Fußball-Bezirkspokal Stuttgart/Böblingen, Halbfinale Elfmeterkiller und ein Traumtor à la Pavard ebnen Weg ins Finale

Simon Schneider (links) entschied das Halbfinale des TSV Jahn Büsnau gegen die SG West mit seinem Kopfballtor. Foto: Günter Bergmann

Parierter Strafstoß und Kopfballtreffer: In der Schlussphase des Bezirkspokal-Halbfinales zwischen dem TSV Jahn Büsnau und der SG Weilimdorf überschlagen sich die Ereignisse. Zuvor lässt ein Volleyschuss Erinnerungen an den WM-Auftritt eines ehemaligen VfB-Spielers wach werden.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Hannan Ullah machte seinem Ruf als Elfmeterkiller auch im Halbfinale des Bezirkspokals Stuttgart/Böblingen einmal mehr alle Ehre. Der Pokaltorhüter des TSV Jahn Büsnau parierte gegen die SG Weilimdorf in der 83. Minute beim Stand von 1:1 einen Handelfmeter von Heiko Gollub und ebnete damit den Weg des Kreisligisten ins Finale. Zwei Minuten später traf Johannes Schneider zum 2:1-Sieg.

 

„Es war heute Morgen schwierig aufzustehen und die erste Stunde zu unterrichten, weil es gestern doch länger ging“, erzählt der Trainer des TSV Jahn Büsnau, Dominik Lenhardt, der hauptberuflich als Lehrer arbeitet. „Aufs ganze Spiel gesehen ist unser Finaleinzug völlig verdient“, sagt Lenhardt.

In der ersten Hälfte begegneten sich die beiden Kreisligisten jedoch auf Augenhöhe. Die Gäste aus Weilimdorf hatten sich im Verlauf des Pokals als Favoritenschreck bewiesen und ganze vier Bezirksligisten aus dem Wettbewerb geworfen. Dementsprechend selbstbewusst und mit viel Einsatz trat der Aufsteiger gegen den Tabellenführer der Kreisliga A2 auf. Nach dominanten Minuten der Büsnauer übernahmen die Weilimdorfer das Zepter und gingen verdient in Führung. Niklas Janik stand in der 38. Minute am Ende eines schön ausgespielten Angriffs seines Teams und schob zum 0:1 ein. Kurz vor der Halbzeit verpasste Büsnaus Top-Torjäger Cedric Hornung mit einem Schuss an den Innenpfosten noch den Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber den Druck, hatten aber erneut Pech mit einem Aluminiumtreffer: Marc Hetzels Freistoß knallte an die Latte. In der 63. Minute traf Nahuel Cascia Rica dann zum Ausgleich. Der Rechtsverteidiger jagte den Ball wie der ehemalige französische VfB-Spieler Benjamin Pavard im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland per Volley in den Winkel. Der 21-Jährige wendete damit außerdem seine Auswechslung ab. „Wir hatten den Wechsel schon vorbereitet und angesagt, weil er eigentlich kein gutes Spiel gemacht hatte. Nach dem Tor durfte er dann aber durchspielen“, verriet Lenhardt.

Einen zweiten geplanten Wechsel führte der Spielertrainer nicht aus: seine eigene Einwechslung. Während des Elfmeters gegen sein Team hatte sich der Angreifer bereits seine Jacke ausgezogen und warm gemacht, um beim befürchteten erneuten Rückstand auf zwei Spitzen umstellen zu können. Doch Hannan Ullah war voll in seinem Element und sorgte dafür, dass sein Trainer sich die Jacke wieder anziehen durfte. Der Ersatzkeeper, der wie in der 2. Runde und im Viertelfinale den Vorzug vor Stammtorhüter Simon Hochschein erhalten hatte, parierte nicht nur den Schuss vom sonst sicheren Elfmeterschütze Gollub, sondern auch den anschließenden Nachschuss sensationell. Er hielt damit im laufenden Wettbewerb fünf von sechs geschossenen Elfmetern. Im Viertelfinale gegen die SG West hielt er einen Strafstoß aus dem Spiel und drei der vier Versuche im Elfmeterschießen. „Er war schon immer ein Elfmeterkiller und ist brutal selbstsicher“, sagt Lenhardt. Kurz darauf köpfte Simon Schneider nach einem Freistoß aus dem Halbfeld den Favoriten ins Finale.

„Es ist eine Mischung aus Enttäuschung und Stolz“, sagt der Weilimdorfer Trainer Philip Baltsios, „wir haben uns schon Chancen auf das Finale ausgerechnet, weil wir uns in dem Wettbewerb bewiesen haben und gewusst haben, dass wir es können.“ Schon in der vergangenen Saison scheiterte das junge Team noch als B-Ligist im Halbfinale knapp mit 1:2 an Bezirksligist SC Stammheim. „Diesmal waren die Chancen 50 zu 50“, sagt Baltsios. Er könne seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, denn jeder habe sein Maximum gegeben. „Vielleicht muss ich in der zweiten Hälfte als Trainer andere Entscheidungen treffen, deshalb nehme ich die Niederlage auf meine Kappe“, sagt er stattdessen.

Finale am 29. Mai in Herrenberg

Während sich die Weilimdorfer jetzt voll und ganz dem Ziel Klassenverbleib in der Staffel 1 der Kreisliga A widmen, fiebern die Büsnauer schon jetzt dem 29. Mai entgegen. Dann steigt in Herrenberg das Finale. Der Gegner der Büsnauer wird am kommenden Mittwoch ermittelt. Der einzig verbliebene Bezirksligist und Finalgastgeber VfL Herrenberg tritt beim Kreisligisten TSV Kuppingen an.

Tore: 0:1 Janik (38.), 1:1 Cascia Rica (63.), 2:1 Schneider (85.).

Besonderes: Ullah (Büsnau) pariert Handelfmeter von Gollub (83.).

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart Halbfinale SG Weilimdorf