Fußball: Croatia Stuttgart Warum der Bezirksligist schon wieder auf Sportplatz-Suche gehen muss

Weiterhin für Croatia am Ball: der Torjäger Duje Tokic. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Für die am Wochenende beginnende Saison steht das Team vor einem Umbruch. Aber die drei wichtigsten Spieler sind trotz mehrerer Konkurrenz-Angebote geblieben.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Der kroatische Verein besteht nun seit 54 Jahren. Die lange Geschichte war geprägt von zahlreichen Platzwechseln, waren die Fußballer bei anderen Vereinen doch nur temporär geduldet, mussten immer wieder weiterziehen. Eine feste sportliche Heimat hatte man nicht – bis zum Jahr 2024. Da hat Croatia Stuttgart den Platz auf dem Frauenkopf, wo zuvor die Sportkultur Stuttgart spielte, übernommen. Man ist also doch ansässig geworden. Aber nun geht es schon wieder auf Wanderschaft. „Zum Glück nur auf Zeit“, sagt der Co-Trainer und Torhüter Mirko Perkovic. Grund: Anfang September soll der Kunstrasen erneuert werden. Bauzeit rund drei Monate. Das heißt, Croatia ist auf der Suche nach einer Ausweichspielstätte. Vielleicht wie schon einmal in Feuerbach oder beim TV Cannstatt in Freiberg, so Perkovic.

 

Einen Sportplatz hat man also noch nicht, aber dafür einen neuen Trainer. Josip Radeljic kam 2019 aus Kroatien nach Stuttgart, spielte für den Club, musste aber wegen eines erneuten Kreuzbandrisses im Alter von 29 Jahren aufhören. Vor zwei Jahren trainierte er bereits die zweite Croatia-Mannschaft. In seinem jetzigen Kader hat er 14 Zugänge. Viele davon seien noch sehr jung. Vordergründig gelte es, alle schnellstmöglich zu integrieren und eine Einheit zu formen, sagt Perkovic. Dementsprechend stehe der sportliche Erfolg erst einmal hinten an. „Wir denken perspektivisch, wollen etwas entwickeln, um in drei, vier Jahren den Blick nach vorne zu richten“, so der Torhüter.

Dennoch geht es nicht nur um den Klassenverbleib. Schließlich steckt noch viel Qualität im Team. Die von anderen Clubs stark umworbenen Dominik Kajinic, Mario Mamusa (beide Mittelfeld) und Duje Tokic (mit 19 Saisontreffern interner Toptorjäger) sind allesamt geblieben. Zudem sind in Mandip-Pal Singh (zuletzt SV Breuningsweiler) und Robert Maric (von Croatia Bietigheim) zwei Akteure mit Landesliga-Erfahrung dazugekommen. So sieht man bei Croatia Stuttgart dem Umbruch gelassen entgegen und freut sich: „Viele Spieler, das bedeutet eine hohe Trainingsbeteiligung, einen großen Konkurrenzkampf.“ Diesen gab es in der Vergangenheit nicht. Da stellte sich die Mannschaft praktisch von selbst auf. Das wollte man laut Perkovic ändern.

Und, funktioniert es? Zu Vorbereitungsbeginn seien bis zu 25 Spieler dagewesen, nun viele wie üblich auf Heimaturlaub. Mit Trainingsrückstand gehe Croatia zwar in die Runde, „den holen wir aber schnell auf“, ist sich der spielende Co-Trainer sicher.

Eckdaten

Zugänge
Mateo Batinic (SV Fellbach II), Kristian Benakovic (Sportvg Feuerbach), Sebastian Jakovljevic (TSV Jesingen), Vincent Homoki (TSV Bopfingen), Zvonko Ilisevic (SC Stammheim), Lovis Kobasic, Lovro Kobasic (beide MTV Stuttgart II), Robin Marosevic (Junioren MTV Stuttgart), Mateo Matic (Sportvg Feuerbach), Filip Rajic (NK Kiseljak/Bosnien und Herzegowina), Mandip-Pal Singh (SV Breuningsweiler), Robert Maric (NK Croatia Bietigheim), Marko Pecirep (SG Weinstadt), David Mrsic (pausierte/zuletzt SV HNK Slaven Stuttgart).

Abgänge
Filip Bungic (pausiert), Puria Masoumifar, Edvin Karic (beide FV Ludwigsburg), Marko Matovina (Karriereende), Denis Cosic (berufliche Auszeit).

Trainer
Josip Radeljic (pausierte/zuletzt Croatia II) für das Interimsduo Branimir Bresic (weiterhin Spielleiter) und Niki Oroz (weiterhin Abteilungsleiter). Zuvor Mirko Sapina (bis Mai 2025/pausiert).

Spielstätte
Kunstrasenplatz Rohracker-Frauenkopf, Speidelweg 130, 70184 Stuttgart.

Saisonziel
die vielen neuen, jungen Spieler integrieren und den Klassenverbleib sichern (Platzierung in der vergangenen Saison: 9.).

Meistertipp
SV Bonlanden.

Auftaktspiel
auswärts beim SV Deckenpfronn (Sonntag, 31. August, 13 Uhr).

Weitere Themen