Fußball Bezirksliga SV Leonberg/Eltingen: Bierdusche für den Nicht-Biertrinker

Kapitän Marco Seufert (li.) und Ennio Ohmes (re.) taufen den SV-Trainer Robert Gitschier zum Aufstieg in die Landesliga mit Bier. Foto: Andreas Gorr

Der SV Leonberg/Eltingen steht nach einem 5:1 über den SV Kornwestheim als Bezirksliga-Meister fest und feiert den Aufstieg. TSV Merklingen gelingt wichtiger Sieg im Abstiegskampf

Vielleicht war die Bierdusche in der Jubeltraube der härteste Moment, den der Nicht-Biertrinker Robert Gitschier in dieser Saison durchstehen musste. Sportlich gab es am Sonntag keine Zweifel: Mit einer 5:1-Machtdemonstration gegen einen in der Rückrunde stark aufgetretenen SV Salamander Kornwestheim machte der SV Leonberg/Eltingen am vorletzten Spieltag die Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga perfekt.

 

Robert Gitschier führte das Team somit in seiner Premierensaison als Trainer auf Anhieb zum Aufstieg und steht damit auf einer Stufe mit Trainer Vincent Kompany vom FC Bayern, dessen Aufgabe mit Klassekader etwas einfacher gewesen sein dürfte.

Die Kicker des SV feierten den Titel mit ihren Fans mit der Welle. Foto: Andreas Gorr

Die Stärke des SV Leonberg/Eltingen in dieser Saison zeigte sich exemplarisch in der 28. Minute: Nachdem Marco Gritsch drei Minuten zuvor aus zwölf Metern freistehend über das Tor geschossen hatte, legte SV-Kapitän Marco Seufert Gritsch den Ball nach einem Solo auf der linken Angriffsseite noch einmal in fast identischer Position auf – diesmal versenkte der 29-Jährige den Ball zum 3:0 im Netz. Es war die Vorentscheidung in diesem Duell, in der Folge waren die Gäste nur noch um Schadensbegrenzung bemüht.

Nur in den ersten zehn Minuten konnte Kornwestheim die Partie einigermaßen offen gestalten. „Da war bei uns eine leichte Nervosität zu spüren, wir waren nicht richtig drin im Spiel“, fand Coach Gitschier. Nachdem ein Kopfball von Patrik Hofmann nach einem Einwurf in der 9. Minute knapp am langen Pfosten vorbeigesegelt war, zeigten sich die Gastgeber in der Folge extrem effektiv: Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte entwischte Finley Strahl auf rechts seinem Gegenspieler, seine Hereingabe verwandelte Marco Seufert zum 1:0 (14.).

Party in Schwarz-Geld im Lewa-Sportpark. Foto: Andreas Gorr

Sieben Minuten später zog der SV-Kapitän am gegnerischen Strafraum nach starker Vorarbeit von Florian Hofmann nach innen und schnürte aus 14 Metern den Doppelpack zum 2:0. Für den 4:0-Pausenstand sorgte Patrik Hofmann per Strafstoß (39.), nachdem Kornwestheims Schlussmann Niclas Kaiser Marco Gritsch beim Weg aus dem Strafraum unnötigerweise zu hart angegangen war.

Nach dem Wiederanpfiff wurde die Begegnung nickliger, die Gastgeber gestatteten Kornwestheim mehr Ballbesitz, blieben im Spiel gegen den Ball jedoch jederzeit Herr der Lage. Nach 62 Minuten erhöhte der kurz zuvor eingewechselte Julian Häusler nach einem Eckball und einer Kopfballstafette gegen die nicht konsequente Abwehr der Gäste per Kopf auf 5:0. Der Ehrentreffer des Tabellenachten durch einen von Stefano Nicolazzo verwandelten Handelfmeter zum 5:1 (67.) war nicht unverdient, aber nicht mehr als Ergebniskosmetik. Eine Glanztat von SVK-Keeper Kaiser in der Schlussphase gegen Marvin Hampel in einer 1:1-Situation verhinderte einen sechsten SV-Treffer.

Wer nicht nass wird, ist kein Fußballer! Foto: Andreas Gorr

Als das 0:2 des härtesten Verfolgers Germania Bietigheim im Duell beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen II die Kunde machte und die letzten theoretischen Zweifel am Aufstieg beseitigt waren, läuteten Freudentänze, Bierduschen und der Queen-Klassiker „We are the champions“ die Aufstiegsfeier des SV Leonberg/Eltingen ein.

Grund zum Feiern könnte nächste Woche auch der TSV Merklingen haben, der nach einem 2:1-Sieg gegen die Spvgg Besigheim erstmals seit dem 22. Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz steht. „Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft, weil sie gegen einen spielstarken Gegner viele Widerstände überwunden hat“, meinte Trainer Thorsten Talmon. Dzanan Mehicevic brachte den TSV bereits nach vier Minuten mit seinem 19. Saisontor mit 1:0 in Führung.

Dzanan Mehicevic (li./im Spiel gegen Kornwestheim) erzielte die Führung für den TSV Merklingen. Foto: Pressefoto Baumann

Ioannis Savvoulidis und Mehicevic vergaben die Möglichkeit zum 2:0, als sie am Besigheimer Schlussmann Leon Buchholz scheiterten. Trotz einer Gelb-Roten Karte (63.) kamen die Gäste in der 76. Minute zum Ausgleich, als die TSV-Abwehr nicht konsequent war. Doch die Gastgeber drängten auf die Führung und wurden belohnt, als Kai Woischiski zum 2:1-Endstand traf. „Das war kein Zufallssieg“, lobte Talmon, um sogleich zu mahnen, „einen Schritt müssen wir nächste Woche in Renningen noch gehen“.

Spvgg Renningen siegt 5:0

Die bereits als Absteiger feststehende Spvgg Renningen kam beim sich in Auflösung befindlichen FV Dersim Sport Ludwigsburg mit 5:0 zum sechsten Sieg. „Bei konsequenterer Chancenverwertung hätten wir noch höher gewinnen können“, meinte Renningens Co-Trainer Kostas Mitroglou. Dreimal (14., 48., 84.) durfte Noa Geiger einen Treffer bejubeln. Robin Haaße nach einem Eckball (23.) und Cedric Wurmbrand (57.) nach einem Ballverlust eines Dersim-Verteidigers sorgten für die übrigen Treffer.

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