Fußball Bezirksliga Der SV Leonberg/Eltingen weiß, wie Derby geht

Der Kapitän macht klar Schiff: Marco Seufert (Mi.), der Spielführer des SV Leonberg/Eltingen, trifft in der Nachspielzeit zum 2:0 gegen den TSV Münchingen. Foto: Andreas Gorr

In der Fußball-Bezirksliga feiert der SV Perouse durch einen späten Treffer den ersten Sieg. Der TSV Münchingen und der TSV Merklingen warten darauf noch – und der SV Leonberg/Eltingen freut sich aufs Topspiel.

Trainer Ahmet Yenisen hatte eine einfache Erklärung, warum sein TSV Münchingen im Derby gegen den SV Leonberg/Eltingen mit 0:2 als Verlierer vom Platz ging: „Der Gegner hat das Derby gelebt, wir nicht.“ Tatsächlich gewannen die Gäste von Beginn an deutlich mehr Zweikämpfe und hätten in der ersten Halbzeit schon in Führung gehen können. Drei Großchancen ließen sie jedoch liegen, weil Münchingens Keeper Florian Reichert stark reagierte oder weil der letzte Pass nicht sauber genug gespielt wurde. Eine große Möglichkeit ließ allerdings auch Lukas Tschentscher für den TSV liegen, als er allein auf SV-Schlussmann Kim Witte zulief, jedoch viel zu überhastet abschloss und den Ball neben das Tor setzte.

 

In der zweiten Hälfte versuchten es die Gäste mehr mit langen Bällen und kamen so häufig hinter die Kette des SV. Einen langen Ball verwertete der eingewechselte Finley Strahl zur Führung: Mit einem schnellen ersten Kontakt kam er vor den TSV-Verteidiger und traf aus 20 Metern. In der Folge hatte die Defensive der Gäste nicht viel Mühe, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Nur einmal musste Schlussmann Kim Witte eingreifen, als er einen Schuss von Nikola Prkacin aus zwölf Metern glänzend parierte und auch beim Nachschuss auf dem Posten war.

In der Nachspielzeit sorgte SV-Kapitän Marco Seufert für den 2:0-Endstand, nachdem TSV-Keeper Reichert seine Abwehr mit einem unsauberen Pass unter Druck gesetzt hatte. In die Freude beim SV über die gelungene Generalprobe vor dem Duell gegen den Tabellenzweiten und Aufstiegsfavoriten Croatia Bietigheim am Wochenende mischte sich als Wermutstropfen die Rippenprellung von Stürmer Patrik Hofmann, die zu seiner Auswechslung schon in der ersten Halbzeit führte. „Wir müssen abwarten, ob er bis zum nächsten Sonntag wieder ganz fit wird“, meinte SV-Trainer Benjamin Schäffer.

Große Emotionen beim SV Perouse

Erkan Kilic hat schon einige Jahre als Trainer auf dem Buckel und neigt normalerweise nicht zu spontanen Gefühlsausbrüchen. Doch nach dem 3:2-Siegtreffer durch den 15 Minuten zuvor eingewechselten Altin Maliqi in der Nachspielzeit hielt es den Trainer des SV Perouse nicht an der Seitenlinie. Wie entfesselt sprang und hüpfte er auf dem Spielfeld herum. „Der Sieg war so was von verdient, wir hatten in den letzten zehn Minuten Topchancen im Minutentakt“, erklärte Kilic seinen Gefühlsausbruch.

Doch Gäste-Keeper Willi Saubert zeigte mehrere „Wahnsinnsparaden“ (Kilic), und als er einmal geschlagen war, rettete ein Verteidiger auf der Torlinie. Gegen den Kopfball von Maliqi am langen Pfosten nach einer Ecke war jedoch auch er machtlos. „Genau deswegen hatte ich ihn eingewechselt“, freute sich Kilic. Dass es so spannend wurde, lag daran, dass Perouse zu wenig aus seinem dominanten Ballbesitzspiel machte. Die Gastgeber mussten sogar einem frühen Rückstand hinterherlaufen, nachdem ein Fernschuss von Ciro Palmieri immer länger wurde und sich der Ball über SV-Torhüter Erblin Mehana gesenkt hatte (6.). Stamatis Sideris (19.) und Sermin Zekjiri (31.) drehten den Rückstand zwar in eine 2:1-Pausenführung, doch nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung kamen die Gäste schon in der 48. Minute zum 2:2-Ausgleich, der bis in die Nachspielzeit Bestand hatte.

Harte Einheiten beim TSV Merklingen

Die zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel musste der Aufsteiger TSV Merklingen beim 2:3 beim Mitaufsteiger TASV Hessigheim hinnehmen. Merklingen gelang zwar nach einem Abwehrfehler der Gastgeber bereits nach zwei Minuten die 1:0-Führung durch Dzanan Mehicevic, doch drei Defensivpatzer führten letztendlich zur Niederlage. „Bei allen drei Gegentoren haben wir nicht zwingend genug verteidigt“, monierte TSV-Trainer Gianluca Crepaldi. Vor dem 1:1-Ausgleich (45.) gewannen die Gastgeber ein Kopfballduell bei 1:3-Unterzahl. Das 2:1 (56.) fiel, weil die Merklinger den Ball nach einem Angriff im eigenen Strafraum nicht geklärt bekamen.

Ioannis Savvoulidis gelang zwar noch der 2:2-Ausgleich (67.), doch nur sieben Minuten später führte ein weiterer Abwehrfehler zum 3:2 und dem finalen K. o. „Diese schnelle Antwort von Hessigheim hat uns das Genick gebrochen“, meinte Crepaldi, der jedoch die Ursache für die zweite Niederlage genau kennt: „Unsere Spieler auf der Sechser-Position sind nach Urlaub beziehungsweise Verletzung noch nicht wieder fit“, meinte er und kündigte für die kommende Trainingswoche „eine harte Einheit“ an.

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