Fußball Bezirksliga TSV Merklingen rettet sich nach langem Zittern
Die Mannschaft von Interimscoach Talmon bleibt nach einem 4:2-Derbysieg in Renningen in der Bezirksliga. SV Leonberg/Eltingen ist auch im letzten Saisonspiel torhungrig.
Die Mannschaft von Interimscoach Talmon bleibt nach einem 4:2-Derbysieg in Renningen in der Bezirksliga. SV Leonberg/Eltingen ist auch im letzten Saisonspiel torhungrig.
Als die Akteure des TSV Merklingen zur Halbzeit in die Kabinen des Rankbachstadions gingen, sahen die Zuschauer in lachende und flachsende Gesichter. Mit 3:0 führten die Gäste nach 45 Minuten beim Absteiger Spvgg Renningen und gaben sich offenbar schon dem Gefühl des sicheren Klassenverbleibs hin. Und das sollte sich rächen. Denn die Gastgeber wollten sich nicht sang- und klanglos aus der Bezirksliga verabschieden. „Die erste Halbzeit war nicht die Art und Weise, wie wir in Erinnerung bleiben wollten“, sagte Renningens Co-Trainer Kostas Mitroglou, der seinen Akteuren in der Halbzeitpause ins Gewissen geredet hatte.
Mit einer ganz anderen Körpersprache traten die Renninger in der zweiten Hälfte auf und machten die Partie innerhalb von sieben Minuten wieder spannend. Felix Dietrich, der ebenso wie Louis Gerken sein letztes Spiel im Spvgg-Trikot absolvierte, stocherte in der 49. Minute einen nur halbherzig geklärten Ball der TSV-Defensive zum 1:3 über die Linie. Und in der 56. Minute hatte der Renninger Stürmer im Fünfmeterraum das bessere Timing beim Kopfball als zwei TSV-Abwehrspieler und brachte seine Elf auf 2:3 heran. „Bei uns hat völlig die Spannung gefehlt, wir sind schlampig geworden und kamen regelmäßig einen Schritt zu spät“, monierte Merklingens Interimstrainer Thorsten Talmon, der vergeblich von der Seitenlinie mehr Bewegung von seinen Akteuren gefordert hatte.
Und tatsächlich hatte Philipp Gimbel in der 72. Minute sogar die Möglichkeit zum 3:3-Ausgleich, als er nach einem Angriff über die rechte Seite am kurzen Pfosten zum Abschluss kam, den Ball aber bedrängt von einem TSV-Verteidiger aus acht Metern neben das Tor setzte. Dann aber nutzten die Gäste ihre Möglichkeiten gegen die luftigere Defensive der Spvgg: Ein Schuss von Denis Krak aus zwölf Metern, den Kai Woischiski nach einem Solo auf der linken Seite freigespielt hatte, wurde noch auf der Linie geklärt (73.). Doch sieben Minuten später war es dann so weit: Nach einem Flügelwechsel, an dem erneut der agile Woischiski beteiligt war, traf TSV-Torjäger Dzanan Mehicevic mit Saisontreffer Nummer 22 per Kopf zum 2:4-Endstand.
Es war auch der Merklinger Torjäger, der in Halbzeit eins mit einem Doppelschlag für die vermeintliche Vorentscheidung gesorgt hatte. Vier Minuten vor der Pause lief er nach einem Ballverlust eines Spvgg-Verteidigers vor dem eigenen Strafraum allein auf Torhüter Giovanni D’Aiuto zu und überwand diesen zum 0:2. Drei Minuten später war die gesamte Renninger Defensive bei einem Angriff des TSV über die linke Seite zu passiv, Mehicevic durfte frei aus zehn Metern zum 0:3 einschieben. „Wir haben in der ersten Halbzeit die zweiten Bälle nicht bekommen, das hat uns das Genick gebrochen“, meinte Spvgg-Trainer Kostas Mitroglou.
Für die 0:1-Führung der Gäste hatte in der 21. Minute Ioannis Savvoulidis nach erneut starker Vorarbeit von Woischiski gesorgt – allerdings aus abseitsverdächtiger Position. „Wir haben unseren Job gemacht. Die Mannschaft hat sich Woche für Woche weiterentwickelt“, freute sich TSV-Coach Talmon, der das Team mit zwölf Zählern aus den letzten acht Saisonspielen zum Klassenverbleib geführt hat – und nun „befürchten“ muss, weitere Jobs als Feuerwehrmann in den kommenden Spielzeiten angetragen zu bekommen.
Trotz der bereits feststehenden Meisterschaft hat sich der SV Leonberg/Eltingen auch in seinem letzten Saisonspiel noch einmal als überaus torhungrig erwiesen. Der Landesligaaufsteiger deklassierte den TSV Schwieberdingen auf eigenem Platz mit 6:2. „Die Mannschaft hat sehr viel Spielfreude an den Tag gelegt und den Ball gut laufen lassen“, freute sich SV-Trainer Robert Gitschier. Bereits nach fünf Minuten lagen die Gäste durch Treffer von Marvin Hampel (4.) und Finley Strahl (5.) mit 2:0 vorne, Strahl und Seufert hatten mit Tempoläufen jeweils für die Vorarbeit gesorgt.
Weder der 1:2-Anschlusstreffer der Gastgeber (15.) noch ein verschossener Foulelfmeter von Patrik Hofmann brachten die Gäste in der Folge aus dem Konzept. Finley Strahl mit seinem zweiten Treffer (34.) sowie Hofmann (42.) und Pascal Nufer (44.) mit einem Doppelschlag sorgten schon zur Pause für klare Verhältnisse.
Obwohl Coach Gitschier, der insgesamt sechs Akteure für die zweite Mannschaft geschont hatte, in der zweiten Halbzeit nur A-Jugend- und AH-Spieler – unter anderem den langjährigen Trainer Benjamin Schäffer – einwechselte, änderte sich an den Kräfteverhältnissen nichts. Axel Weeber (62.) legte sogar noch den sechsten Treffer nach, ehe Schwieberdingen noch einmal verkürzte (77.). Der Abpfiff war für die SV-Akteure dann der Anpfiff für eine lange Meisterschaftsfeier.