VfB Stuttgart braucht Millionen-Kredit Präsident Claus Vogt verteidigt Kreditantrag

Von Jürgen Kemmner 

Claus Vogt von Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart hat die Beantragung eines Kredits als Überbrückungshilfe in der Corona-Krise erneut verteidigt – der Club zahle das Geld ja mit Zinsen zurück.

Claus Vogt ist seit Dezember 2019 Präsident des VfB Stuttgart – er hätte sich sicher einen leichteren Start in seine Amtszeit gewünscht. Foto: Baumann
Claus Vogt ist seit Dezember 2019 Präsident des VfB Stuttgart – er hätte sich sicher einen leichteren Start in seine Amtszeit gewünscht. Foto: Baumann

Stuttgart - Dass Fußball-Bundesligisten Millionengehälter an Spieler bezahlen, in Corona-Zeiten aber zum finanziellen Überleben sich um öffentliche Kredite bewerben, das sorgte vor Wochen und sorgt noch immer für Gefühle mit einer Bandbreite von Gleichgültigkeit bis hin zur Empörung. Auch der VfB Stuttgart hat vor geraumer Zeit einen KfW-Kredit beantragt, nun hat Vereinspräsident Claus Vogt das in der Öffentlichkeit umstrittene Vorgehen erneut verteidigt. Er könne die Kritik dafür zwar „teilweise nachvollziehen“, sagte der 50-Jährige in einem Interview mit der Boulevard-Presse. „Wir haben aber insgesamt 250 Mitarbeiter, für die wir verantwortlich sind. Wir zahlen unsere Steuern, sind Kaufleute, die alles menschenmögliche tun, um diesen wirtschaftlichen Super-Gau zu bewältigen. Es wäre ein Versäumnis gewesen, den Kredit nicht zu beantragen.“ Es geht dabei um einen Kredit in Höhe zwischen 10 und 15 Millionen Euro. „Er ist aber noch nicht genehmigt und befindet sich noch im Bearbeitungsprozess“, sagte Vogt, der die Summe nicht bestätigte. „Außerdem werden wir diesen mit Zinsen dann natürlich zurückzahlen, es handelt sich ja nicht um eine Schenkung.“

SPD-Mann Kevin Kühnert kritisiert Hilfen

Kevin Kühnert ist nicht nur SPD-Vize, sondern auch bekennender Fußball-Fan – dennoch sieht er die Probleme der deutschen Fußball-Clubs und deren Suche nach Auswegen mit gemischten Gefühlen. „Niemand hat etwas gegen die Sicherung von Jobs in den Geschäftsstellen oder Jugendakademien einzuwenden“, sagte der Juso-Vorsitzende unlängst. „Aber dass nun in einzelnen Landesregierungen sogar über Club-Bürgschaften diskutiert wird, die sich auch auf laufende Betriebskosten und damit auf horrende Trainer- und Spielergehälter erstrecken, ist nicht vermittelbar.“ Die Bundesregierung hat milliardenschwere Hilfsprogramme aufgelegt, um Unternehmen zu unterstützen, die aufgrund der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind –. darunter fallen auch Sportvereine mit einer Profi-Sparte. Auch der VfB Stuttgart kämpft mit der anhaltenden Krise. Noch höhere Verluste als in der abgelaufenen Saison seien „durchaus möglich“, sagte Vogt, der seit Dezember 2019 im Amt ist. „Das Gros der Zuschauer-Einnahmen wird uns mindestens bis Jahresende weiter fehlen. Erst wenn wir 15 000 und mehr Fans ins Stadion lassen können, machen wir überhaupt einen Gewinn. Bei niedrigeren Zuschauerzahlen sind Aufwand und Kosten höher als die Einnahmen.“ Die Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena fasst knapp 60 500 Zuschauer.




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