Spielertrainer Gianluca Crepaldi (Mi.) wirft sein gesamtes fußballerisches Können in die Waagschale – am Ende unterliegt der TSV Merklingen jedoch dem TSV Phönix Lomersheim. Foto: Andreas Gorr
Das Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga siegt nach vier Niederlagen mit 2:0 beim TSV Nussdorf. Der TSV Merklingen steckt nach einer unnötigen 0:1-Heimniederlage wieder dick im Abstiegskampf.
Henning Maak
31.03.2025 - 11:14 Uhr
Nach vier zum Teil deftigen Niederlagen hat die Spvgg Renningen am Sonntag ein Lebenszeichen gesendet. Der Aufsteiger gewann das Kellerduell beim TSV Nussdorf 2:0 (1:0). Damit bleibt das Team zwar Tabellenletzter, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt aber nur noch drei Punkte. „Der Mannschaft sind nach der Partie schon ein paar Steine vom Herzen gefallen, der Sieg war überlebenswichtig“, meinte Spvgg-Trainer Marcel Pfeffer, der den Erfolg nicht zu hoch hängen wollte.
Der Coach hatte nach zwei 0:5-Pleiten in Folge intensive Gespräche angekündigt. „Eine Stunde hat die Mannschaft sich auch ohne Trainer ausgesprochen“, verriet Pfeffer, der aber auch die vier Niederlagen in diesem Jahr einzuordnen wusste: Ganz bitter war nur das 0:1 auf eigenem Platz gegen den FC Marbach, bei den übrigen drei Niederlagen waren Teams aus den Top Vier die Gegner. „Allerdings kommt es bei einer Niederlage gegen ein Topteam auch immer auf die Art und Weise an“, stellte Pfeffer aber klar.
Ein Mosaikstein für den Erfolg war die Reaktivierung von Christian Schneider, der zuletzt in der Ü 32 gekickt hatte. „Er ist ein sehr kommunikativer Typ und hat die Abwehr mit seinem überragenden Stellungsspiel zusammengehalten“, lobte Pfeffer den Innenverteidiger, der vor allem in der zweiten Halbzeit zum Turm in der Schlacht wurde. Nussdorf schlug mit Windunterstützung zahlreiche Flanken in den Spvgg-Strafraum, die jedoch nur zweimal ansatzweise für Gefahr vor dem Renninger Tor sorgten.
Ekmen und Dietrich treffen
In der ersten Halbzeit hatten die Gäste die Begegnung mit der entsprechenden Windunterstützung dominiert, Nussdorf hatte keinen einzigen Torschuss zu verzeichnen. Kaan Ekmen aus spitzem Winkel und Felix Dietrich, der am stark reagierenden Keeper der Gastgeber scheiterte, hatten die 1:0-Führung auf dem Fuß, die vier Minuten vor der Pause Realität wurde: Noa Geiger legte das Spielgerät nach einem langen Diagonalball für Kaan Ekmen auf, der den Ball aus sieben Metern zur umjubelten Führung über die Linie brachte. Acht Minuten nach der Pause nutzte Renningen eine Umschaltsituation zum 2:0, als Ekmen Felix Dietrich bediente, der aus 14 Metern vollendete. „Die fußballerische Komponente war auf diesem Platz nicht sehr hoch“, meinte Pfeffer – was sich aber nach einem Auswärts-Dreier sicher verschmerzen lässt.
Defensive patzt beim TSV Merklingen
„Wir sind hinten einfach zu schlecht“, kommentierte der resignierte Gianluca Crepaldi die 0:1-Heimniederlage des TSV Merklingen gegen den TSV Phönix Lomersheim, der damit die Merklinger in der Tabelle überholte und auf den Relegationsrang rutschen ließ. Es war die dritte Niederlage in Folge, die Coach Crepaldi unter der Rubrik „unnötig“ einsortiert. „Es war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel, aber ein Abwehr-Bock unterläuft uns halt immer“, bedauerte er.
Gewühl im Strafraum: Der Merklinger Dzanan Mehicevic (2. v. li.) kämpft gegen drei. Foto: Andreas Gorr
Es war die 85. Minute, als ein langer Ball von TSV-Keeper Zelijko Belecan direkt in den Füßen eines Phönix-Mittelfeldakteurs landete. Dieser bediente mit einem schönen Pass über 40 Meter einen Mitspieler, der in den Strafraum zu Tim Dettinger passte, welcher unhaltbar für Belecan zum 0:1 traf. „Da waren wir in der Defensive nicht handlungsschnell genug“, haderte Crepaldi, der in der ersten Halbzeit die einzigen beiden Chancen für seine Elf vergeben hatte. Einen Schuss aus 16 Metern holte der 1,95 Meter große Phönix-Keeper Yannik Jensen aus dem Winkel, eine Direktabnahme von Crepaldi aus zwölf Metern kratzte er von der Linie.
Nach dem Rückstand fehlte Merklingen nach der 3:4-Niederlage im Bezirkspokal-Viertelfinale am Donnerstagabend bei TASV Hessigheim die Kraft, sich noch einmal aufzubäumen. „Ich hoffe, dass Alex Wellert nach seiner Fuß-Operation diese Woche vielleicht noch einmal im Training dabei sein kann und ein paar Ideen für die Abwehr hat“, hofft Crepaldi.
Unverhofft spielfrei war an diesem Wochenende der Tabellenführer SV Leonberg/Eltingen. Gegner VfB Neckarrems hatte über den Verband die Absetzung der Partie beantragt, nachdem der Verein an diesem Wochenende keine Mannschaft stellen konnte und die Suche nach einem Ausweichtermin ergebnislos geblieben war. Die Partie wird nun mit 3:0 für den SV gewertet werden. Die Mannschaft von Trainer Robert Gitschier verteidigt damit den Spitzenplatz.