Fußball-Bezirkspokal: Viertelfinale Trotz Comebacks: Botnanger Pokal-Aus im Elfmeterschießen

Luca Huber und seine Botnanger verloren in einem packenden Spiel gegen den VfL Herrenberg. Foto: Günter Bergmann

Nach einem dramatischen Fußballabend mit Überlänge beendet der VfL Herrenberg die Pokalreise des ASV Botnang. Die Sehnsucht nach der Bezirksliga wird beim Kreisligisten dagegen immer stärker.

Sport: Dominik Grill (grd)

Der ASV Botnang macht Botnang-Sachen und fliegt trotzdem aus dem Bezirkspokal. Der Vize der Kreisliga A, Staffel 1, liefert einmal mehr ein beeindruckendes Comeback, wird vom VfL Herrenberg im Elfmeterschießen aber am Ende doch noch besiegt. 9:10 lautet das Endergebnis, nach der regulären Spielzeit hatte es 3:3 gestanden. Damit ist der Pokaltraum also im Viertelfinale ausgeträumt – und beim Trainer herrscht eine Stimmungslage zwischen Frust und „Jetzt erst recht!“

 

„Direkt nach dem Spiel war meine Laune überraschend gut“, beschreibt Alexander Schweizer, Coach der Botnanger, die Minuten nach dem Abpfiff. „Mir und dem Team wurde von allen Seiten gratuliert.“ Am nächsten Tag und nach einer äußerst unruhigen Nacht dann die emotionale Kehrtwende: „Freitag und 19 Grad, aber ich bin nicht der Mensch, der ich sonst bin.“ Zu sehr nagte dann doch die bittere Niederlage an Schweizers Gemüt – trotz des Stolzseins auf die eigene Leistung, das am Vorabend noch überwogen hatte. Bis zum Schluss, als Felix Dieringer den letzten Elfer der Botnanger an die Latte jagte, hatte man dem großen Favoriten die Stirn geboten. Mehr noch: „Wir hatten sie am Rande der Niederlage“, sagt Schweizer über den Sechstplatzierten der Bezirksliga.

Rund 70 Minuten schien der Pokal-Thriller einem altbekannten Botnanger Drehbuch zu folgen. Früh führten die Gäste aus Herrenberg mit 2:0, herausgeschossen von Tom Egeler (7.) und Faruk Inanc (15.). Dann aber kam eine der herausragenden Stärken der Botnanger in dieser Saison zum Vorschein. Eine Qualität die mitunter wie schwarze Magie anmutet – der TSV Uhlbach lässt grüßen. Noch vor der Pause verkürzte Topstürmer Daniel Schweizer auf 1:2, in der zweiten Hälfte folgte der Doppelschlag innerhalb weniger Minuten durch Marouan Abarriche (54.) und Madi Ceesay (57.) – 3:2, das Spiel war gedreht.

„Wir sind auch nach dem 0:2 sehr gelassen geblieben. Wir wussten, wir haben noch Zeit“, sagt Schweizer. „Der Charakter der Jungs ist dieses Jahr sehr stark.“ Der 3:3-Ausgleich durch Can Abalioglu (73.) kam dann laut dem Coach geradezu überraschend: „Ich hatte das Gefühl, die Herrenberger haben selbst nicht mehr daran geglaubt.“ So oder so – der Weg ins Elfmeterschießen war geebnet. Es sollte dramatisch werden. Bei der Heimelf, die nachziehen musste, verschoss gleich der erste Schütze in Person von Claudius Saager. Dann aber saßen die nächsten sechs Schüsse allesamt. Nach einem Fehlschuss von Herrenbergs Abalioglu bedeutete dann der Aluminium-Treffer von Dieringer das Botnanger Pokal-Aus. Pikant: Dieringer hatte im Achtelfinale noch den Siegtreffer gegen Croatia Stuttgart erzielt (2:1).

Bei Schweizer dürfte sich die Laune mit Blick auf die eigene Leistung beizeiten wieder heben. Denn trotz der Niederlage hat sich – wie schon beim erwähnten Achtelfinal-Triumph über Croatia – gezeigt: Die Botnanger können mit den Bezirksligisten mithalten! Ein Wink mit dem Zaunpfahl für die nächste Saison? In der ersten Kreisliga-A-Staffel ist man jedenfalls mit Platz zwei und neun Punkten Vorsprung auf den drittplatzierten SSV Zuffenhausen auf bestem Wege in die Aufstiegsrelegation. Schweizer-O-Ton: „Wir haben tierisch Bock auf die Bezirksliga.“

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