Knapp drei Monate ist es her, dass sie am Schwarzbach Trauer trugen. Das Wettrennen um eines der größten Talente der jüngeren Abteilungsgeschichte des Vereins war verloren. Fabijan Krpan, zahlreich umworbener 20-jähriger Liga-Senkrechtstarter mit 24 Saisontoren, hatte sich für einen Wechsel zum späteren Meister TSV Bernhausen entschieden. Betonung auf „hatte“. Nun kommt plötzlich doch alles ganz anders. „Er hat sich dort nicht so richtig wohl gefühlt“, berichtet der Vaihinger sportliche Leiter Benjamin Schiffner. Vergangene Woche ploppte auf seinem Handy eine ihm bekannte Nummer auf. Am anderen Ende der Leitung: Krpan, und zwar mit einem überraschenden Wunsch – jenem nach einer schnellen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Was folgte, waren ein paar weitere Telefonate. Das Ergebnis: Brandaktuell haben sich beide beteiligten Clubs auf ein „Kommando zurück“ geeinigt. Der beim bisherigen Gegner unterschriebene Vertrag? Ab damit in den Papierkorb.
Auch andere Namen nähren Hoffnungen
Und so ergibt sich für die Mannschaft des Trainers Jeremiah Geywitz ein Kader-Topping, das so unverhofft kommt wie ein Lottogewinn. Der Blitz-Wiedereinsteiger Krpan ist quasi die Kirsche auf der Torte eines aus Schiffners Sicht eh schon höchst interessant aufgestellten Aufgebots. Bereits zuvor war die USA-Rückkehr des Ex-Knipsers David Hug als eigentlicher Krpan-Ersatz festgestanden. Nun also nicht Hug statt Krpan, sondern Hug und Krpan. Hoffnungen nähren aber auch noch ein paar andere Namen.
Zum Beispiel der vom Verletzungspech genesene Kapitän Max Schilling. Oder die starke Saisonvorbereitung eines weiteren Eigengewächses, des A-Jugend-Abwehrrecken Paul Neuner. Oder die Verpflichtung von Lucas Moser. Jenen hat es beruflich bedingt aus Mainz nach Stuttgart verschlagen. Der 29-jährige, laut Schiffner „ein Zwei-Meter-Baum“ mit bayerischen Wurzeln, bringt in der Innenverteidigung Verbandsliga-Erfahrung mit – und ist im Übrigen weder verwandt noch verschwägert mit den bislang schon in Vaihingen kickenden Moser-Brüdern Vincent und Lukas, Letzterer mit „k“.
Was somit drin liegt nach einer zuletzt arg durchwachsenen Runde? Ob die Vaihinger womöglich gar schon wieder reif für ein Vorderplatz-Comeback sind? Da bleibt Schiffner in der wegen der Bezirksreform neu aufgestellten Staffel lieber vorsichtig. „Wir schauen einfach mal. Es wäre blöd, jetzt zu sagen, wir spielen vorne mit, wenn man es mit den neuen Gegnern gar nicht einschätzen kann“, sagt er. Trotz personell guter Vorzeichen. Und trotz Krpan-Coup.
Eckdaten
Zugänge
Filipe Jesus Ferreira (TSV Köngen), David Hug (zurück von USA-Studium und Weltreise), Luca Dorbath (zurück aus den USA), Jonathan Stehle (TSG Tübingen II), Marco Wanes (TuS Metzingen), Lucas Moser (TuS Marienborn), Oliver Gurev, Arbnor Krasniqi (beide Junioren SGV Freiberg), Paul Neuner, Tim Voigt, Tyron Ferrari (alle eigene Junioren).
Abgänge
Flon Ajvazi (TSV Bernhausen), Cedric Bruns (ABV Stuttgart), Julian Naumburger (Umzug wegen Studium), Philipp Nuffer (beruflich bedingter Umzug), Pascal Runge (TSV Musberg), Benedikt Schneider (Omonia GFV Vaihingen).
Trainer
Jeremiah Geywitz (seit Mai 2024).
Spielstätte
Schwarzbachstadion (Dürrlewangstraße 70, 70565 Stuttgart).
Saisonziel
ein einstelliger Tabellenplatz (Platzierung in der vergangenen Saison: 8. Bezirksliga Stuttgart).
Meistertipp
TSV Plattenhardt.
Auftaktspiel
zuhause gegen Spvgg Cannstatt (Sonntag, 18. August, 15 Uhr).