Fußball-Bezirk Stuttgart/Böblingen In der Stuttgarter Kreisliga rollt nun die Lawine

Rote Trikots, gelbe Hosen – das ist die Spielkleidung von Lawine Raichberg Ost. Foto: Günter Bergmann

Am Sonntag beginnt in den unteren Klassen die Saison. Zwei Vereinsnamen tauchen komplett neu auf – zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Ambitionen.

Es ist einiges los im neuen Fußballbezirk Stuttgart/Böblingen. 114 Vereine stellen von der Bezirksliga über die drei A-Staffeln bis hin zum Achter-B-Ligen-Paket 185 Mannschaften. Neu dabei: die zweite Belegschaft des SV Prag Stuttgart sowie die Spielgemeinschaft VfL Kaltental/SV Heslach. Bislang hatten die Kaltentaler mit dem FC Feuerbach gemeinsame Sache gemacht. Zudem tauchen zwei Vereinsnamen vor dem Punktspielstart am Sonntag gänzlich neu auf: Lawine Raichberg Ost und FC Reka Stuttgart. Wer beziehungsweise was verbirgt sich dahinter?

 

Eher wie ein Schneeflöckchen anstatt einer Lawine präsentierte sich der Verein aus dem Stuttgarter Osten im ersten Pflichtspiel seiner Vereinsgeschichte, am vergangenen Wochenende im Bezirkspokal gegen den SV Sillenbuch II. Mit 2:14 wurde der Neuling überrollt. „Wir wussten ja überhaupt nicht, wo wir stehen“, sagt Jan-Igor Petz, Gründungsmitglied, Clubvorsitzender und gleichzeitig auch Kapitän der Mannschaft. Der 28-Jährige spielte unter anderem für den SV Gablenberg, Croatia Stuttgart und zuletzt Türkspor Stuttgart. Mit der Lawine habe er sich einen Kindheitstraum erfüllt, wollte er doch schon immer einen eigenen Verein gründen, wie er sagt.

Ursprung der neuen Truppe ist ein Hobby-Team. Genauer gesagt: das einiger Architekten. Diese treffen sich seit vielen Jahren immer dienstags auf der Hartscholle beim Waldheim Raichberg im Stuttgarter Osten. Über die Jahre sei die Gruppe immer größer geworden, spielten auch schon die Söhne mit, sagt Petz. Vor rund zwei Jahren sei dann lose über eine Vereinsgründung nachgedacht worden. Diese fand heuer endgültig statt, im März. Das jetzige Liga-Aufgebot umfasse „auf dem Papier um die 30 Spieler“, manche aus besagtem Freizeit-Ensemble, manche von außerhalb – sowohl mit als auch ohne Erfahrung in Fußballclubs. Spielertrainer ist Ricardo D’Alleva, ebenfalls eines der Gründungsmitglieder.

„Wir sind eine Multikulti-Truppe, die sich noch finden muss, aber Spaß am Fußball hat“, beschreibt Petz die Ambitionen, die aktuell nicht auf einen bestimmten Tabellenplatz oder gar Titel ausgerichtet sind. Apropos Platz. Der heimische Hartplatz am Raichberg ist im schlechten Zustand und keine Option für die Heimspiele. So sollen diese und das Training – das bislang sehr kurz kam, so Petz – bei Croatia Stuttgart stattfinden, an der neuer Spielstätte des Bezirksligisten auf dem Frauenkopf. Ab wann, ist offen, denn der dortige Umkleidetrakt befindet sich noch im Umbau. Kein Problem jedoch für den Saisonauftakt, da rollt die Lawine auswärts, nämlich beim SV Vaihingen II.

Bleibt noch die Frage, warum eigentlich Lawine? Die Architekten hätten unter dem Namen Lawine Raichberg schon in der Stadtliga gespielt. Nun sei nur noch der Zusatz Ost dazugekommen.

Auch für den zweiten Neuling war der Bezirkspokal ernüchternd. Der FC Reka Stuttgart unterlag zu Hause – das Team spielt auf der Anlage des SSV Zuffenhausen – mit 0:7 gegen den TSV Uhlbach. Nicht unbedingt nach dem Anspruch des Vereins, der bereits im ersten Jahr den Aufstieg anpeilt. Gegründet wurde der Club von fünf Kickern, die ihre Herkunft aus dem Kosovo oder Albanien verbindet. Aber wenn auch der Großteil der Spieler von dort stammt, ist laut den Verantwortlichen jeder Akteur, egal welcher Nationalität, willkommen. Das Team um den 45-jährigen Trainer Agron Bajrami setzt sich unter anderem aus einigen Akteuren von Ilirida Stuttgart sowie den Abwehrspielern Arber Halitjaha und Durim Haklaj zusammen. Beide spielten vergangene Saison noch für den Bezirksligisten Sportvg Feuerbach. Haklaj war sogar über viele Jahre ein fester Bestandteil des „Talkrabben“-Defensivverbunds. Insgesamt stehen für ihn 179 Feuerbach-Spiele zu Buche, 21 davon in der Vorsaison.

Erstmals in der Vereinsgeschichte geht Reka an diesem Sonntag (13 Uhr) auf Punktejagd – und zwar auswärts beim SV Prag Stuttgart II. Jener wie gesagt auch ein Team, das neu dabei ist.

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