Fußball Ein Fellbacher beim FC Bayern München

Von Maximilian Hamm 

Leon Dajaku, 18, wechselt vom VfB Stuttgart zum deutschen Rekordmeister, bei dem er in der zweiten Mannschaft in der dritthöchsten Spielklasse zum Einsatz kommen wird.

Der Fellbacher Leon Dajaku (links) mit Jochen Sauer, dem Leiter   der Nachwuchsabteilung  des FC Bayern München, bei der Vorstellung an neuer Wirkungsstätte. Foto:  
Der Fellbacher Leon Dajaku (links) mit Jochen Sauer, dem Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Bayern München, bei der Vorstellung an neuer Wirkungsstätte. Foto:  

Fellbach/München - Zum Max-Graser-Stadion wäre es für Leon Dajaku gar nicht so weit gewesen. Und der Trainer Giuseppe Greco hätte sich sicherlich sehr gefreut über diesen Zugang beim SV Fellbach, dessen Fußballer ja nach dem Aufstieg aus der Landesliga demnächst in die Verbandsliga-Saison starten. Doch die Karriere von Leon Dajaku, der mit seiner Familie in Fellbach wohnt, hat jüngst einen anderen Weg eingeschlagen. Der 18-jährige Offensivspieler wechselte vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München. Angeblich waren es 1,5 Millionen Euro, die der deutsche Rekordmeister für das Sturmtalent nach Stuttgart überwiesen hat. Der Vertrag läuft bis Juni 2023.

Das war aber wohl nicht der einzige Grund, wieso der SV Fellbach in den Überlegungen von Leon Dajaku keine Rolle gespielt hat. Mit der A-Jugend des VfB Stuttgart gewann der gebürtige Waiblinger in der abgelaufenen Spielzeit den DFB-Pokal und scheiterte nur knapp am Gewinn der deutschen Meisterschaft. Nach einer 3:1-Führung – mit einem Treffer von Leon Dajaku – unterlag die Mannschaft im Finale dem Team von Borussia Dortmund am Ende noch mit 3:5. Es war demnach abzusehen, dass der U-18-Nationalspieler in der Zukunft für höhere Aufgaben gefragt ist.

Nun also wartet eine neue Herausforderung, sie hat sogar bereits begonnen. Obwohl Leon Dajaku beim VfB Stuttgart in der vergangenen Saison bereits in der Bundesliga mitspielen durfte und zuletzt auch die Vorbereitung mitgemacht hat, entschied er sich kurzfristig für einen Wechsel. „In München kann ich in meiner Entwicklung den nächsten Schritt machen und habe sogar die Chance, im Profikader mit den besten Spielern Deutschlands zu trainieren“, schrieb Leon Dajaku auf seiner Internetseite. Am vergangenen Samstag, zum Saisonstart in der dritten Liga, verlor der FC Bayern München II um den Trainer Sebastian Hoeneß, Sohn des ehemaligen Spielers und Stuttgarter Managers Dieter Hoeneß, bei den Würzburger Kickers mit 1:3. Leon Dajaku kam in der 72. Spielminute für Meritan Shabani aufs Spielfeld. Bereits an diesem Freitag steht für die zweite Vertretung des FC Bayern München das nächste Ligaspiel an; dann empfängt die Mannschaft die Gäste vom KFC Uerdingen.

Angefangen hat die Fußballkarriere von Leon Dajaku bei den Bambini der Spvgg Rommelshausen. Bis 2014 spielte er anschließend beim VfL Waiblingen, bevor er in die Jugendteams des VfB Stuttgart wechselte. Auch dort zeigte er alsbald seine Stürmerqualitäten, erzielte in der B-Jugend 23 Tore in 21 Spielen und war ein Jahr später in der A-Jugend mit elf Treffern in 24 Spielen ebenfalls erfolgreich.

Wie das erste Spiel bei seinem neuen Verein vor wenigen Tagen war aber auch das Profidebüt in Stuttgart nicht erfolgreich. Damals, im Dezember 2018, verloren die Stuttgarter bei Borussia Mönchengladbach mit 0:3; am Ende der Saison stieg die Mannschaft in die zweite Bundesliga ab. Leon Dajaku dagegen ist jetzt aufgestiegen. Von der A-Jugend des VfB Stuttgart nach München in die dritte Liga. „Ich freue mich extrem auf die neue Aufgabe“, sagt Leon Dajaku, der den ehemaligen VfB-Profi Kevin Kuranyi als Berater hat; wie übrigens auch der Fellbacher Nicolas Sessa, der jüngst vom Regionalligisten VfR Aalen zu Erzgebirge Aue in die zweite Liga gewechselt ist.

Für die Fußballer des SV Fellbach sind diese Spieler eine Nummer zu groß. Doch nach dem Aufstieg in die Verbandsliga, die für sie am 10. August, 15.30 Uhr, mit einem Heimspiel gegen den Verbund des 1. FC Normannia Gmünd beginnt, ist der Trainer Giuseppe Greco zuversichtlich, auch mit Kräften aus dem eigenen Verein oder Zugängen wie Mikael Da Silva, der bei einem Testspiel bereits getroffen hat, die neue Herausforderung zu bestehen.

Unsere Empfehlung für Sie