Fußball – Bezirksliga-Relegation Denkendorf zieht ins Relegationsfinale ein

Denkendorfs Doppeltorschütze Felix Eder steigt hoch, kommt aber nicht an den Ball. Wäschenbeurens Keeper Maximilian Zeller versucht, die Situation zu entschärfen. Foto: Markus Brändli

Die Kreisliga-A-Fußballer des TSV Denkendorf gewinnen das erste Entscheidungsspiel zur Bezirksliga – trotz Chancenwucher – gegen den TSV Wäschenbeuren mit 3:1 nach Verlängerung.

Reporter: Robin Kern (rob)

Als Schiedsrichter Patrick Fischer das Entscheidungsspiel zur Fußball-Bezirksliga zwischen dem TSV Wäschenbeuren und dem TSV Denkendorf (Kreisliga A 1) nach 120 Minuten abpfiff, war auf dem Platz erst einmal nicht ersichtlich, wer diese Partie gewonnen hatte. Die Spieler beider Teams lagen minutenlang auf dem Rasenplatz in Ohmden und mussten nach der hitzigen sowie umkämpften Partie – vor allem aber den heißen Temperaturen geschuldet – erst einmal durchatmen. Dann standen aber die ersten Denkendorfer auf und realisierten, dass sie im Relegationsduell gegen das Team aus der A 3 mit 3:1 (0:1, 1:1, 2:1, 3:1) nach der Verlängerung siegreich waren.

 

„Noch ist nichts erreicht und wir waren alle platt“

„Noch ist nichts erreicht und wir waren alle platt, deswegen war unser Jubel verhalten“, sagte Denkendorfs spielender Co-Trainer Georgios Natsis und ergänzte: „Wir sind einfach nur glücklich, dass wir den ersten Schritt geschafft haben. Ich glaube, dass es ein verdienter Sieg war, weil wir uns mehr Chancen erspielt hatten.“ Dem stimmte Denkendorfs Coach Hendrik-Lars Gil zu: „Wäschenbeuren hat zwar gut dagegengehalten, aber wir haben die Partie spielerisch dominiert. Eigentlich hätten wir schon zur Pause mit zwei, drei Toren führen müssen.“

Die Denkendorfer übernahmen von Beginn an die Kontrolle über die Partie, machten jedoch aus ihrem Übergewicht zu wenig. Die beste Chance hatte Denkendorfs Felix Eder (25.), der sich im Strafraum mit dem Ball am Fuß aber zu viel Zeit ließ und an Wäschenbeurens Keeper Maximilian Zeller scheiterte. Zeller zeigte einige starke Paraden und verhinderte die Denkendorfer Führung ein ums andere Mal. Spielerisch ging beim A-3-Team indes wenig, von einzelnen Kontern mal abgesehen.

Wäschenbeurener Nadelstich sitzt

Dennoch gingen die Wäschenbeurener in der 39. Minute plötzlich in Führung: Nach einem langen Ball lief Wäschenbeurens Sven Lechleitner alleine auf das Tor von Denkendorfs Keeper Dennis Schwarz zu, umkurvte diesen und brachte die grün-weiße Fankurve zum Jubeln. Natsis, der in diese Szene involviert war, wusste auch nicht so ganz genau, wie dieser Treffer zustande kam: „Ich werde zuvor geblockt und meiner Meinung nach, war es ein Foul zuvor, aber da müssen wir die Entscheidung des Schiedsrichters so hinnehmen. Ich weiß aber auch nicht, warum wir dann dahinter so offen waren.“

Die Köpfe ließen die Denkendorfer, die stetig von ihren Fans – darunter auch Handballer des Vereins – angefeuert wurden, aber niemals hängen. Sie spielten auch nach der Pause weiter druckvoll nach vorne. Vor allem Lulzim Zhegrova war auf Außen immer anspielbar, zog oft in den gegnerischen Strafraum und kreierte eine Vielzahl an Möglichkeiten für sein Team – half aber auch hinten immer wieder fleißig aus.

Die Wäschenbeurener Konter waren jedoch weiterhin gefährlich: So hatten die Spieler in den blauen Trikots Glück, dass Wäschenbeurens Patrick Graf in der 49. Minute bei seinem Treffer im Abseits stand. Sieben Minuten später belohnten sich die Denkendorfer dann aber: Nachdem Eder im Strafraum gefoult wurde, trat Stürmer Nico Riccio zum Elfmeter an und verwandelte zum 1:1-Ausgleich.

Danach verflachte die Begegnung aber etwas und trotz einer Trinkpause, in der die Spieler ihre roten Köpfe in Wassereimer an der Seitenlinie steckten, blieben gefährliche Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. So ging es zum Leidwesen aller, die der Hitze ausgesetzt waren, in die Verlängerung.

Denkendorfs Felix Eder trifft in der Verlängerung doppelt

„Wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen“, haderte Natsis. In der Verlängerung stellte der Zweite der A 1 die Weichen dann früh auf Sieg. Nach vier Minuten setzte sich der eingewechselte Lukas Löw auf Außen durch und sah in der Mitte Eder, der zum 2:1 einschob. Die Wäschenbeurener waren daraufhin ebenso platt wie niedergeschlagen, es spielte nur noch Denkendorf. Und es war erneut Eder, der in der 109. Minute den Ball im Strafraum durchgesteckt bekam und zum umjubelten 3:1 traf.

Alles in allem waren die Denkendorfer „mega glücklich“, das Spiel gewonnen zu haben. „Eine tolle Leistung des Teams, sich bei solchen Bedingungen und nach einer langen Saison so reinzuhauen. Wir hatten hinten raus mehr Körner als der Gegner“, betonte Natsis, der den Blick schon auf das Finalspiel am nächsten Sonntag (15.30 Uhr) richtete.

Denkendorf wird dann auf den Sieger des Duells SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang aus der A 2 mit Bezirksligist TSV Berkheim treffen, das am Mittwoch um 18.30 Uhr in Bad Boll angepfiffen wird. Davor atmen die Denkendorfer laut Natsis aber durch – und erholen sich von der Hitzeschlacht.

TSV Wäschenbeuren: Zeller – Schirinzi, Andreas Digel, Marcel Lechleitner, Knab (97. Stich) – Maximilian Digel (76. Eberle), Graf (48. Weidenbach), Klopfer (56. Koch), Außerlechner – Sven Lechleitner.

TSV Denkendorf: Schwarz – Pomor (99. Bublitz), Dunz (26. Ramser), Bytyqi (46. Löw), Piskureck – Natsis, Zahner, Zhegrova, Deuschle (63. Kurz) – Eder, Riccio (87. Ipek).

Schiedsrichter: Patrick Fischer (Herrenberg).

Zuschauer: 800.

Tore: 1:0 Sven Lechleitner (35.), 1:1 Riccio (56.), 1:2 Eder (94.), 1:3 Eder (109.).

Beste Spieler: Zeller, Sven Lechleitner / Zhegrova, Eder, Riccio, Löw.

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