Fußball Bezirksliga Gianluca Crepaldi wirft sein Handtuch in Merklingen
Der abstiegsbedrohte Fußball-Bezirksligist und der Spielertrainer einigen sich auf eine vorzeitige Trennung – die Suche nach einem Nachfolger läuft.
Der abstiegsbedrohte Fußball-Bezirksligist und der Spielertrainer einigen sich auf eine vorzeitige Trennung – die Suche nach einem Nachfolger läuft.
Eine Patentlösung gibt es wohl nicht. Wenn sich ein Verein und ein Trainer zum Saisonende trennen wollen, stellt sich immer die Frage nach der Kommunikation. Experten raten, die Trennung früh bekannt zu geben, damit alle Beteiligten wissen, woran sie sind. Andererseits besteht in dieser Konstellation die Gefahr, dass der Trainer an Autorität verliert und zur „lame duck“ wird.
Beim Bezirksligisten TSV Merklingen war dies aber nicht das Hauptproblem. Es waren die Ergebnisse, die dazu geführt haben, dass sich Trainer Gianluca Crepaldi und der Verein mit sofortiger Wirkung getrennt haben. Nach vier Niederlagen in der Liga mit dem Abrutschen auf den ersten Abstiegsplatz und dem Aus im Bezirkspokal sahen beide Parteien keine andere Möglichkeit mehr.
„Ich trage zweifelnde Gedanken schon länger mit mir rum und frage mich, welchen Anteil ich an der Negativserie habe“, räumt Crepaldi unumwunden ein. Vielleicht habe er zu viel von der Mannschaft erwartet, vielleicht habe die Zielsetzung, oben mitspielen zu wollen nach Rang vier im Aufstiegsjahr, als Hemmschuh gewirkt.
Überrascht hat die Abteilungsleitung des TSV der Schritt des Trainers nicht. „Wir hatten uns am letzten März-Wochenende nach dem 0:1 gegen Phönix Lomersheim in der Abteilungsleitung zusammengesetzt, wollten aber die Partie in Hessigheim abwarten“, erklärt Pasquale Altavilla, einer der drei Beteiligten. Am Dienstagabend verabschiedete sich Gianluca Crepaldi nach knapp vier Jahren als Trainer von der Mannschaft, die er vor zwei Jahren in die Bezirksliga geführt und die im Vorjahr auf Rang vier gelandet war. „Es war kein leichter Gang, ich hätte mich lieber am Saisonende mit dem Klassenerhalt verabschiedet“, sagt der 34-Jährige, der in der nächsten Saison als spielender Co-Trainer bei der SKV Rutesheim tätig sein wird.
Crepaldi hofft, dass sein Schritt für die Spieler ein Weckruf ist, um ihr Potenzial abzurufen. Dies hatte das TSV-Team in den ersten beiden Rückrundenspielen gegen Pattonville (7:1) und in Neckarrems (1:0) und in den letzten drei Hinrundenspielen, aus denen sieben Punkte geholt wurden, gezeigt. Anschließend folgte jedoch die Negativserie mit fünf Niederlagen in Folge, zuletzt ein 0:5 in Hessigheim.
Mit Crepaldi verlässt auch Alexander Wellert den Club, der sich als Co-Trainer vor allem um die Abwehr gekümmert hatte, wegen einer Fußoperation aber außer Gefecht war. „Das war vielleicht eines unserer Probleme, dass keiner auf der Bank war, der auf das Spiel von außen Einfluss nehmen konnte“, glaubt Altavilla, der Alexander Wellert gerne als Crepaldi-Nachfolger gehalten hätte.
Die Suche nach einem Interims-Nachfolger bis Saisonende laufe auf Hochtouren, betont Altavilla. Uwe Eberhard, der das Team in der neuen Saison übernehmen wird, wolle man ebenso wenig ins kalte Wasser werfen wie die Verantwortung dem spielenden Co-Trainer Kai Woischiski allein zu übertragen. „Wir sind mit einigen Kandidaten in Gesprächen und hoffen, zeitnah unsere Wunschlösung präsentieren zu können“, sagt Altavilla.