Fußball Bezirksliga Der Trainer-Effekt beim TSV Merklingen bleibt aus

TSV-Stürmer Ioannis Savvoulidis (li.) konnte den starken Kornwestheimer Torhüter Steffen Scheck nur einmal überwinden – am Ende unterlagen die Merklinger mit 2:4. Foto: Baumann

Der Fußball-Bezirksligist unterliegt im ersten Spiel mit dem neuen Coach Thorsten Talmon in Kornwestheim mit 2:4. Spitzenreiter SV Leonberg/Eltingen muss mit Remis beim Kellerkind Lomersheim leben.

Der erhoffte Effekt ist ausgeblieben. Auch nach der Verpflichtung von Thorsten Talmon als Trainer beim TSV Merklingen für die letzten acht Saisonspiele hat sich der Negativtrend fortgesetzt. Der TSV unterlag beim SV Salamander Kornwestheim mit 2:4 (1:2) und kassierte die vierte Niederlage auf dem Rasen in Folge, die nur durch den Sieg am grünen Tisch durch das Nichtantreten von Dersim Sport Ludwigsburg unterbrochen wurde. Damit fielen die Merklinger in der Tabelle auf den Relegationsplatz zurück und sind punktgleich mit dem Letzten.

 

„Uns hat vielleicht ein Quäntchen Glück, aber auch die letzte Konsequenz in Abwehr und Angriff gefehlt“, lautete die Analyse von Neu-Coach Talmon. Seine Elf hatte in der Anfangsphase gute Schusschancen, brachte aber auch aus sechs Metern den Ball nicht im Kornwestheimer Gehäuse unter. Die notwendige Entschlossenheit ließen die TSV-Akteure nach zwei Eckbällen auch in der Defensive vermissen: Micha-Colin Läubin (13.) und Tobias Oesterwinter (31.) konnten sich zweimal problemlos durchsetzen, Kornwestheim führte 2:0.

Immerhin gelang Ioannis Savvoulidis kurz vor dem Halbzeitpfiff nach schönem Pass in einer 1:1-Situation der 2:1-Anschlusstreffer. Talmon mahnte in der Pausenansprache eine konsequentere Verteidigung an und musste aber mit ansehen, wie Sandro Freitas 40 Sekunden nach dem Wiederanpfiff auf 3:1 erhöhte. „Da haben wir das Momentum völlig unnötig aus der Hand gegeben“, monierte Talmon. Den möglichen 3:2-Anschlusstreffer vergaben die Gäste, als sie aus drei Metern SVK-Keeper Steffen Scheck anschossen. Stattdessen mussten sie nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung auch noch das 1:4 (73.) hinnehmen.

Der neue Trainer Thorsten Talmon (re.) sah trotz der Niederlage auch Positives beim TSV. Foto: Baumann

Dzanan Mehicevic verkürzte mit seinem 14. Saisontreffer fünf Minuten vor Schluss auf 2:4. Zum Punktgewinn reichte es aber nicht mehr, weil Scheck erst einen 20 Meter-Schuss aus dem Winkel fischte und ein Kopfball aus drei Metern nach dem folgenden Eckball zu zentral geriet. „Ich habe dennoch viele gute Dinge gesehen“, hielt Talmon die Hoffnung weiter hoch.

SV Leonberg/Eltingen patzt kurz vor Schluss

Nur zu einem 2:2 beim Kellerkind Phönix Lomersheim kam Tabellenführer SV Leonberg/Eltingen, dessen Vorsprung auf den Verfolger TASV Hessigheim auf vier Punkte schmolz. „Hier tun wir uns oft schwer, in den vergangenen beiden Jahren hatten wir in Lomersheim auch nicht gewonnen“, erklärte SV-Trainer Robert Gitschier. Gegen tief stehenden Gastgeber brachte Finley Strahl seine Farben nach einer schönen Kombination über Joshua Trefz und Patrik Hofmann mit 1:0 in Führung (18.). In der Folge wurde der SV jedoch passiv und ließ eine ganze Serie von Eckbällen zu, beim sechsten glich Julius Stotz per Kopf schließlich aus.

Doppelpacker für den SV in Lomersheim: Finlay Strahl /3. v. re.) Foto: Andreas Gorr

Wie schon so häufig in dieser Saison ließen sich die Leonberger aber von einem Gegentor nicht beeindrucken und kamen in der 43. Minute durchs Strahls sechsten Saisontreffer nach einem Abpraller zur erneuten Führung. Einen Hattrick verpasste der Offensivmann, als er Mitte der zweiten Hälfte in einer 1:1-Situation an Phönix-Keeper Yannik Jensen scheiterte. Das sollte sich rächen: Die engagierten Lomersheimer profitierten neun Minuten vor Schluss von einem Abwehrfehler zweier SV-Akteure, die sich mangels Absprache gegenseitig behinderten und kamen durch Pascal Beisteiner zum 2:2-Ausgleich. „Das war natürlich extrem unglücklich, aber dafür treffen wir am Donnerstag in Hessigheim auf genau den richtigen Gegner für eine Wiedergutmachung“, freute sich Gitschier auf das Gipfeltreffen beim Tabellenzweiten.

Spvgg Renningen geht bitter unter

Für das Schlusslicht Spvgg Renningen war die Partie beim Kellerkind SV Pattonville eigentlich fast die letzte Chance, das Steuer im Kampf um den Klassenverbleib noch einmal herumzureißen. Doch am Ende stand eine 0:5-Klatsche für den Aufsteiger, die nach Ansicht von Spvgg-Trainer Marcel Pfeffer die Kräfteverhältnisse durchaus widerspiegelte. Dem 0:1 in der 7. Minute per Strafstoß durch Daniel Gelt ging ein unnötiges Foul von Stürmer Kaan Ekmen im eigenen Strafraum voraus. Vor dem 0:2 rutschte Lucas Peres nach einem langen Ball aus. Die Chance, ins Spiel zurückzufinden, vergab Noa Geiger, der SV-Keeper Jan Moor nach einem langen Ball schon ausgespielt hatte, den Ball aber an den Pfosten setzte.

Spvgg-Trainer Marcel Pfeffer: Letzte Chance gegen den VfB Neckarrems Foto: Andreas Gorr

Pech kam hinzu, als in der 34. Minute ein Schuss von Tobias Uhse aus 20 Metern unglücklich zum 0:3 abgefälscht wurde. Und als Daniel Gelt Sekunden vor dem Halbzeitpfiff einen Freistoß aus 20 Metern in die Maschen des Renninger Tores zum 4:0 zirkelte, ging es für die Spvgg in der zweiten Hälfte nur noch um Schadensbegrenzung.

Die gelang über weite Strecken, auch wenn Christian Schneider in der 83. Minute nach einem Frustfoul die Rote Karte sah und die Gastgeber in der Nachspielzeit noch zum 5:0-Endstand trafen. „Nach dem 0:1 war es schwer für uns“, räumte Coach Pfeffer ein, der am Mittwochabend im Heimspiel gegen den kriselnden VfB Neckarrems „die allerletzte Chance“ sieht, im Abstiegskampf noch etwas zu bewegen.

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