Legt viel Wert auf Disziplin und Intensität in der Verteidigung: Daniel Wahnsiedler wird seine Philosophie ab kommende Saison bei einem anderen Verein anwenden. Foto: Eibner/Lars Neumann
Der VfL Herrenberg aus der Fußball-Bezirksliga Stuttgart/Böblingen muss sich neue Trainer suchen. Das aktuelle Duo mit Daniel Wahnsiedler und Manuel Zug hört zum Saisonende auf.
„Ich hatte vergangene Saison schon überlegt, ob ich noch ein oder zwei Jahre weitermache. Im Laufe des Oktobers habe ich mich intensiver damit auseinandergesetzt, zumal sich bei mir beruflich einiges verändern wird“, erklärt Wahnsiedler. „Ich habe dann abgewogen und entschieden, dass es ein guter Zeitpunkt ist, wenn die Mannschaft ab Sommer 2026 neuen Input bekommt. Manuel und ich haben dann entschieden, dass wir in einen halben Jahr einen sauberen Cut machen“, berichtet der 35-Jährige.
Daniel Wahnsiedler und Manuel Zug wollen Klassenerhalt mit VfL Herrenberg
Der Abschied soll natürlich mit dem Klassenerhalt erfolgen. Nach dem guten Start mit zwei Siegen blieb der runderneuerte Kader mit vielen ehemaligen A-Junioren neun Mal sieglos, die Niederlagen fielen stets knapp aus. Nach dem 8:1-Pokalerfolg in Schönaich fand das Team zurück in die Erfolgsspur und holte zuletzt drei Erfolge hintereinander. Dadurch stehen die Grün-Weißen als Elfter inzwischen auf einem Nichtabstiegsplatz. Allerdings beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang nur zwei Zähler, das Torverhältnis ist mit plus neun aber immerhin sehr positiv.
Im Pokal steht der VfL im Viertelfinale, das im März ausgespielt wird. Die Auslosung hat noch nicht stattgefunden. Ziel ist nun, dass sich Wahnsiedler/Zug mit dem Pott in den Händen verabschieden. „Wir sind maximal motiviert und wollen es nicht schleifen lassen. Die Jungs haben wir bereits vergangene Woche informiert, es funktioniert auch nach dieser Nachricht.“ Und wie – am Sonntag wurde die SpVgg Holzgerlingen mit 5:1 nach Hause geschickt.
Auch Manuel Zug möchte bis zum Saisonende noch Vollgas für den VfL Herrenberg geben. Foto: Eibner/Andreas Ulmer
Wahnsiedler, der beim VfB Stuttgart in der Jugend gespielt und nach mehreren Kreuzbandrissen seine Laufbahn bereits im Alter von 19 Jahren beendet hat, war es in den vergangenen dreieinhalb Jahren wichtig, dass die Herrenberger mit Disziplin und Intensität verteidigen. „Das bedeutet, dass viel Laufarbeit notwendig ist, um die Abstände klein zu halten“, so der Übungsleiter, der einst mit dem Ziel Aufstieg in die Landesliga angefangen hatte. „Bei Ballbesitz will ich, dass viel spielerisch gelöst wird.“
Seine Philosophie musste er immer wieder neuen Akteuren erklären. „Von 2022/2023 sind nicht mehr so viele Leute übrig. Teilweise war es eine von uns angestoßene Fluktuation, teils hatten sie andere Pläne. Wichtig war mir, dass die Außendarstellung stimmt.“ Auf seine Schützlinge lässt er nichts kommen. „Das ist eine coole Truppe, die auch außerhalb des Platzes viel miteinander unternimmt und Spaß hat.“
Diese wird nach der letzten Partie am 7. Juni beim VfL Oberjettingen Daniel Wahnsiedler und Manuel Zug verabschieden müssen. Die Abteilungsleitung beim VfL Herrenberg will bis zum Start der Rückrunde am 1. März einen Nachfolger präsentieren, erste Gespräche fanden bereits statt.