„Wir haben die magische Marke von 50 Punkten erreicht“, sagte Alex Thies, Trainer des SV Deckenpfronn, nach dem Sieg über den VfL Herrenberg. Im zweiten Gäu-Derby in der Fußball-Bezirksliga Stuttgart/Böblingen behielt der Türk SV Herrenberg klar die Oberhand beim VfL Oberjettingen.
TV Echterdingen II – SpVgg Holzgerlingen 1:2 (0:0): „Das war die richtige Reaktion“, lobte SpVgg-Trainer Bernd Gluiber. Nach der Pleite in Feuerbach kam Hotze gut in die Partie, verlor in Folge jedoch den Faden. Keeper Finnegan Krohmer hielt seine Vorderleute mit guten Paraden im Spiel. Nach der Pause steigerten sich die Gäste, Max Horn (52., 76.) belohnte sein Team mit einem Doppelpack. Dorde Smiljic (90.+2) konnte nur noch verkürzen. Trotz des Sieges gibt es aber neue Sorgen: Tarek Bahiani (Hüfte), Marco Quaranta und Nick Preuss (beide Oberschenkel) mussten verletzt raus. „Das trifft uns knüppeldick“, so Gluiber.
VfL Herrenberg – SV Deckenpfronn 2:3 (0:1): Die Gäste starteten sehr gut in die Partie, Niklas Wunsch (10.) sorgte für das verdiente 0:1. „Wir haben dort richtig Druck gemacht“, befand SVD-Coach Alex Thies. Allerdings sah er dann, wie sein Team sich zurückzog und so dem Gegner die Kontrolle überließ. „Wir haben dadurch den Faden verloren.“ Die Feldüberlegenheit konnte der VfL erst in der zweiten Hälfte für sich nutzen. Josias Hartmann (49.) sorgte für den Ausgleich, Can Abalioglu (60.) traf zum 2:1. „Wir hatten danach das Spiel im Griff und mit etwas Glück schießen wir das dritte Tor“, berichtet Übungsleiter Daniel Wahnsiedler. Doch seine Truppe brachte den Rivalen zurück in die Partie. Matthias Mergel (75.) und Noah Kimmerle (90.+3) nutzten zwei Aussetzer der Hausherren eiskalt aus. „Es war ein sehr glücklicher Sieg, weil wir bis auf 20 Minuten keinen guten Tag hatten“, bilanzierte Thies. Sein Gegenüber haderte derweil mit dem Ausgang: „Wir machen wiederholt zu einfache Fehler.“
VfL Oberjettingen – Türk SV Herrenberg 0:5 (0:2): Ein wichtiger Erfolg im Abstiegskampf für den Türk SV. „Wir waren von Beginn an gut da“, befand Trainer Gaetano Intemperante. Dabei entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch. Gjon Karrica (27.) beendete das Warten auf den ersten Treffer, kurz vor der Pause legte er das 0:2 (42.) nach. „Wir sind verdient in Führung gegangen.“ Nach dem Wiederanpfiff beschränkten sich die Gäste auf die Verteidigung. Das hätte sich fast gerächt, denn der VfL erhielt einen Elfmeter. Nico Flister trat an, scheiterte aber – es war bereits der dritte verschossene Strafstoß im dritten Spiel in Folge. „Wir müssen, glaube ich, am Donnerstag Elfertraining machen“, meinte Abteilungsleiter Marcus Ruß. Statt aufkeimender Hoffnung kassierten die Oberjettinger durch Oguz Yüksel (79.) das 0:3. „Das war die Erlösung“, konstatierte Intemperante. Yüksel (84.) und Karrica (90.) sorgten für den Endstand. „Sie haben alles in die Waagschale geworfen und unsere Fehler gnadenlos ausgenutzt“, musste Ruß neidlos anerkennen. „Für uns war es ein Tag zum Vergessen.“
SpVgg Cannstatt – SV Oberjesingen 3:2 (1:1): „Heute gehen wir erhobenen Hauptes vom Platz“, meinte Sascha Deckers. Der sportliche Leiter des SVO sah bei seinen Mannen die Leidenschaft und den Willen, die sie zuletzt vermissen ließ. Gennaro Semirano (6.) brachte die Oberjesinger nicht unverdient in Front. Danach drückten die Einheimischen, eine der dennoch nur wenigen Chancen nutzte Robin Jordan (25.) zum Ausgleich. Solomon Ezenne und Marcel Metzger verpassten die erneute Führung, Marc Dudas (83.) gelang es schließlich. „Danach hat Cannstatt Druck aufgebaut“, so Deckers. Hani Ajolbek (87.) und Behar Hasanaj (90.+1) per Strafstoß drehten die Partie. „Wir haben aktuell nicht das Glück, dass wir die Führung über die Zeit bekommen.“