Den umgekehrten Weg des VfB Stuttgart ist der TSV Münchingen in der Fußball-Bezirksliga gegangen. Während sich der Fußball-Bundesligist nach Rang 16 im Vorjahr um 14 Tabellenplätze auf Rang zwei verbesserte, verschlechterte sich der TSV Münchingen nach dem Abgang zahlreicher etablierter Kräfte von Rang drei auf Platz 14 und steht somit zwei Spieltage vor Saisonende als Absteiger fest. Es herrscht Schweigen im Club, vom TSV war bis Sonntagabend niemand zu erreichen.
Ausschlaggebend war nicht nur die eigene 0:4-Niederlage bei Meister und Pokalsieger Croatia Bietigheim, sondern auch die Ergebnisse der Abstiegskonkurrenten. Der Tabellennachbar FC Marbach gewann beim SV Leonberg/Eltingen mit 4:3, der FSV 08 Bietigheim-Bissingen II holte beim 1:1 gegen Phönix Lomersheim einen Zähler. Den Rückstand von vier Zählern auf die beiden Teams kann der TSV nicht mehr aufholen, da er am nächsten Wochenende spielfrei ist und am letzten Spieltag beim VfB Neckarrems maximal drei Punkte holen kann.
Beim in der Rückrunde verlustpunktfreien Meister und Pokalsieger Croatia Bietigheim war der TSV Münchingen chancenlos. Bereits zur Pause stand das 4:0 fest. Torjäger Zvonimir Zivic hatte die Hausherren nach 14 Minuten mit seinem 21. Saisontreffer in Führung gebracht, Anton Zovko nach 27 Minuten per Strafstoß auf 2:0 erhöht. Ein Doppelschlag mit Zovkos zweitem Treffer (44.) und Mladen Panic (45.) führten zum 4:0. TSV-Coach Ahmet Yenisen versuchte es in der zweiten Hälfte mit vier neuen Akteuren, doch es gab keine Wende mehr.
Aufregung beim SV Leonberg/Eltingen
Der FC Marbach lieferte sich ein hitziges Duell mit dem SV Leonberg/Eltingen. „Beide Teams haben die Partie ernstgenommen“, meinte SV-Trainer Benjamin Schäffer. Julian Häuslers 1:0 nach einer schönen Einzelleistung (13.) glichen die Gäste in der 24. Minute aus, als ein langer Abschlag von SV-Torhüter Kim Witte postwendend zurückkam und die Defensive zu offen stand. Vier Minuten später sorgte Finley Strahl für die erneute Führung, als er nach einem Steckpass seine Tempovorteile ausspielte. Zur Pause lag der FC Marbach vorne, weil Tim Scheuerle (32.) und Savas Kara (38.) nach zwei Freistößen mit Wucht Witte per Kopf überwanden. „Über die Fouls, die zu den Freistößen geführt haben, kann man streiten“, meinte Schäffer.
Hitzig wurde es nach dem 3:3-Ausgleich in der 70. Minute: Nach einem Zweikampf blieb ein Marbacher Spieler im eigenen Strafraum liegen, die FC-Akteure forderten die Gastgeber auf, den Ball ins Aus zu spielen. Ennio Ohmes, der dies offenbar nicht gehört hatte, schlug eine Flanke in Richtung FC-Tor, die sich zum 3:3 im langen Eck senkte. Wüste Beschimpfungen von Marbacher Seite waren die Folge. Am Ende beruhigten sich die Gemüter wieder, da offenbar der Fußballgott seine Hände im Spiel hatte: Der SV vergab zweimal die Chance zur Führung, nach einem Pfostentreffer von Ohmes schoss Manuel Wörner im Gegenzug den FC in der Schlussminute zum 4:3-Auswärtssieg.
TSV Merklingen: Vier Treffer in 15 Minuten
Wie im Hinspiel ergatterte der TSV Merklingen gegen den Zweiten TV Aldingen mit einem 2:2 erneut einen Zähler und ist neben Croatia Bietigheim und dem SV Leonberg/Eltingen die dritte Mannschaft, die gegen Aldingen in beiden Begegnungen punktete. Die Leistung ist umso höher einzuschätzen, da Trainer Gianluca Crepaldi drei A-Jugendliche für seinen personell eng gestrickten Kader aufbieten musste, von denen einer über 90 Minuten spielte.
Alle vier Treffer der Partie fielen innerhalb von 15 Minuten, nachdem ein Treffer von Felix Laure in der ersten Hälfte wegen Abseits nicht anerkannt worden war. Dzanan Mehicevic brachte die Gastgeber mit einer schönen Einzelleistung nach 62 Minuten in Führung, nachdem er im Strafraum drei Gegenspieler aussteigen ließ. Doch der TV Aldingen schlug innerhalb von zwei Minuten zweimal nach demselben Muster zurück: Zwei Fernschüsse konnte Zelijko Belecan nur mit Mühe parieren, den ersten Abpraller verwertete Simon Pfitzer zum 1:1 (66.), den zweiten Jannis Seibold zum 1:2 (67.).
Der TSV Merklingen presste in der Schlussphase daraufhin noch höher und wurde in der 77. Minute belohnt: Mehicevic stocherte den Ball nach einer unübersichtlichen Situation zum 2:2 über die Linie – sein 17. Saisontor. In der Schlussphase waren die Merklinger dem dritten Treffer näher als die Gäste, doch es blieb bei der Punkteteilung.