Fußball-Bezirkspokal Stuttgart Fünfmal Finale am Superpokaltag in Vaihingen

Auf ein letztes Mal. Bevor für den Fußballbezirk Stuttgart mit dieser Saison Schluss ist, werden am Samstag noch einmal dessen Pokale vergeben. Foto: Günter Bergmann

Im Schwarzbachstadion werden am Samstag die Cupsieger ermittelt. Bei den Männern hat der Titelverteidiger SC Stammheim einen Plan, wie er das Double des Favoriten TSV Bernhausen verhindern will. Und bei den Frauen rüstet sich der Seriensieger.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Kommt nun Bayer Leverkusen, Teil zwei? Oder schlägt die Stunde der Titelverteidiger? Doch sind das nicht die einzigen Fragen, die am Superpokalfinaltag des Fußballbezirks Stuttgart an diesem Samstag beantwortet werden müssen. Auf dem Programm stehen im Vaihinger Schwarzbachstadion gleich fünf Endspiele. Männer, Frauen, dreimal Junioren – fünfmal Kampf um den begehrten „Pott“. Von Veranstalterseite rechnet man mit einer vierstelligen Zuschauerzahl.

 

Endspiel Männer

SC Stammheim – TSV Bernhausen (18.30 Uhr). Bayer Leverkusen hat es vorgemacht, wie man eine furiose Saison mit dem Doublegewinn krönt. Insofern ist die Messlatte für den TSV Bernhausen gelegt. 13 Tage nach der Feier des Bezirksliga-Meistertitels wollen auch die Filderstädter die Zugabe. „Wir möchten nun noch die Kirsche auf die Torte setzen“, sagt der Trainer Roko Agatic. Und würde man sich allein an der Statistik orientieren, dann müsste man eh sagen, dass der Gegner schon vorab die weiße Flagge hissen kann. Unterwegs sind Agatic und die Seinen mit der brachialen Empfehlung von zuletzt 21 Pflichtspielsiegen in Serie. Seit September haben sie kein Spiel mehr verloren. Auch die Stammheimer wurden in der Meisterschaftsrunde überrollt. Das Ergebnis von vor gerade einmal zwei Wochen: ein 6:1.

Doch ist Fußball wirklich so einfach, dass man eins und eins zusammenzählen kann? Zumindest der Agatic-Gegenüber Marc Wegner glaubt es nicht. Und dabei braucht er erst gar nicht die abgedroschene Formel zu bemühen, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. „Ja, die haben alles vom Platz geschossen und sind großer Favorit“, sagt er. Zusatz: „Aber wir haben uns eine gute Taktik zurechtgelegt.“ Welche, das verrät er im Voraus natürlich nicht. Allemal mutig stimmt im Emerholz, dass die personellen Bedingungen diesmal andere sind als beim erwähnten Halbes-Dutzend-Gegentoredebakel.

So kehren auf Stammheimer Seite die Leistungsträger Steffen Scheck, Kevin Hachenbruch und Lionel Schmidt ins Aufgebot zurück. Mehr noch: Gleichzeitig fallen bei den Bernhausenern zwei ihrer wichtigsten Stützen aus. Der Torjäger Werner Hottmann (Familienurlaub) und der Kapitän Ivan Matanovic müssen passen. Letzterer weilt erneut auf einer Hochzeit in seiner Heimat Kroatien. Diesmal kein Bluff, wie Agatic betont. Unlängst war dies auch schon die Ankündigung fürs Derby gegen den SV Bonlanden gewesen – ehe der Routinier, extra fürs Spiel eingeflogen, dann doch putzmunter auf dem Rasen stand. Diesmal deuten die Zeichen eher darauf hin, dass im Angriffszentrum einer der Youngsters Milan Sasa Milic (22) oder Georgios Kessapidis (18) eine Chance erhält. „Meister geworden sind wir ja nicht nur mit elf, die anderen können auch etwas“, sagt Agatic.

Im Erfolgsfall wäre es sowohl für seine Bernhausener (nach 1984 und 2014) als auch die Stammheimer (nach 2019 und 2023) der dritte Triumph im Wettbewerb. Vor zwölf Monaten sicherten sich die Nord-Stuttgarter den Cup durch einen 1:0-Endspielerfolg gegen den TSV Musberg. Diesmal kommt für sie noch eine besondere Komponente hinzu: Nicht nur für ihren Interimscoach Wegner ist es das letzte Spiel im jetzigen Verein, sondern auch für den Großteil der Mannschaft. Jene bricht wie berichtet auseinander. Nach Ersatz suchen die Abteilungsverantwortlichen mittlerweile auf einem ungewöhnlichen Weg – mittels Anzeige auf ihrer Homepage. Wer mitkicken will, bitte melden.

Endspiel Frauen

SGM Heumaden/Sillenbuch II – Sportvg Feuerbach (16 Uhr). Bei den Frauen kann rückblickend das Pokalfinale der Saison 2017/18 als etwas Besonders bezeichnet werden. Sieger war damals der VfB Obertürkheim II – nicht die Sportvg Feuerbach. Das hat sich seither geändert. Seitdem gibt es nur noch einen Gewinner: eben die Feuerbacherinnen, und zwar viermal in Folge. Dazwischen lag nur die coronabedingte Abbruchsaison 2020/21. Das diesjährige Finale ist die Neuauflage des Vorjahres. Vor zwölf Monaten behaupteten sich die „Talkrabben“ locker und leicht mit 5:0 gegen die SGM Heumaden/Sillenbuch II. Auch diesmal sind sie klarer Favorit. Sie spielten bislang eine Klasse höher als ihr Kontrahent, in der Regionenliga, nun sogar zwei, denn der Finalgegner ist abgestiegen.

„Wir sind heiß auf die erneute Pokalverteidigung“, sagt der Trainer Axel Süßlin. Gewarnt sei sein Team durch den Heumadener Pokal-Rauswurf des Klassenkonkurrenten Obertürkheim. Zudem gilt es das verletzungsbedingte Fehlen der Kapitänin Greta Haaks (Bänderriss) zu kompensieren. Der Gegner sieht sich indes als klarer Außenseiter, wie der Spielleiter Lothar Müller sagt, und bemüht sich alter Fußballweisheiten. „Der Pokal hat ja bekanntlich eigene Gesetze, und das Team wird alles geben, damit sich dies einmal mehr bestätigt.“

Endspiele Junioren

Der Nachwuchs macht den Auftakt. Die Begegnungen: C-Junioren: Spvgg Cannstatt – FV Germania Degerloch (9.30 Uhr). B-Junioren: TSV Plattenhardt – TV Zazenhausen (11.30 Uhr). A-Junioren: SG Weilimdorf – SV Sillenbuch (13.30 Uhr).

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