Über viele Jahre bestachen die Fußballer des SV Bonlanden durch personelle Konstanz. Doch das gehört spätestens seit der überraschenden Entlassung des jahrelangen Trainers Klaus Kämmerer in der Winterpause der Vergangenheit an. Denn seitdem ist einiges in Bewegung gekommen auf den verantwortlichen Posten des Clubs von der Humboldtstraße. Guido Arnold, der die Entscheidung contra Kämmerer traf, legte nach nur fünf Monaten sein Amt als Abteilungsleiter wegen interner Unstimmigkeiten nieder. Nun folgt der nächste, völlig überraschende Wechsel – erneut auf der Trainerposition.
Der Winternachfolger von Kämmerer, Timo Stehle, hatte eigentlich seine Zusage für die kommende Runde gegeben. In die neu strukturierte Bezirksliga Stuttgart/Böblingen gehen die Bonlandener aber mit einem anderen Coach, namentlich Mario Kienle – und mit einer teilweise neuen Mannschaft. Letzteres war der Grund, warum Stehle auf sein Amt verzichtet hat. „Als ich zugesagt habe, waren wir uns, also die Mannschaft und ich einig, dass wir gemeinsam weiter machen werden“, sagt der 34-jährige Stehle. Doch es kam nun anders. Trotz der Zusagen sind nun viele Stammkräfte weg: Jakob Ehret (TV Echterdingen), Danijel Zugac, Kevin Pein, Tobias Hornung (alle TSV Plattenhardt) und Rüchan Pehlivan (FV Neuhausen). Zudem hat der dienstälteste Bonlandener, Andreas Pottmeyer, seinen Abschied aus beruflichen Gründen schon frühzeitig verkündet. „Die Vorgehensweise der Spieler finde ich nicht in Ordnung“, ärgert sich der neue Bonlander Abteilungsleiter Panagiotis Arsos, „damit stehen wir vor einem Umbruch beziehungsweise einer Neustrukturierung“, so Arsos weiter. Eine Neustrukturierung, die bestimmte Anforderungen an einen Trainer stellt und für Stehle zu früh kommt. Er sei von einer anderen Situation ausgegangen, sagt Stehle, die Neustrukturierung verlange viel Erfahrung und „diese habe ich als Trainer noch nicht“, gibt er unumwunden zu.
Deshalb habe er das Gespräch mit Arsos gesucht. Beide kamen zu dem Entschluss: „Ein neuer Coach soll den Umbruch bewerkstelligen“, sagen sie unisono. „Ich habe mich zum Wohle des Vereins zu diesem Schritt entschlossen, so Stehle, der sich mittlerweile vom Verein abgemeldet hat, aber seine Kickstiefel nicht an den Nagel hängen möchte. Der neue Mann – wie gesagt Mario Kienle – war zuletzt beim TSV Harthausen in der Kreisliga A und unter anderem in der Jugend beim SSV Reutlingen und der TSG Balingen tätig. Er verfüge über viel Erfahrung und ein großes Netzwerk, was in der aktuellen Situation hilfreich ist, konstatiert Aros, dem auch schon einige Neuverpflichtungen gelungen sind.
Und so hofft man bei dem Ex-Oberligisten, künftig zur altgewohnten Konstanz auf der personellen Ebene zurückzukehren.