dem besten Fußballer kein Weg vorbei an Simon Lindner vom TV Darmsheim. Er lehrt gegnerische Defensiven das Fürchten.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Simon Lindner? Die Reaktionen der Trainer schwanken zwischen „Oha“ und „Oh weh“. Sie zeigen eine Mischung aus Anerkennung und offensichtlichem Erfahrungsschmerz.

 

Uns hat er zwei Stück eingeschenkt“, erinnert sich Coach Björn Holz vom SV Rohrau. „Eine Kategorie für sich“, findet sein Amtskollege Alexander Schweizer vom ASV Botnang, der ebenfalls zum Toredoppelpack-Opfer von Simon Lindner wurde. Und der eigene Spielertrainer Daniel Knoll? Der erhebt den Mann, um den es hier geht, sogar quasi in den fußballerischen Adelsstand. Sein Urteil: „Er hat einen unglaublich guten Abschluss. Bei Elfmetern geht das fast schon auf Harry-Kane-Niveau.“

Simon Lindner vom TV Darmsheim ist für viele Trainer bester Spieler

Einig waren sich unter den von unserer Lokalsportredaktion Befragten in der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen schließlich fast alle: Der herausragende Spieler der Hinrunde in dieser Klasse, das war Simon Lindner. Zwölf von 16 möglichen Stimmen wurden für ihn abgegeben – damit verweist der Torjäger des Spitzenreiters TV Darmsheim seinen stürmenden Mitbewerber Marc Hetzel vom TSV Jahn Büsnau klar auf den zweiten Platz.

Wohl nicht zuletzt deshalb, weil er in den vergangenen Monaten selbst noch andere Zahlen hat sprechen lassen. Mit bereits 23 Saisontreffern führt der 31-Jährige mit großem Abstand die Schützenliste im Bezirksoberhaus an. Hält er diese Knipserquote aufrecht, scheint ein Rekordergebnis möglich. Aus der Vorgängerliga des Bezirks Stuttgart steht die bisherige Allzeitbestmarke aus der Saison 2015/2016 bei 46 Toren. Damaliger Ballermann vom Dienst: Adnan Akcan von NAFI Stuttgart.

Auf dem zweiten Platz bei unserer Trainerumfrage landete Marc Hetzel (am Ball) vom TSV Jahn Büsnau, der im Kreis Böblingen noch aus seiner Zeit bei VfL Sindelfingen und SV Böblingen bekannt ist. Foto: Günter Bergmann

Der Linksfuß Simon Lindner bringt nun seine eigenen Qualitäten ein. Zur körperlichen Wucht kommen Sprinterfähigkeiten, clevere Laufwege sowie einiges an Abgezocktheit und Routine hinzu. „Man merkt, dass er jahrelang höherklassig gespielt hat“, konstatiert sein Trainer Daniel Knoll.

Eine gute Schule durchlief sein Protagonist schon als Junioren-Bundesligaspieler bei den Stuttgarter Kickers, danach ging es für ihn als Aktiver mit dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen in die Oberliga, ehe sich vor fünfeinhalb Jahren ein Kreis geschlossen hat. Seitdem schlüpft der gebürtige Sindelfinger wieder für seinen Heimatverein TV Darmsheim ins Trikot.

Es war für ihn mehr oder weniger die Rückkehr in die Familie, und das im wahren Wortsinn. Denn am Eichelberg lindnert es überhaupt. Simon Lindners ältere Brüder Marcel und Tobias waren dort lange Zeit Trainer (inzwischen sind beide bei der SpVgg Aidlingen). Sein dritter Bruder Daniel fungiert als Teambetreuer beim TVD. Und Mutter Sigrid schmeißt im Vereinsheim auf dem Eichelberg den Laden.

Viele gute Argumente also für ein Verweilen an aktueller Schaffensstätte? Sieht ganz so aus – allen externen Anfragen zum Trotz. „Ich bin hier schon sehr verwurzelt. Und als Trainer oder Spielertrainer irgendwo anders sehe ich mich momentan eigentlich noch nicht“, sagt Simon Lindner, der in seinem Klub nebenbei die B-Jugend anleitet.

Insofern schlechte Kunde für die Bezirksliga-Konkurrenz: Die weitere Begegnung mit dem Schreckgespenst schlechthin aller Abwehrreihen wird ihr so schnell nicht erspart bleiben. Es sei denn, Simon Lindner und den Seinen gelingt der direkte Landesliga-Wiederaufstieg. Dann gäbe es in der nächsten Saison „Oha“ und „Oh weh“ eine Etage weiter oben.

Stimmen-Ergebnis

1. Simon Lindner (TV Darmsheim, zwölf Stimmen)

2. Marc Hetzel (TSV Jahn Büsnau, sieben)

3. Sebastian Lenhardt (TSV Jahn Büsnau, vier)

4. Wesley Acholonu (TV Echterdingen II, drei)

5. Marco Schulz (Spvgg Cannstatt, zwei) und Daniel Schweizer (ASV Botnang, zwei)

7. insgesamt 14 Spieler mit jeweils einer Stimme

Abstimmung

Modus:
Jeder Verein der Staffel hatte drei Stimmen für drei verschiedene Spieler. Beteiligt haben sich jeweils die Trainer.

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