Der SV Leonberg/Eltingen hat seine Position im Kampf um den Aufstieg weiter verbessert. Die Mannschaft von Trainer Robert Gitschier feierte mit einem 3:2 beim SV Pattonville im dritten Spiel des Jahres den dritten Erfolg und baute den Vorsprung an der Tabellenspitze auf die Verfolger Germania Bietigheim und TV Aldingen, die sich im direkten Duell mit 0:0 trennten, auf drei Zähler aus – bei noch einem Nachholspiel in der Hinterhand. „Das sind Spiele, die man gewinnen muss, wenn man bis zum Ende oben dabei bleiben will“, meinte Gitschier, der die Moral seiner Elf lobte.
Patrik Hofmann, der ein überragendes Spiel machte, bereitete in der 21. Minute die Führung vor, als er den Ball im Sturmzentrum behauptete und den aufgerückten Julian Häusler mit einem Pass in die Schnittstelle bediente. Glück hatten die Gäste rund zehn Minuten vor der Pause, als ein Pattonviller Spieler bei einem Strafstoß etwas wegrutschte und den Ball neben das Tor setzte. Zuvor war Fabian Hahlgans nach einem Fehler zu ungestüm in einen Zweikampf gegangen. Kurz darauf scheiterten Finley Strahl und Marvin Boateng bei einer Doppelchance am gut reagierenden Pattonviller Schlussmann Karl Birkeneder.
Nachdem Pattonville kurz nach dem Wiederanpfiff die Riesenchance zum 1:1 ausgelassen hatte, erhöhte Patrik Hofmann in der 48. Minute nach einem starken Pass von Joshua Trefz im Nachschuss auf 2:0, nachdem Birkeneder seinen ersten Schuss nach vorne hatte abprallen lassen. „Diese vermeintlich sichere Führung hat dazu geführt, dass wir leider etwas leichtsinnig geworden sind“, bedauerte Gitschier. Innerhalb von drei Minuten nutzten die Gastgeber zwei Abwehrfehler des SV Leonberg/Eltingen zum 2:2-Ausgleich (52., 55.).
In der Folge stabilisierte sich die Abwehr jedoch wieder, und Patrik Hofmann wurde vollends zum Matchwinner: Nach einem Ballverlust von Pattonville am gegnerischen Strafraum startete Pascal Nufer zu einem langen Lauf gegen das aufgerückte Team der Gastgeber. Marco Seufert schlug eine Flanke in den SV-Strafraum, wo Hofmann aus vollem Lauf den Ball per Kopf unter die Querlatte wuchtete (85.). „Unsere individuellen Fehler müssen wir abstellen, aber es gibt viel Gutes, was wir aus dieser Partie mitnehmen können“, lobte Gitschier sein Team.
Spvgg Renningen von der Rolle
Alarmstimmung herrscht dagegen bei Aufsteiger Spvgg Renningen nach der 0:5-Niederlage gegen den TSV Schwieberdingen. „Das war von vorne bis hinten eine Nicht-Leistung. Mit so einem Auftreten haben wir in dieser Liga nichts verloren“, nahm Trainer Marcel Pfeffer kein Blatt vor den Mund. Mit dem 0:5 sei die Mannschaft sogar noch gut bedient gewesen. Dass in Lucas Perez, Sicheii Mulas uns Ronny Bischoff wichtige Spieler krankheits- und berufsbedingt nicht zur Verfügung standen, wollte der Coach nicht als Ausrede gelten lassen.
Die Renninger gerieten nach sechs Minuten in Rückstand, als Giuseppe Masso nach einem Ballverlust das 1:0 für den TSV Schwieberdingen besorgte. „Nach dem gleichen Muster sind auch alle weiteren Tore gefallen. „Wir spielen Bälle in verbotene Zonen und der Gegner schaltet schnell um“, monierte Pfeffer. Nach dem 0:3-Halbzeitstand durch einen Doppelschlag (30., 32.) und einer Kabinenpredigt des Trainers kassierten die Gastgeber mit dem ersten Angriff der Schwieberdinger nach weniger als einer Minute das 0:4 durch Giuseppe Masso, der mit seinem dritten Treffer (67.) auch für das Endergebnis zuständig war. „So können wir nicht weitermachen. Wir werden eine Nacht schlafen und über die Ereignisse reden, dann liegt es an mir, die richtigen Schlüsse zu ziehen“, meinte Marcel Pfeffer vielsagend.
TSV Merklingen mit Chancenwucher
Wieder näher am Abstiegsgeschehen ist der TSV Merklingen nach der 2:4-Niederlage beim Tabellennachbarn FSV 08 Bietigheim-Bissingen II. „Wir haben einen unglaublichen Chancenwucher betrieben. Dzanan Mehicevic und ich hätten einen Hattrick machen können“, meinte Spielertrainer Gianluca Crepaldi selbstkritisch. Seine Mannschaft hatte die erste Halbzeit beherrscht und mit der 1:0-Führung durch Emanuel Garcia nach einer schönen Einzelleistung einen Start nach Maß gehabt (9.). Statt mit einem 4:0-Vorsprung in die Pause zu gehen, überboten sich die TSV-Akteure im Auslassen von Chancen – selbst in 1:1-Situationen.
Auch nach der Pause hatten die Merklinger gegen die von Vierer- auf Dreierkette umgestellte Abwehr der Bietigheimer Chancen auf das zweite Tor. Doch das fiel auf der Gegenseite nach einem Freistoß aus dem Halbfeld und einer Kopfballverlängerung im Strafraum (54.). Nach weiteren vergebenen Möglichkeiten traf Crepaldi nach 73 Minuten zwar zur erneuten Führung für den TSV, der sich dann aber individuelle Fehler in der Abwehr leistete. Die Gastgeber nutzten diese mit drei Treffern (75./84./91.) aus und setzten sich in der Tabelle vor den TSV Merklingen. „An der Chancenverwertung müssen wir dringend arbeiten“, sagte Crepaldi, dessen Team zudem Mehmet Ali Onmaz nach wiederholtem Foulspiel noch mit Gelb-Rot kurz vor Ende des Spiels verlor.