Fußball-Bezirksliga: SV Bonlanden Die nächsten Sorgen: Bandscheibenvorfall, Leistenbruch, Fußbruch

Dem SV Bonlanden droht ein langfristiger Ausfall seines Torjägers Agonis Berisha (weiß). Foto: Archiv/Günter Bergmann

Teil eins unserer Rückrundenvorschau: Droht dem vermeintlichen Titelanwärter vollends eine Seuchensaison? Zwei Spieler stehen neu im Kader.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Ende der Durststrecke für alle Fans des Amateurfußballs. Nach elf Wochen Punktspielpause startet die Bezirksliga Stuttgart/Böblingen an diesem Sonntag (15 Uhr) mit einem ersten Appetithappen ins neue Kalenderjahr: Die Nachholpartie des SV Bonlanden beim Tabellenführer TV Darmsheim macht den Auftakt, ehe dann eine Woche später erstmals alle 16 Mannschaften wieder im Einsatz sind. Anlass genug, in einer Vorschauserie auf die Ausgangslage der Beteiligten zu schauen. Heute in Teil eins: eben die Bonlandener.

 

Bei denen gilt gerade: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und eben den Humor lässt sich eine Frohnatur wie Carmine Napolitano nicht so schnell nehmen. Also sagt der Trainer mit Blick auf den Sonntag: „Bei meiner Aufstellung kann ich nichts falsch machen“, gefolgt von einem „Hahaha“. Der Grund für seine Einschätzung: Stand jetzt werde er lediglich elf Spieler zur Verfügung haben. Die Startformation benennt sich folglich von allein. Es ist ein Bonlandener Rumpfaufgebot, mit dem sich tiefer gehende personelle Überlegungen erübrigen. Und es ist zugleich Ausdruck einer Malaise, die an der Humboldtstraße manch einen ungläubig den Kopf schütteln lassen dürfte.

Neues Jahr, neues Glück? Bis jetzt sieht es eher nicht danach aus. Enttäuschend verlief für die Schwarz-Weißen ja bereits die Hinrunde. Nur vier Siege aus 14 Spielen. Statt Titelanwärterolle, wie von der Konkurrenz erwartet, ein Dümpeln auf Rang elf – dies mit gerade mal zwei Punkten Abstand zur Abstiegszone. Irgendwie wollte es nicht so recht zünden in einem Kader, der vom Papier einer der besten der Staffel zu sein schien. Insofern waren die eigenen Hoffnungen groß, dass in der zweiten Saisonphase nun vieles besser wird. Die Realität aber: Seit der Jahreswende hat sich eine Hiobsbotschaft an die andere gereiht. So verbrachte ein nicht unerheblicher Teil von Napolitanos Kickern mehr Zeit in Arztpraxen und Krankenbetten als auf dem Fußballplatz.

Das Bulletin in Kürze: Agonis Berisha Bandscheibenvorfall, Arbnor Krasniqi Muskelfaserriss, Art Gashi Leistenbruch, Dacian Burz Mittelfußbruch, Dennis Adam nach Innenbandriss im Knie erneute Kniebeschwerden, Giancarlo Pinna Grippe. Und zu allem Überfluss haben sich in Julian Schock und Lukas Tschentscher nun auch noch zwei Stammkräfte in den Urlaub verabschiedet. Letzterer hat in fünf Testspielen neunmal getroffen. Zusammen mit seinem Angriffspartner Iakovos Kaligiannidis galt er eigentlich als Gewinner der Wintervorbereitung. In der Personalnot hat Napolitano in Batuhan Görgülü (21) und Mohsen Belal Mansour (33) mittlerweile zwei Zweite-Mannschaft-Spieler zur „Ersten“ befördert.

Schwierige Ausgangslage: der Trainer Carmine Napolitano. Foto: Günter Bergmann

In der Summe mehren sich somit die Indizien „ein bisschen für eine Seuchensaison“, wie der Trainer sagt. Die bange Frage: mit welchem Ergebnis? Kriegt der Ex-Oberligist dennoch die Kurve? Oder landet der vermeintliche Titelanwärter am Ende gar tatsächlich im Abstiegskampf? Auch, weil obendrein das Auftaktprogramm Sorgen machen muss. Bis Ende März treffen die Bonlandener fast ausschließlich auf Gegner aus dem oberen Tabellendrittel, darunter vier Begegnungen mit dem Spitzentrio Darmsheim (zweimal), Vaihingen und Büsnau.

Verlass war bisher immerhin auf die Defensive, die weiterhin einer der Trümpfe sein soll. Kein Team der Liga hat weniger Gegentore kassiert. In puncto Ziel schraubt Napolitano freilich zurück. „Ich denke, dass wir trotz unserer Probleme noch eine gute Mannschaft haben“, sagt er, spricht aber inzwischen nurmehr von einem „Überbrückungsjahr“. Der abgespeckte Wunsch: ein einstelliger Tabellenplatz. Kleiner Hinweis nebenbei von Napolitano zu seiner wie berichtet kürzlich vollzogenen Vertragsverlängerung: Zugesagt habe er unabhängig von der künftigen Klassenzugehörigkeit – „für die Bezirks- oder auch Kreisliga“. Spricht’s und lacht erneut. Wobei auch Napolitano klar ist: In Fall zwei wäre es für die meisten im Verein mit dem Humor vorbei.

Personalien

Zugänge
Batuhan Görgülü (21, Mittelfeld, eigene zweite Mannschaft), Mohsen Belal Mansour (33, Mittelfeld, eigene zweite Mannschaft).

Abgänge
Dimitris Arsos (GFV Ermis Metanastis Stuttgart), Polykarpos Deliannidis (TSV Neckartailfingen).

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