Fußball, Bezirkspokal Rems/Murr: TSV Schmiden Großer Jubel nach 21 Jahren

Der TSV-Kapitän Michele Adesso mit Pokal Foto: Maximilian Hamm

Die Schmidener Kreisliga-A-Fußballer um den Kapitän Michele Adesso setzen sich im Finale am Mittwoch im Stadion in Aspach gegen den favorisierten Bezirksligisten SG Schorndorf mit 3:2 durch.

Der Kapitän Michele Adesso fieberte am Mittwochabend an der Seitenlinie dem Abpfiff des Finalspiels um den Bezirkspokal entgegen. Er hatte zuvor auf dem Rasenplatz im Stadion in Aspach alles gegeben für die Kreisliga-A-Fußballer des TSV Schmiden, war erschöpft ausgewechselt worden. Doch dann kamen plötzlich die Kräfte zurück, er rannte auf das Spielfeld, umarmte seine Mitstreiter, die soeben den favorisierten Bezirksligisten SG Schorndorf vor rund 400 Zuschauern mit 3:2 besiegt hatten. Nach einer kurzen Ansprache, von Tränen gerührt, stemmte er den Pokal in die Höhe, umrahmt von seinen Teamgefährten. Der Pokalsieg ist ein bemerkenswerter Erfolg für die Mannschaft des TSV Schmiden, die in der Liga noch mitten im Abstiegskampf steckt. Am Sonntagnachmittag, Spielbeginn ist 15 Uhr, empfängt sie den Tabellenzweiten SV Hertmannsweiler. „Ich hoffe, dass wir die Mentalität aus dem Pokalfinale jetzt auch in das nächste Ligaspiel mitnehmen können“, sagt der TSV-Trainer Damir Lisic.

 

Der Rückstand beeindruckt die Schmidener nicht

In der Jubeltraube befand sich am Mittwoch auch Uli Ebert, der seit Jahrzehnten mit den Fußballern des TSV Schmiden verbunden ist. Im Frühjahr 1990 hatte er als junger Spieler den Bezirkspokal gewonnen, im Jahr 2002 war er als Abteilungsleiter mit dabei, als der Verbund um den damaligen Trainer Thomas Heubach den Wettbewerb gewann.

Heuer hatten die Schmidener Fußballer sich gegen den FC Winnenden (ohne Spiel), den VfL Winterbach (8:6 im Elfmeterschießen nach 0:4-Rückstand), den TV Weiler/Rems (4:0), den FSV Weiler zum Stein (7:5 nach 2:5-Rückstand), den FV Sulzbach/​Murr (1:0) und den SV Allmersbach II (1:0) für das Finale gegen den Titelverteidiger SG Schorndorf qualifiziert. Und in diesem Finale bestimmten sie vor der Pause das Spielgeschehen, obwohl sie bereits in der siebten Spielminute in Rückstand geraten waren: Sokol Kacani traf für sein Team. Unbeeindruckt und mit viel Leidenschaft verfolgte der Tabellenzehnte der Kreisliga A sein Ziel. Pasquale Siena traf per Foulelfmeter (19.), nachdem er zuvor selbst zu Fall gebracht worden war; Oliver Bach schob aus kurzer Distanz nach einem Pass von Pasquale Siena ein (26.), und Thomas Stadelmaier traf nach einem Freistoß von Niklas Stecher (34.).

Nach dem Schlusspfiff sinkt der Trainer auf die Knie

In der zweiten Spielhälfte dominierte der Bezirksligist aus Schorndorf. Doch Sokol Kacani scheiterte per Handelfmeter (48.), und sein Team konnte auch nicht vom Anschlusstreffer zum 2:3 (Sokol Kacani/56.) und von der roten Karte für Thomas Stadelmaier (67.) profitieren. Mehrmals stand ihnen auch der TSV-Tormann Nedim Hadziresic im Weg. „Wir haben uns vor der Pause den Sieg verdient, anschließend haben wir uns das nötige Glück erkämpft. Das war grandios von meinen Jungs“, sagte Damir Lisic.

Nach dem Schlusspfiff sank der Trainer auf die Knie, jubelte anschließend mit seinen Spielern und wurde von ihnen und den mitgereisten Fans gefeiert. Doch Damir Lisic weiß auch, dass die größere Aufgabe noch bevorsteht: der Kampf um den Ligaverbleib.

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