Der TSV Münchingen freut sich über das Eigentor-Geschenk zum 1:0: Merklingens Abwehrchef Jakob Wehl (2. v. re.) überwindet unfreiwillig seinen Torhüter Adis Krak. Foto: Baumann/Julia Rahn
Zum Auftakt in der Rückrunde der Fußball-Bezirksliga bezwingt der TSV Münchingen den TSV Merklingen mit 4:3. Trainer Sahin Üste ist trotz des Sieges nicht ganz glücklich.
Henning Maak
02.02.2026 - 12:30 Uhr
Chance genutzt: Da die Begegnung von Germania Bietigheim verlegt wurde, übernahm der TSV Münchingen mit einem 4:3-Erfolg über den TSV Merklingen dank des einen Spiels mehr den Platz an der Sonne in der Tabelle der Bezirksliga.
Münchingens Trainer Sahin Üste war trotz des Erfolgs nicht rundum glücklich. „Nach der 4:1-Führung hätten wir die Partie runterspielen können, wenn wir eine oder zwei unserer Großchancen genutzt hätten. So wurde es unnötig spannend“, erklärte er. Ähnlich beurteilte Merklingens Coach Uwe Eberhard die Partie: „Schade, dass der Schiedsrichter nicht noch ein paar Minuten länger hat nachspielen lassen, dann wäre uns möglicherweise der Ausgleich geglückt.“
Eigentor bringt Führung für Münchingen
Die Gastgeber bestimmten die Begegnung in der ersten Hälfte über weite Strecken und waren bei Standards gefährlich. Aus einer solchen resultierte die Führung (12.): Bei einem Freistoß aus dem Halbfeld stiegen Fatos Povataj und Merklingens Abwehrchef Jakob Wehl zum Kopfball hoch, dann lag der Ball im Merklinger Netz. Eigentor. Nach einem Abwehrfehler der Gastgeber kam Merklingen zehn Minuten später zum 1:1. Emmanuel Garcia eroberte den Ball an der Eckfahne und leitete diesen weiter an Euron Beqiri. Der sah den frei stehenden Kai Woischiski, der ausglich. „Ein Geschenk“, haderte Münchingens Coach Sahin Üste.
Derby-Duell: Etienne Stadler vom TSV Münchingen (li.) gegen Dzanan Mehicevic (re.) vom TSV Merklingen. Foto: Baumann/Julia Rahn
Bei der 2:1-Führung (31.) kam erneut die Standard-Stärke der Gastgeber zum Tragen: Nach drei Ecken in Folge hatte Egzon Krajki das beste Timing beim Kopfball und überwand den machtlosen Adis Krak im Merklinger Tor. Sechs Minuten vor der Pause sorgte Behar Hasanaj für den 3:1-Halbzeitstand: Nach einem Pass drehte er sich um seinen Gegenspieler und überwand Krak mit einem Schuss in die Ecke. „In der ersten Hälfte war Münchingen besser. Wir waren zu hektisch und unsauber im Passspiel“, sagte Eberhard.
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte fand die Merklinger Defensive anfangs kein Mittel gegen den Münchinger Angriffswirbel: Schlussmann Krak hielt seine Elf im Spiel, als er einen Schuss aus 14 Metern reaktionsschnell zur Ecke lenkte (47.) und eine Minute später gegen den durchgebrochenen Nikola Prkacin rettete. Nach einer guten Stunde war es Merklingens umsichtiger Abwehrchef Jakob Wehl, der den steil geschickten Rui Caldas de Carvalho noch ablaufen konnte.
Doch nach 65 Minuten schien die Partie endgültig gelaufen: Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte konterten die Gastgeber über drei Stationen, Behar Hasanaj vollendete mit seinem zehnten Saisontreffer zum 4:1. Nummer elf verpasste er zwei Minuten später nur um Haaresbreite, als sein Schuss aus zwölf Metern am Pfosten landete.
Auf Verfolgungsjagd: Kai Woischiski (re.) versucht den Münchinger Adrian Kuka noch abzufangen. Foto: Baumann/Julia Rahn
Merklingen bekam zwar immer mehr Ballbesitz, wusste den aber nicht zu Chancen zu nutzen – bis zur 71. Minute: Nach einem Freistoß aus 30 Metern wurde der Ball in den Strafraum verlängert, wo Robin Kapp unbedrängt per Kopf zum 2:4 traf. Dass es bis in die Nachspielzeit spannend blieb, lag daran, dass zunächst Egzon Krajki aus zehn Metern das Merklinger Tor verfehlte (80.) und Merklingens Torjäger Dzanan Mehicevic in der 90. Minute aus zwölf Metern ebenfalls nicht traf.
Zwei Minuten später machte es der Stürmer jedoch besser, als er sich im Münchinger Strafraum gegen zwei Gegenspieler behauptete und den Ball parallel zur Torlinie spielte, wo Torben Sauer zum 3:4 einschob. Zu mehr reichte es für die Gäste jedoch nicht. „Uns hat am Ende die Souveränität gefehlt, Merklingen wäre nach einem 4:1 wahrscheinlich nicht noch einmal so in Bedrängnis geraten“, meinte Coach Üste nach dem Schlusspfiff.