Fußball Bezirksliga Trainer Kudera hat mit dem TSV Heimsheim viel vor

Das war endgültig das Ticket in die Bezirksliga: Lino Widmaier erzielte kurz vor Schluss das 2:0 für den TSV Heimsheim in der Relegation gegen den SGV Murr. Foto: Pressefoto Baumann

Gekleckert wird nicht: Oliver Kudera strebt mit dem Aufsteiger TSV Heimsheim in der neuen Bezirksliga-Saison einen einstelligen Tabellenplatz an.

Früher ging’s schlichtweg nicht. Oliver Kudera ist ein großer Freund einer mindestens sechswöchigen Saisonvorbereitung, um mit seinen Fußballern topfit in die Runde zu starten. Doch da der TSV Heimsheim zwei Relegationsspiele bis tief in den Juni hinein zu bestreiten hatte und die Mannschaft zudem vom 13. bis 16. Juli eine viertägige Aufstiegsfeier auf Mallorca organisiert hatte, muss Kudera mit knapp vier Wochen Vorbereitung bis zum Bezirksliga-Saisonstart am 17. August auskommen.

 

„So ein gemeinsamer Kurzurlaub trägt ja auch zur Teambildung bei. Da entstehen Stories, über die man im Laufe der Saison immer wieder lachen kann“, erklärt Oliver Kudera, der selbst drei Tage auf der Partyinsel Mallorca dabei war.

Zurück in der Bezirksliga: Großer Jubel auch beim TSV-Coach Oliver Kudera Foto: Andreas Gorr

Seit 17. Juli lässt der TSV-Coach seine Spieler in den Trainingseinheiten wieder schwitzen. Er hatte seinen Akteuren zudem via App sechs Läufe in der ersten Juli-Hälfte vorgegeben, damit sie beim Trainingsstart einen bestimmten Fitness-Level haben. Und die bisherigen Ergebnisse in den Testspielen lassen darauf schließen, dass sich die TSV-Akteure an Kuderas Vorgaben gehalten haben.

Beim kurzfristig vom TSV Höfingen organisierten Aufsteiger-Turnier gelang dem TSV Heimsheim zunächst ein 2:1-Erfolg gegen den A-Liga-Aufsteiger TSV Höfingen, ehe es im zweiten Spiel ein 0:5 gegen den Landesliga-Aufsteiger SV Leonberg/Eltingen setzte. „Wir hatten allerdings auch nur einen Kader von 13 Spielern“, erzählt Kudera, der unter anderem auf die Widmaier-Brüder Lino und Tim verzichten musste, die in der abgelaufenen Saison zusammen 54 Treffer erzielt hatten.

Die TSV-Kicker und ihr Anhang feierten den Sieg in der Relegation in Renningen über den SGV Murr. Foto: Andreas Gorr

Zu was die Mannschaft imstande ist, deutete sie im Finale an, als es im zweiten Spiel gegen den klassenhöheren SV Leonberg/Eltingen einen 1:0-Erfolg gab. „Das war ein ganz dreckiger Sieg aus einer massiven Abwehr heraus“, erklärt Kudera, der selbst mitgespielt hatte. Auch in den folgenden Testspielen gegen den FV Öschelbronn (3:2), den SV Friolzheim (3:1) und MTV Ludwigsburg (8:4) gab es durchweg Siege.

Kudera fordert viel Ballbesitz

Es überrascht daher nicht, dass der Aufstiegstrainer in der neuen Saison hohe Ziele setzt. „Nur den Klassenverbleib auszugeben, wäre mir als Anreiz zu billig“, erläutert Kudera, der seiner Mannschaft einen einstelligen Tabellenplatz in der Bezirksliga zutraut. Natürlich gehe man mit Respekt an die Aufgabe heran, aber wenn das Team in einen Flow komme, seien Überraschungen gegen nominell besser besetzte Teams durchaus möglich. Der Coach will den spielerischen Ansatz des Teams mit Pressing im Mittelfeld und viel Ballbesitz weiter ausbauen. Dabei sollen auch ein mitspielender Torhüter und verschiedene Abwehrvarianten zum Tragen kommen.

Auch Tom Widmaier (Mi.) trug seinen teil zum Aufstieg bei. Foto: Andreas Gorr

Um seine hohen Ziele zu erreichen, hat der Heimsheimer Coach bei den Neuzugängen auf besonders talentierte junge Akteure geachtet, die unter ihm einen Schritt weiter kommen sollen. Dazu gehören unter anderem Patrick Prinz, Mike Martin und Yannick Lübcke, die Kudera in der vergangenen Saison in den Duellen mit seinem Team gegen den SV Gebersheim aufgefallen sind, sowie der erst 18-jährige Mert Iltemis aus der zweiten Mannschaft. Ebenfalls vom SV Gebersheim kommt Okan Gürbüz, der „im Alter von 27 Jahren jetzt noch einmal richtig Gas geben will“ (Kudera).

Das Team voranbringen soll zudem Lucca Grau vom TSV Wurmberg-Neubärental, der als defensiver Mittelfeldspieler in der abgelaufenen Landesligasaison zehn Tore und in der Runde zuvor in der Bezirksliga 18 Treffer erzielt hatte. Einziger Abgang ist Hagen Adelmann, der wegen seines Polizeidienstes schon in der vergangenen Saison nur unregelmäßig zum Einsatz gekommen war.

Die Fans des TSV Heimsheim unterstützten die Fußballer auf dem Weg durch die Relegation. Foto: Andreas Gorr

Oliver Kudera plant die Saison mit einem 28er-Kader, den er für absolut angemessen hält. „In der vergangenen Runde hatten wir 23 Spieler, am Ende der Vorbereitung standen mir wegen Verletzungen und Urlauben nur 16 zur Verfügung“, berichtet der Heimsheimer Coach, der in einem großen Konkurrenzkampf auch stets die Chance sieht, dass sich alle Akteure verbessern können.

Viele Aufstiegsfavoriten in der Liga

Solche wird es seiner Ansicht nach auch brauchen, um in einer „extrem starken Bezirksliga“ bestehen zu können. Nur den FV Löchgau II und den TV Pflugfelden hält der Heimsheimer Coach nicht für absolute Topteams. Germania Bietigheim, TASV Hessigheim, der TV Aldingen und die Spvgg Besigheim sieht Kudera als erste Aufstiegsanwärter. Dahinter prognostiziert er ein dicht gedrängtes Mittelfeld, in dem er auch die drei starken Aufsteiger TSV Münchingen, AKV Ludwigsburg und sein eigenes Team sieht. Dazu soll auch ein Trainingslager in Sasbachwalden am zweiten August-Wochenende beitragen.

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