Fußball Bezirksliga Spätes Glück für den TSV Merklingen

Auf und davon: Dzanan Mehicevic (re.) entwischt dem Münchinger Etienne Stadler und erzielt das entscheidende Tor für den TSV Merklingen. Foto: Andreas Gorr

Fußball-Bezirksligist SV Leonbverg/Eltingen setzt sich im Spitzenspiel gegen Croatia Bietigheim verdient mit 3:1 durch. Der TSV Merklingen feiert im Derby den ersten Saisonsieg.

Die Voraussetzungen vor der Partie gegen den Titelfavoriten Croatia Bietigheim waren nicht die besten für den SV Leonberg/Eltingen: Sturmtank Patrik Hofmann musste nach seiner Rippenprellung aus der Vorwoche noch passen, Marco Seufert war unter der Woche im Urlaub und erst am Sonntag wieder zum Team gestoßen. Doch der Kapitän avancierte mit zwei Treffern am Ende zum Matchwinner in einer Partie, die der SV Leonberg/Eltingen über 90 Minuten beherrschte. „Wir waren in jeder Phase hellwach. Unser Matchplan, den Gegner früh anzulaufen, ist voll aufgegangen“, freute sich Trainer Benjamin Schäffer.

 

Die Gastgeber hatten zudem Glück, dass ihnen in beiden Halbzeiten frühe Treffer gelangen. Bereits in der 3. Minute zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt, nachdem Croatia-Keeper Leon Dobler Finley Strahl im eigenen Strafraum zu hart attackiert hatte. Marco Seufert verwandelte den Foulelfmeter sicher zur frühen Führung. „Das hat uns natürlich Kraft gegeben, weiter früh zu attackieren“, meinte Schäffer. Finley Strahl hatte sogar noch vor der Pause die Chance zum 2:0, Croatia war nur bei einem Freistoß aus 18 Metern gefährlich.

Auch in der zweiten Hälfte schockte der SV den Gegner früh: In der 48. Minute nahm Stahl am langen Pfosten den Ball nach einer weiten Flanke volley und traf zum 2:0. Croatia zeigte sich beeindruckt und brachte nach vorne wenig zustande. Es bedurfte einer Standardsituation, um die Begegnung wieder offen zu gestalten: Nico Antoni zirkelte in der 72. Minute einen Freistoß unhaltbar zum 2:1-Anschlusstreffer in die Maschen.

Doch die Gastgeber waren an diesem Tag nicht zu beeindrucken: Nur eine Minute später wuchtete Kapitän Seufert nach einer Ecke den Ball per Kopf zum 3:1-Endstand ins Croatia-Tor. „Danach hat sich der Gegner nicht mehr aufgebäumt“, stellte Coach Schäffer zufrieden fest. Lukas Schramm hätte sogar in der Schlussphase noch auf 4:1 erhöhen können. „Wir haben 70 Prozent aller Zweikämpfe gewonnen. Das war ein Mega-Auftritt von uns und gibt uns das gute Gefühl, dass wir oben mitspielen können“, freute sich Schäffer.

Aufsteiger TSV Merklingen feiert ersten Dreier

Den ersten Sieg im dritten Saisonspiel konnte Aufsteiger TSV Merklingen im Derby gegen den TSV Münchingen feiern. Die Gäste stecken hingegen nach der dritten Niederlage im Tabellenkeller fest. „Wir sind vorne einfach nicht zwingend genug und begehen zu viele mannschaftstaktische Fehler“, bedauerte Münchingens Coach Ahmet Yenisen. Merklingens Trainer Gianluca Crepaldi freute sich hingegen über einen „späten, aber vollauf verdienten Sieg“.

Thomas Babel brachte die Gastgeber nach 37 Minuten in Führung, nachdem Salih Karaman einen langen Ball erlaufen und Münchingens Schlussmann umspielt hatte, den Ball aber an die Strafraumkante zurückspielte, als der Winkel zu spitz wurde. Münchingen glich im Gegenzug nach einem langen Diagonalball aus, weil Pit Gruner bis zum Fünfmeterraum durchgelaufen war und dort aus kurzer Distanz einschieben konnte.

Kai Woischiski brachte Merklingen nach 61 Minuten wieder in Führung: Dzanan Mehicevic hatte einen Pass in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr erlaufen und uneigennützig quer gelegt. Doch die Gäste schnupperten am ersten Punktgewinn, als Marcel Gans fünf Minuten vor Spielende nach einem Eckball zum 2:2 traf. „Eigentlich ging dem aber ein Foul an unserem Torhüter voraus“, monierte Crepaldi. Ärgern musste er sich aber nicht lange, da Mehicevic eine Minute vor dem Abpfiff mit einem schönen Heber von der Strafraumkante zum 3:2 traf. „Das Ärgerliche ist, dass der Treffer nach einem Abschlag von uns gefallen ist“, meinte Yenisen. Crepaldi hingegen befand, dass es „schlimm für die Moral der Mannschaft gewesen wäre“, wenn sie wieder keinen Sieg gelandet hätte.

SV Perouse verschläft eine halbe Stunde

Eine 0:3-Niederlage musste der SV Perouse beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen II hinnehmen. Die Gäste verschliefen die Anfangsphase komplett, das Endergebnis hatte bereits nach 26 Minuten Bestand. „Wir haben erst nach dem 0:3 angefangen, Fußball zu spielen“, kritisierte SV-Trainer Erkan Kilic. Vor dem 0:1 (5.) ließ Perouse einen Pass in die Schnittstelle der Abwehr zu, beim 0:2 (16.) hob ein Innenverteidiger das Abseits auf, sodass zwei FSV-Spieler allein auf das Tor zulaufen konnten. Vor dem dritten Treffer in der 26. Minute waren die Perouser im Mittelfeld zu passiv und ließen drei Passstaffetten in Folge zu.

Dennoch hätten die Gäste zur Pause wieder Hoffnung schöpfen können, doch ein Knaller von Adrian Thaqi landete an der Unterkante der Latte, und einen Kopfball von Altin Maliqi holte der Bietigheimer Keeper grandios aus dem Winkel. In der zweiten Hälfte hatten die Gäste rund 70 Prozent Ballbesitz gegen defensiv lauernde 08er, generierten daraus aber nur zwei echte Torchancen durch Zinedin Latifovic und Dardan Veseli in den letzten zehn Minuten, als die Gastgeber nach einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl waren. „Wir haben im letzten Drittel zu wenig Torgefahr ausgestrahlt, weil wir zu viel durchs Zentrum gespielt haben“, monierte Kilic.

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