Weiter mit in der Spitzengruppe mischt der SV Leonberg/Eltingen nach einem 1:1 im Gipfeltreffen gegen den Vierten TASV Hessigheim. Die Mannschaft von Trainer Robert Gitschier behauptet damit den zweiten Platz dank des besseren Torverhältnisses vor dem VfB Neckarrems. Zwar hatte der SV Leonberg/Eltingen mehr Spielanteile, kam jedoch kaum zu Möglichkeiten. „Wir waren im letzten Drittel nicht clever genug“, bedauerte Coach Gitschier. Finley Strahl traf nach 35 Minuten zum 1:0, als er von der Außenbahn in den Strafraum zog, einen Gegenspieler austanzte und den Ball an TASV-Keeper Tom Reichert vorbei legte.
In der zweiten Hälfte machten die Gäste mehr Druck, benötigten aber eine Standardsituation für den Ausgleich: Einen Freistoß nickte der acht Minuten zuvor eingewechselte Florian Frenkel zum 1:1 (74.) ein. Im Gegenzug ging ein Kopfball von Patrik Hofmann nach einem Freistoß haarscharf über den Querbalken. Hessigheim agierte in der Schlussviertelstunde nach einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl, doch dem SV fehlten die Körner für einen weiteren Treffer.
Im Tabellenkeller bleibt der TSV Merklingen, der aber mit einem Punkt für die Moral vom Gastspiel beim TV Aldingen heimkehrte. Nach 25 Minuten lagen die Merklinger nach drei Abwehrschnitzern mit 0:3 zurück, Trainer Gianluca Crepaldi bat seine Mannen in der Pause nur darum, sich nicht abschlachten zu lassen. Doch am Ende stand ein 3:3, und Kai Woischiski hätte dem Wahnsinn ein I-Tüpfelchen aufsetzen können, doch sein Knaller aus 30 Metern über den Aldinger Schlussmann klatschte an die Querlatte. „Der Punktgewinn fühlt sich für uns trotzdem wie ein Sieg an“, meinte Crepaldi.
TSV Merklingen scheint verloren
Seine Elf kam gut in die Partie und lief die Gastgeber in der Anfangsphase hoch an. Bei einem scharfen Pass von der Grundlinie in den Fünfmeterraum verpassten zwei Merklinger die Führung in den Anfangsminuten. Doch wie so häufig führte ein erster Abwehrfehler zum Rückstand: Nach einem Stellungsfehler stand Simon Pfitzer frei vor TSV-Keeper Zelijko Belecan und überwand diesen per Heber zum 0:1 (8.). „Die folgenden zehn Minuten waren ein Trauerspiel“, meinte Crepaldi. Der Coach hatte vor Diagonalbällen gewarnt – dennoch unterlief Thomas Babel einen dieser Diagonalbälle und ermöglichte Simon Pfitzer seinen zweiten Treffer (18.). Dann passierte Emmanuel Garcia dasselbe Missgeschick auf der anderen Abwehrseite, den Fehler konnte er nur mit einem Foul im Strafraum wettmachen – den Strafstoß verwandelte Dominik Hoffmann zum 3:0 (24.).
3:3 durch Karaer in der Nachspielzeit
Doch in der zweiten Hälfte schaffte der TSV Merklingen ein kaum fassbares Comeback, weil Crepaldi personell umstellte und der TV Aldingen im Gefühl des sicheren Sieges gleich mehrere Gänge zurückschaltete. Ein Doppelschlag brachte die Gäste zurück ins Spiel. Zunächst legte Kai Woischiski den Ball im Strafraum zurück auf Torjäger Dzanan Mehicevic, der seinen achten Saisontreffer markierte (60.). Nur zwei Minuten später eroberte der TSV den Ball im gegnerischen Strafraum nach hohem Pressing, diesmal legte Mehicevic quer auf Thomas Babel, der den 2:3-Anschlusstreffer markierte.
Zum umjubelten Matchwinner für Merklingen wurde Burak Karaer, der in der 55. Minute eingewechselt worden war und in der Nachspielzeit einen Abpraller aus zwölf Metern passgenau neben den Pfosten zum 3:3 einnetzte. „Der Punkt wird uns Auftrieb für die nächsten Spiele geben“, war sich Crepaldi sicher, dessen Team die Rote Laterne an die Spvgg Renningen abgab.
Spvgg Renningen zu wenig Zug zum Tor
Der Aufsteiger kassierte beim VfB Neckarrems eine bittere 0:4-Niederlage. „Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider und ist viel zu hoch“, fand Spvgg-Trainer Marcel Pfeffer. Von Beginn an agierten die Renninger auf Augenhöhe mit dem Tabellendritten. Der 0:1-Rückstand (14.) resultierte aus einer Umschaltsituation, die der kurz zuvor eingewechselten Egzon Krajki zu nutzen wusste. Zweimal hatten die Renninger in der ersten Halbzeit den Torschrei auf den Lippen: Doch ein Schuss von Stamatis Sideris landete an der Latte, und nach einem scharfen Pass von links in den Fünfmeterraum hatte ein VfB-Verteidiger Glück, dass der Ball nach seiner Rettungstat wenige Zentimeter am Pfosten vorbei trudelte.
Auch in der zweiten Hälfte bot sich den Zuschauern der gleiche Spielverlauf: Renningen hatte mehr vom Spiel, aber zu wenig Zug zum Tor. Wie man es besser macht, zeigten die Gastgeber nach 68 Minuten, als sie einen Konter zum 2:0 nutzten. Das Glück war der Spvgg weiter nicht hold, als Quentin Klett abermals die Latte des VfB-Gehäuses traf. Als die Renninger in der Schlussphase ihre Defensive lockerten, kam Neckarrems zu zwei weiteren Kontertoren (87., 89.). Nicht nur das Ergebnis löste bei Pfeffer Gesprächsbedarf aus. „Das Auftreten einiger Spieler hat mir nicht gefallen, so präsentiert sich ein Verein mit diesem Namen nicht“, erklärte der Renninger Trainer.