Fußball Bezirksliga Das Derby beim Aufsteiger als Spitzenspiel
Der TSV Münchingen ist in der Fußball-Bezirksliga beim TSV Heimsheim zu Gast. Das 20:0 des SV Kornwestheim über den TV Pflugfelden sorgt für Gespräche.
Der TSV Münchingen ist in der Fußball-Bezirksliga beim TSV Heimsheim zu Gast. Das 20:0 des SV Kornwestheim über den TV Pflugfelden sorgt für Gespräche.
Der TSV Münchingen ist gleich zum Beginn der Rückrunde maximal gefordert: Eine Woche nach dem 4:3-Heimsieg im Derby gegen den TSV Merklingen muss der Klassenprimus an diesem Sonntag (14.30 Uhr) im Duell der starken Aufsteiger beim TSV Heimsheim ran.
Die Freude darüber ist auf beiden Seiten groß. „Es ist das Duell der offensivstärksten Mannschaften der Liga. Wir kennen uns aus zahlreichen Duellen gut. Auch diesmal wird es wieder ein enges Match“, prognostiziert Münchingen-Coach Sahin Üste. Mit einem Unentschieden rechnet er nicht: „Wir spielen auf einem engen Platz, da wird es rauf und runter gehen und Torchancen im Minutentakt geben“, prophezeit Üste.
Auch Heimsheims Trainer Oliver Kudera rechnet mit einem Spiel auf Augenhöhe. „Münchingen hat viele Routiniers in seinen Reihen, die gerne zocken. Wir werden versuchen, mit Laufbereitschaft und Fitness dagegen zu halten“, verspricht er. Den Fitnesszustand seiner Elf hält er für einen Trumpf. „Wir haben eine tolle Vorbereitung mit langen Trainingseinheiten machen können, bei denen alle ans Maximum gehen mussten und fitnesstechnisch einen Sprung nach vorn gemacht haben“, freut er sich. 18 bis 20 Akteure hatte er regelmäßig im Training, teilweise standen 24 Spieler auf dem Platz.
Die Generalprobe ist geglückt: Gegen den Pforzheimer Kreisligisten FV Öschelbronn gab es am Sonntag einen 5:0-Sieg, zuvor hatte es ebenfalls klare Erfolge gegen die Spvgg Renningen (8:1) und den SV Neuhausen (4:1), gegeben, der ebenfalls in der Kreisliga Pforzheim spielt. „Öschelbronn sollte für uns so etwas wie eine Blaupause für Münchingen sein“, erklärt Kudera, „die Mannschaft ist Dritter in ihrer Liga, ebenfalls sehr spielstark und unangenehm zu bespielen“. Allzu hoch dürfe man das Ergebnis aber nicht hängen, da der Gegner erst später in den Spielbetrieb einsteige und entsprechend noch nicht auf Fitnesslevel gewesen sei.
Im Hinspiel gab es einen 3:2-Erfolg für den TSV Münchingen, der auch beide Duelle in der vergangenen Saison in der Kreisliga A (2:1, 3:0) für sich entschieden hatte. Auch im Bezirkspokal hatten die Münchinger das bessere Ende für sich, als sie sich nach einem 2:2 nach regulärer Spielzeit mit 6:4 im Elfmeterschießen durchsetzen konnten. „Das Hinspiel würde ich gar nicht so hoch bewerten, da haben bei uns fünf Stammspieler gefehlt“, erinnert sich der Heimsheimer Coach, der diesmal personell nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Neuzugang Robin Kuhn, der von der Spvgg Weil der Stadt kam, ist verhindert, Maik Selenka und Alessandro de Marco liegen mit Grippe flach. „Das muss uns aber egal sein. Wir haben ein Heimspiel, und das wollen wir gewinnen“, stellt Kudera klar.
Münchingens Coach Üste hat personell eine etwas größere Auswahl als zum Rückrundenstart: Wissem Aouadi und Dany Abdul-Karim stehen wieder zur Verfügung. Kleine Fragezeichen stehen dafür hinter dem leicht erkrankten Egonit Avduli und Neuzugang Adrian Kuka, der Vater geworden ist. „Wir treten mit breiter Brust an, die Jungs haben Bock“, kündigt Üste an und prophezeit, dass angesichts der beiden offensivstarken Angriffsreihen die Mannschaft mit der stabileren Defensive gewinnen werde.
Im ersten Heimspiel der Rückrunde erwartet der TSV Merklingen an diesem Sonntag (14.30 Uhr) den FSV 08 Bietigheim-Bissingen II, der mit einem 2:2 gegen Phönix Lomersheim in die Rückrunde gestartet ist. „Wir wollen unbedingt den ersten Rückrunden-Dreier, um den Abstand nach unten zu wahren“, gibt Trainer Uwe Eberhard als Parole aus.
Allerdings wisse man nie, mit welchem Personal zweite Mannschaften von höherklassigen Clubs antreten würden. Er selbst muss weiterhin auf die verletzten Fabian Heim (Bänderverletzung), Alexander Kurz (Kniefraktur) und Melvin Schöll (Armbruch) sowie die privat verhinderten Adis Krak sowie René Renz verzichten.
Ein Thema bei allen Bezirksligisten war am vergangenen Wochenende neben den eigenen Spielen vor allem das 20:0 des SV Salamander Kornwestheim gegen das Kellerkind TV Pflugfelden. Auch wenn der letztjährige Landesligist, der in der Winterpause mehr oder weniger den kompletten Kader sowie den Trainer ausgetauscht hat, schon in der Hinrunde einige deftige Niederlagen hinnehmen musste, stellt so ein Ergebnis eine neue Dimension dar.
Das Wort Wettbewerbsverzerrung nimmt allerdings keiner in den Mund. „Die Spieler können am wenigsten dafür. Der TV Pflugfelden will vermutlich den Spielbetrieb aufrechterhalten, aber mit solchen Ergebnissen ist keinem geholfen“, sagt Münchingens Coach Sahin Üste. Die jungen Akteure würden sich wahrscheinlich in der Bezirksliga bewähren wollen, seien aber in der Kreisliga besser aufgehoben, glaubt Üste.
Auch Heimsheims Coach Kudera hat eher Mitleid mit den Beteiligten beim TV Pflugfelden und rechnet nicht mit einer Wettbewerbsverzerrung. „Alle Teams haben ja die Möglichkeit, ihr Torverhältnis gegen den TVP aufzubessern, wenn sich nichts verändert“, sagt er. Problematisch könne es nach seiner Einschätzung nach nur werden, wenn der Verein – was straflos möglich ist – zweimal nicht zu Spielen antritt, die dann lediglich mit 3:0 gewertet würden. „Wenn das gegen Vereine passiert, bei denen es am Ende um Auf- oder Abstieg wegen des Torverhältnisses geht, kann das natürlich zu Diskussionen führen“, erklärt er.
Merklingens Coach Uwe Eberhard hofft ebenfalls, dass der TV Pflugfelden die Rückrunde durchhält. „Wir spielen im April gegen sie, wo am Osterwochenende Pause ist und wir einmal spielfrei sind. Wenn dann das Pflugfelden-Spiel auch noch ausfällt, haben wir drei Wochen Pause am Stück und müssten fast noch einmal eine kleine Saisonvorbereitung machen“, sagt er.