Fußball-Bezirkspokal Frauen Der Seriensieger jubelt nach einem späten Jokertor

Und auch diesmal Pokalgewinner: Die Frauen der Sportvg Feuerbach feiern. Foto: Günter Bergmann

Die Frauen der Sportvg Feuerbach gewinnen zum sechsten Mal nacheinander den Bezirkspokal. Der entscheidende Treffer beim 1:0 gegen den TSV Grafenau fällt in der Endphase.

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist ein bekannter Hollywood-Spielfilm aus den 1990er-Jahren, in denen sich Bill Murray als Hauptdarsteller in einer Zeitschleife befindet und immer wieder das Gleiche erlebt. Was dies mit den Fußballerinnen der Sportvg Feuerbach zu tun hat? In deren Fall ist es zwar kein täglicher Rhythmus, aber auch sie haben ihr stetes Déjà-Vu, nämlich am Ende einer jeden Saison als Gewinner des Bezirkspokals. So war es in den vergangenen fünf Jahren im Bezirk Stuttgart, und so ist es nun auch im sechsten Jahr in Serie, nachdem die Kolleginnen aus dem Kreis Böblingen neu hinzugekommen sind. Nach einem 1:0-Finalerfolg im Herrenberger Volksbankstadion gegen den TSV Grafenau sind die Nord-Stuttgarterinnen erneut am Feiern.

 

„Es ist schön, im Finale nun auch mal gegen eine bislang unbekannte Mannschaft gewonnen zu haben“, sagte Orkide Bayreuther, die zusammen mit Axel Süßlin das Trainerduo bei den Feuerbacherinnen bildet. Bis zum entscheidenden Treffer in einer ansonsten an Höhepunkten armen Begegnung mussten die Fans der „Talkrabben“ bis zur 82. Spielminute warten. Dann erlöste die zur zweiten Hälfte eingewechselte Carina Aiple ihr Team mit einem Schuss aus fünf Metern Torentfernung. Dabei profitierte sie von einem Patzer der Grafenauer Abwehr. Anett Wolf hatte versucht, das Leder aus der Gefahrenzone zu befördern und dabei ihre Teamkollegin Annika Moser angeschossen, von deren Rücken der Ball direkt vor die Füße der Torschützin prallte.

„Unser Sieg ist vor allem aufgrund der zweiten Hälfte absolut verdient. Da waren wir deutlich besser als noch vor der Pause“, sagte Bayreuther. Kurz nach dem Seitenwechsel hatten sie und der mitgereiste Anhang der Sportvereinigung schon einmal den Torschrei auf den Lippen. Da scheiterte Katharina Gursch aus spitzem Winkel aber noch an der Latte des Grafenauer Gehäuses.

Auf die Frauen aus der 6500-Einwohner-Gemeinde westlich von Böblingen wartet nun an diesem Samstagnachmittag der eigentliche Saisonhöhepunkt und eine Möglichkeit, doch noch selbst jubeln zu dürfen. Mit einem Sieg im abschließenden Punktspiel der Regionenliga-Staffel 4 können sie sich den Meistertitel und den direkten Aufstieg in die Landesliga sichern. Auf die Feuerbacherinnen wartete derweil gleich nach dem Pokalfinale eine große Siegesfeier in ihrer Stammkneipe „Im Eimer“. Passend dazu streiften sie sich direkt nach dem Schlusspfiff ihre vorsorglich angefertigten Pokalsieger-T-Shirts mit der Aufschrift „Alles im Eimer“ über.

Die Punkterunde in der Staffel 2 der Regionenliga werden die Frauen der Sportvg Feuerbach am Sonntag mit einem Auswärtsspiel in Bietigheim-Bissingen beenden, und zwar auf Platz drei oder vier. In der neuen Spielzeit geht es dann zum sechsten Mal in Folge im württembergischen Verbandspokalwettbewerb an den Start. Dieses Teilnahmerecht steht wie gehabt allen Bezirkspokalsiegern zu.

Die Titelentscheidung in der Staffel 2 fällt im Fernduell zwischen dem TSV Nellmersbach und dem FC Biegelkicker Erdmannhausen.

Sportvg Feuerbach: Weiß – Weinert (59. Mischke), Sivayoganathan, Julia Bauer (46. Aiple) – Tegelmann, Marquardt, Haaks, Schüssler (59. Pohl) – Zurowski – Gursch, Juliane Bauer.

TSV Grafenau: Grün – Rapp, Krämer, Wolf, Moser – Schwartz (64. Uhlemann), Assfalg, Wurmbrand, Lucy Kruse (75. Fuhrmann) – Julia Steger, Mettke.

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