Eine Besichtigung vor Ort hat die endgültige Überzeugung gebracht, auf dem richtigen Weg zu sein. „Eine tolle Anlage“, schwärmt Michael Spörer, der Vorsitzende des Fußballbezirks Stuttgart/Böblingen. Und so sind die Würfel inzwischen gefallen: Fest steht, wo in dieser Saison der Super-Pokalfinaltag stattfinden wird, sprich die Bezirkspokalendspiele von Männern, Frauen und Junioren. Der Gewinner im Bewerbungsverfahren um die Gastgeberrolle heißt VfL Herrenberg. Spieltermin ist Christi Himmelfahrt, der 29. Mai.
Kreis Böblingen also, nicht Stuttgart/Filder, nachdem die beiden Teilbereiche seit Juli im Zuge der Reform des Verbands in einem gemeinsamen Bezirk auf Torejagd gehen. Dass hinter der jetzigen Vergabe auch eine sportpolitische Entscheidung steht, mag Spörer offiziell nicht bestätigen, dürfte tatsächlich aber eben so sein. Man kann die getroffene Wahl, nebst aller infrastrukturellen und organisatorischen Argumente, allemal als vereinenenden Willkommensgruß interpretieren. Integrationsarbeit mit dem Signal an alle Kreis-Böblingen-Clubs, auch wirklich dazuzugehören, war der auferlegte Vereinigungsprozess doch lange von Vorbehalten und Bedenken vor allem von dort geprägt.
Durchgesetzt hat sich der aktuelle Bezirksliga-Siebte Herrenberg gegen drei Mitbewerber. Außer den Gäustädtern hatten auch der TSV Bernhausen, der TSV Dagersheim und der SSV Zuffenhausen ihren Hut in den Ring geworfen. Allemal ein Herrenberger Plus, siehe oben, ist deren Sportgelände. Angrenzend ans örtliche Volksbankstadion funkelt und glänzt seit zwei Jahren das neu errichtete „VfL-Center“. Ein Sieben-Millionen-Euro-Bau, in dem sich auch die Umkleidekabinen und eine Aufwärmhalle befinden. Hinzu kommt, dass die Verantwortlichen des Vereins bereits über reichlich organisatorische Erfahrung verfügen. In den vergangenen Jahren fungierten sie unter anderem mehrfach als Ausrichter von Relegationsspielen.
„Wir haben die nötigen Rahmenbedingungen“, sagt der Herrenberger Abteilungsleiter Markus Rühle und freut sich nach eigenem Bekunden „riesig“ über den Zuschlag. Auch im Wissen, dass eine große Aufgabe auf ihn und die Seinen zukommen wird, „bei der wir einen richtigen Haufen Leute zum Schaffen brauchen werden“.
Ins Leben gerufen haben Spörer und seine Mitstreiter den Finaltag in seiner aktuellen Form vor drei Jahren. Der damalige Gedanke: die Bündelung mehrerer Endspiele zu einem Top-Event am selben Tag. Die Rechnung, damit ein größeres Interesse und auch mehr Einnahmen für die Beteiligten zu generieren, ist seither aufgegangen. Bei den beiden ersten Auflagen in Plattenhardt und Musberg kamen jeweils um die 2000 Zuschauer. Etwas Pech hatte in der vergangenen Saison der SV Vaihingen, dem das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte.
Eine kleine Änderung soll es diesmal an der Abfolge der Spiele geben. Vorgesehen sind nun: C-Junioren, B-Junioren, dann die Frauen vor den A-Junioren. Und zum Abschluss wie gehabt das Männerfinale. Wer dabei auf wen treffen wird, ist noch offen. In allen fünf Konkurrenzen sind noch vorherige Runden zu spielen. Kurios: Bei den Männern befindet sich Stand jetzt nur noch ein einziger von zwölf gestarteten Stuttgarter Bezirksligisten im Wettbewerb, namentlich Croatia Stuttgart. Die Achtelfinal-Nachholpartie der Kroaten findet an diesem Dienstagabend (19.30 Uhr) beim ASV Botnang statt. Alle anderen hat das große Favoritensterben ereilt. Noch dabei hingegen: der VfL Herrenberg, der nun eine Zusatzmotivation hat. Finale im eigenen Stadion, und zudem selbst auf dem Rasen? Die Chance ist da. Die Auslosung der Viertelfinalbegegnungen (Spieltermin 25./27. März) soll am 7. Februar im Rahmen der traditionellen Ehrenamtsgala des Bezirks stattfinden.
Gelassenheit beim unterlegenen TSV Bernhausen
Entspannt nimmt man derweil beim TSV Bernhausen die Nichtberücksichtigung auf. „Wir wollten Flagge zeigen, aber man muss das sportlich sehen. Es ist eine absolut vertretbare Entscheidung“, sagt der Spielleiter Thomas Otto. Gelten könnte: nächstes Jahr, nächster Versuch. Dann schon allein aus einem Grund mit besseren Aussichten. Angekündigt ist von Spörer ein fortan jährlicher Finalort-Wechsel zwischen Böblingen und Stuttgart/Filder.
Diese Teams sind noch im Wettbewerb
Männer
VfL Herrenberg, SV Deckenpfronn (beide Bezirksliga), SG Stuttgart-West, Türkspor Stuttgart, TSV Jahn Büsnau, SG Weilimdorf, TSV Kuppingen (alle Kreisliga A), Sieger ASV Botnang/Croatia Stuttgart (Kreisliga A/ Bezirksliga)
Frauen
Sportvg Feuerbach, TSV Leinfelden, VfL Herrenberg II, TSV Grafenau
Junioren
Bei A-, B- und C-Junioren sind noch jeweils 26 Mannschaften dabei. Es stehen noch mehrere Runden an.