Munteres Spielchen auf dem Eichelberg: Die am Ende noch siegreiche SpVgg Holzgerlingen (in Weiß) und der TV Darmsheim (in Dunkelblau) lieferten sich ein rassiges Duell. Foto: Michael Schwartz
Dank eines späten Doppelpacks entführte die SpVgg Holzgerlingen in der Fußball-Bezirksliga Stuttgart/Böblingen drei Punkte von Spitzenreiter TV Darmsheim, der damit Rang eins verliert.
Neben Hotze hat sich im Abstiegskampf auch der SV Deckenpfronn durch einen 2:1-Auswärtssieg bei Croatia Stuttgart etwas Luft nach hinten verschafft.
In der Schlussphase dreht SpVgg Holzgerlingen Duell beim TV Darmsheim
TV Darmsheim – SpVgg Holzgerlingen 2:3 (1:1): „Wir hatten Chancen für zwei Spiele“, verstand TVD-Spielertrainer Daniel Knoll die Welt nicht mehr. „Wir haben in den wichtigen Momenten die Duelle nicht für uns entschieden.“ Das zwischenzeitliche 3:1 verpassten Steffen Hirth und Andre Esteves. „Wir sind diesmal tiefer gestanden und haben auf das Umschaltspiel gepaart mit Zweikampfhärte gesetzt“, erzählte Gäste-Co-Trainer Jochen Wild, der den kranken Coach Bernd Gluiber vertrat.
Fabian Schneider (19./TVD) und Felix Ribbe (37./SpVgg) trafen in der ersten Halbzeit. Noch vor der Pause musste Darmsheims Goalgetter Simon Lindner mit Knieproblemen ausgewechselt werden. Louis Siegle (53.) markierte auch ohne ihn das 2:1, doch Doppelpacker Max Horn (85./90.+2) sorgte für den späten Hotze-Jubel. „Das dritte Tor war ein toller Schuss“, schnalzte Wild mit der Zunge. Bei beiden Teams gab es übrigens einen Torwartwechsel: Der zuletzt schon eingewechselte Alex Dieterle stand bei den Einheimischen wieder die komplette Zeit im Kasten, bei den Gästen erhielt Simon Rolf den Vorzug vor Finn Guist.
Auf Routinier Timo Paetzold (li.) und die SpVgg Holzgerlingen kam beim TV Darmsheim einiges an Arbeit zu. Foto: Michael Schwartz
TSV Dagersheim hätte beim TSV Jahn Büsnau einen Punkt verdient gehabt
TSV Jahn Büsnau – TSV Dagersheim 3:2 (1:1): „Wir sind gut gestartet und hatten durch Robin Volz und Adrian Wichert zwei Hundertprozentige“, berichtete Dagersheims Trainer Tim Lehle. Besser machte es Frieder Rudolph (20.), doch ein abgefälschter Schuss von Noah Anaba (27.) führte ziemlich bald zum Ausgleich. Marco Bischoff (57.) legte für Büsnau vor. „Respekt, wie wir zurückgekommen sind“, so Lehle, der Sven Messers Kopfballtreffer (70.) beklatschte. Das letzte Wort hatte aber Johannes Specht (75.). Kurz vor Schluss war das 3:3 zum Greifen nah, aber der Platzherren-Schlussmann kratzte das Ding noch von der Linie. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, fand Lehle.
TSV Musberg – SV Nufringen 3:0 (2:0): Durch eine weitere Auswärtsniederlage stecken die Nufringer immer noch tief im Abstiegssumpf. „Das war ein Rückfall in alte Zeiten“, sah sich Spielertrainer Dustin Kappus an schwache Partien in der Hinrunde erinnert. „Beim ersten und dritten Gegentor haben wir wieder krasse individuelle Fehler begangen.“ Jacob Schele (8./46.) und Marc Wiederoder (27.) trugen sich für die Musberger in die Torschützenliste ein. Dem ersten Gegentreffer ging ein verunglückter Nufringer Rückpass voraus, weshalb Schele in aller Seelenruhe ins leere Gehäuse einschieben konnte. „Wir hatten selbst keine wirklichen Gelegenheiten“, räumt Kappus ein.
VfL Oberjettingen wird vom neuen Spitzenreiter SV Vaihingen abgeschossen
Croatia Stuttgart – SV Deckenpfronn 1:2 (1:0): „Es ging um viel, weshalb es eine intensive Angelegenheit war. Croatia war durch Standards gefährlich. Nach dem Rückstand haben wir kurz den Faden verloren, uns dann aber reingebissen“, beschrieb SVD-Coach Alex Thies den Verlauf. Nenad Stevanovic per Freistoß (15.) markierte das 1:0, aber Matthias Mergel (66.) und Niklas Wunsch (90.+3) machten daraus ein 1:2. Beide kamen von der Bank. „Es ist super, wenn die Joker die Sache drehen“, freute sich Thies.
SV Vaihingen – VfL Oberjettingen 5:1 (2:0): „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht“, brachte es VfL-Spielleiter Yannick Ruß, der den Ehrentreffer (70.) per Elfmeter erzielte, auf den Punkt. Im Kasten reaktivierte Oberjettingen den 54-jährigen Volker Flister. Der Routinier musste fünfmal die Kugel aus dem Netz fischen, nachdem Maximilian Eisentraut (11., 42., 79./Elfmeter), Toluwani Dreher-Adenuga (62.) und Leandro-Noel Rolzhauser (89.) vollstreckt hatten.
VfL Herrenberg ergattert nach 0:3-Rückstand noch Punkt gegen SV Rohrau
VfL Herrenberg – SV Rohrau 3:3 (0:2): In einem schon verloren geglaubten Gäuderby konnten die Herrenberger noch einen Punkt ergattern. Denn die Gäste führten durch Nico Krägeloh (41./43.) kurz vor und Noel Hellmann (46.) direkt nach der Pause schon mit 3:0. Nach Can Abalioglus Anschlusstreffer (56.) keimte Hoffnung im VfL-Lager auf. Erst recht, als Abalioglu (77.) auf 2:3 stellte. Dem zur Pause eingewechselten Tom Egeler (87.) war es vorbehalten, aus 25 Metern den Ausgleich zu erzielen. „Mit etwas Glück machen wir noch das 4:3“, raufte sich Trainer Daniel Wahnsiedler von den Einheimischen die Haare. „Wir haben einen echt coolen Teamspirit und stecken nie den Kopf in den Sand. Deswegen überrascht es mich nicht.“ SVR-Übungsleiter Matthias Mang war bedient: „Das ist unerklärlich. Wir haben eine Stunde lang gut gespielt, und es war Feuer drin.“ Hellmann vergab das mögliche 0:4, „dann wäre das Thema erledigt gewesen“, meinte Mang. „Stattdessen bekommen wir im Gegenzug eine. Danach hat der Gegner gedrückt.“