Fußball Das Meistertor fällt in der Nachspielzeit

Freude auf dem Rasen des Max-Graser-Stadions: Der Ü-32-Senioren des SV Fellbach  sind  –  nach 1993 und 1994 – wieder württembergischer  Meister. Foto: Eva Herschmann
Freude auf dem Rasen des Max-Graser-Stadions: Der Ü-32-Senioren des SV Fellbach sind – nach 1993 und 1994 – wieder württembergischer Meister. Foto: Eva Herschmann

Philipp Lang behält die Nerven und trifft ganz am Schluss noch per Strafstoß: Die Ü-32-Mannschaft des SV Fellbach besiegt im Finale die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach mit 1:0 (0:0) und holt den württembergischen Titel.

Fellbach: Eva Herschmann (eha)
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Fellbach - In roter Farbe prangt der Schriftzug „Württembergischer Meister“ auf den weißen T-Shirts. Nach dem Abpfiff des Finales sind Tim-Florian Nagel und Frank Weinle, die Notfall-Reservespieler bei der Ü-32-Mannschaft des SV Fellbach, in die Katakomben des Max-Graser-Stadions gestürmt, um die vorbereitete Meisterbekleidung herbeizuholen. Die Fellbacher Seniorenfußballer haben am Samstag nach einem späten Elfmetertor von Philipp Lang einen verdienten 1:0-Sieg gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach und den dritten Titelgewinn des Vereins – nach 1993 und 1994 – gefeiert.

22 Jahre hatten die Fellbacher auf diesen Moment gewartet. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, vor allem nach dem Spielverlauf. Die Erleichterung nach dem Elfmeter war riesig“, sagte der Trainer Adriano Marrazzo. Bis der dritte Titel erreicht war – so viele hatte bis dahin allein der SC Korb gesammelt – , war es vor den rund 200 Zuschauern ein zähes und anhaltendes Ringen auf dem Rasen des Max-Graser-Stadions. Bis zum Ende der regulären Spielzeit fiel im Endspiel zwischen den Ü-32-Fußballern des SV Fellbach und der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach kein Treffer.

Der SV Fellbach lässt gute Möglichkeiten aus

Während der vorhergegangenen 80 Minuten hatten sich die Platzherren Vorteile und Torchancen erarbeitet, vergaben aber aussichtsreiche Gelegenheiten. Nico Hinderer schoss nach gut einer halben Stunde genau auf den TSG-Schlussmann Alexander Paluch, der nur die Fäuste hinhalten musste, um den Ball abzuwehren. Der Fallrückzieher von Matthias Daniel war schön anzusehen, die Kugel indes blieb in der gegnerischen Abwehr hängen (40. Minute). Auch der agile Bülent Güner wirbelte einige Male folgenlos vor dem TSG-Tor. „Und dann kommt die Angst, noch ein blödes Tor zu bekommen“, sagte Adriano Marrazzo.

Innerlich habe er sich auch schon auf die Verlängerung und ein mögliches Elfmeterschießen eingestellt, sagte Adriano Marrazzo. Allerdings mit großem Unbehagen. Schließlich hatte der SV Fellbach die vergangenen beiden Finalteilnahmen vom Strafstoßpunkt aus versemmelt: 2012 unterlagen die Felbacher 1986 Neckarsulm mit 5:6 (2:2), 2009 beim TV Nellingen mit 4:6 (1:1). Auch der Blick auf die Personalsituation bereitete dem Trainer Sorgen. Denn die Fellbacher hatten mit fortschreitendem Spielverlauf immer mehr angeschlagene Akteure in ihren Reihen. Marko Leskovar war nach 25 Minuten mit Knieproblemen vom Platz gegangen. Matthias Daniel, an seiner Stelle eingewechselt, wurde minutenlang von der Physiotherapeutin Sandra Nikolic wegen Schulterproblemen behandelt. Vladimir Trickov hatte Wadenkrämpfe, und Torwart Frank Strotbek holte sich bei einem Zusammenstoß mit einem TSG-Angreifer eine blutige Nase.

Herzrasen beim Elfmeter

Ein Foul am Fellbacher Matthias Daniel in der vierten Minute der Nachspielzeit brachte doch noch die späte Entscheidung. Den von Schiedsrichter Nico Mettas verhängten Elfmeter verwandelte der nervenstarke Philipp Lang zum 1:0 für den SVF. „Ich hatte Herzrasen und konnte fast nicht hinschauen, aber ich hab’ mich dann doch umgedreht“, sagte Adriano Marrazzo.

Fast noch in den Fellbacher Torjubel mischte sich der Schlusspfiff. Nach der ersten Feier-Aufwärmrunde erst im Stadion und dann in der Kabine zogen Spieler und Betreuer in ihren Meister-Shirts zum Fellbacher Herbst weiter. Eine Jahreszahl hätten sie vorsorglich nicht auf den Stoff drucken lassen, sagte Adriano Marrazzo mit einem Grinsen. „Dann hätten wir die T-Shirts im schlechtesten Fall wenigstens nicht entsorgen müssen, sondern bis zur nächsten Gelegenheit aufheben können.“ SV Fellbach: Strotbek – Rosanelli, Kimmich (40. Fichter), Reuß, Güner, Papadopoulos, Hinderer, Kizic, Lang, Trickov, Leskovar (25. Daniel/60. Rienth).

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