Kurz vor Weihnachten hat Simon Lindner vom TV Darmsheim allen Grund zum Jubeln: Bei einem Online-Voting des WFV stimmte fast die Hälfte aller rund 500 Teilnehmer dafür, dass der Fußballer aus der Landesliga, Staffel II, den Fairplay-Preis des Monats November bekommen soll. „Ich war total überrascht, dass es so eindeutig war“, sagt er freudig. „Die Auszeichnung war zwar nicht mein primäres Augenmerk, aber es ist auf jeden Fall schön.“
Lindner wird damit für seine faire Geste bei der 2:4-Heimniederlage seines Vereins gegen den TSGV Waldstetten belohnt. In der Nachspielzeit war er im Duell mit dem gegnerischen Keeper im Strafraum zu Fall gekommen, der Schiedsrichter entschied prompt auf Elfmeter. Der TVD-Kapitän ging aber sofort zum Referee und sagte, dass es kein Foul war. „Ich habe einen komischen Schritt machen müssen, weil ich abbremsen musste, und bin dabei einfach nur weggerutscht“, erinnert er sich zurück.
Für den 30-Jährigen, der schon beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen in einer ähnlichen Situation die Unparteiischen informiert hatte, dass er nicht gefoult worden war, war es auch in diesem Fall selbstverständlich, darauf hinzuweisen. Schließlich setzt er sich für mehr Fairness im Fußball ein. „Ich hoffe, dass der Sport davon vielleicht etwas mitnimmt und es wieder mehr Gewicht hat, dass man Ehrlichkeit und Sportsgeist auf dem Platz zeigt“, betont er.
Auch einige Glückwünsche hat er bereits erhalten. „Einer meiner Jugendspieler hat mir geschrieben, dass wir jetzt auch mal etwas gewonnen haben“, berichtet der Juniorentrainer schmunzelnd. Schließlich haben seine Teamkollegen und er in der Hinrunde nur magere vier Pünktchen gesammelt. Verwundert ist er derweil, dass es sich im Verein bisher noch nicht großartig rumgesprochen hat. „Ich werde mir beim ersten Training bestimmt was anhören müssen, das ist gefundenes Fressen für die Jungs“, lacht er. Dennoch hat er versprochen, seinen Klubkameraden einen Kasten Bier zu spendieren. „Wenn wir das erste Spiel in der Rückrunde gewonnen haben, springt vielleicht auch ein Vesper raus“, fügt er hinzu.