Stuttgart - So ein Riesenrad ist praktisch. Man sieht recht gut von dort oben, man kann es aber auch als Leinwand benutzen. Ein Countdown auf der sieben Meter großen Nabe des Riesenrads auf dem Schlossplatz wird am Dienstagabend zeigen: Die Fußball-EM 2024 naht. Zugegeben, das ist noch ein bisschen hin. Erst mal steht nächstes Jahr die Winter-WM in Katar an. Doch man kann ja nie früh genug feiern. So werden der Europäische Fußballverband Uefa und der Deutsche Fußballbund DFB im Berliner Olympiastadion das offizielle Logo und den Slogan der UEFA EURO 2024 präsentieren. Exakt um, man ahnt es, 20.24 Uhr.
Ein Logo für jeden
Ein Logo allein reicht natürlich nicht. Deshalb wird jede der zehn Gastgeberstädte für die 24 Mannschaften Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt ein eigenes Logo präsentieren. Die Stuttgarter haben sich dafür einiges einfallen lassen. Von 14 Uhr an kann man auf einem Platz selbst kicken. Um 19.30 Uhr beginnt das Abendprogramm. Via Leinwand wird die Veranstaltung aus Berlin übertragen, dann stellt sich Stuttgart im offiziellen EM-Film vor, eine Licht- und Lasershow folgt, schließlich wird das Logo enthüllt. Von Mittwoch an wird es dann am Riesenrad zu sehen sein.
Wann beginnt der Umbau des Stadions?
Dieses Logo wird zunächst das Einzige sein, was von der EM kündet. Im nächsten Mai erst wird dann sichtbar werden, wie sich die Stadt vorbereitet. Dann wird in der Mercedes-Benz-Arena der untere Teil der Haupttribüne abgerissen. Dieser ist der mittlerweile älteste Teil des vielfach umgebauten und gelifteten Stadions, er wurde 1974 gebaut. So ist auch der Standard. Für die EM genügt vieles den Maßstäben nicht mehr. Die Umkleiden sind zu klein. Am augenfälligsten ist dies bei den Kabinen der Schiedsrichter. Früher pfiffen drei Schiedsrichter, heute kommt ein Sextett. Zudem sind Frauen dabei, sie brauchen eigene Umkleiden und Duschen. Aufwärmräume fehlen. Die Stufentiefe ist zu gering, das heißt, die Stufen auf der Tribüne sind zu schmal. Der Pressebereich ist zu klein, die Anzahl der Kioske zu gering. Ferner muss das Flutlicht mit LED ausgestattet werden, es braucht eine neue Beschallungsanlage und neue Sicherheitstechnik an den Eingängen.
Was kostet der Umbau?
Der Umbau nach den Plänen von asp-Architekten aus Stuttgart beginnt nach der Saison. Im August 2023 soll dann der Neubau stehen. Im Erdgeschoss soll die Fläche von 3400 Quadratmetern auf 6250 Quadratmeter erhöht werden. Im ersten Stock erhöht sich die Fläche von 2200 auf 3000 Quadratmeter. Küchen und Kioske sollen dort entstehen. Und ein Umlauf, der die Wege für Besucher und Beschäftigte trennt. Und 550 zusätzliche Businessplätze. Das sind jene roten Sessel, die bequem, aber auch teuer sind.
Die Kosten betragen knapp 70 Millionen Euro. Was vor allem an der Technik liegt. Die Stadt steuert 22,5 Millionen Euro bei, die Stadiongesellschaft bringt per Darlehen ebenfalls 22,5 Millionen Euro auf. Der Kredit soll über 30 Jahre getilgt werden. Dafür wird die Fixpacht des VfB um eine Million auf 6,6 Millionen Euro erhöht. Eigentlich sollte der VfB 24,75 Millionen Euro beisteuern. Doch Corona hat durch die fehlenden Zuschauereinnahmen von einer Million Euro pro Heimspiel den Club gerupft. Nun gibt die Stadt dem VfB ein Darlehen über die 24,75 Millionen Euro. Der VfB wird es von 2024 an über acht Jahre zurückzahlen. Wie viele Spiele in der Arena stattfinden werden, ist noch nicht klar. Auch nicht, wie das Unterhaltungsprogramm in der Stadt aussieht. Dass es wie bei der WM 2006 wieder eine Fanmeile und Leinwände auf dem Schlossplatz gibt, ist aber wahrscheinlich.
Was geschieht mit dem Cannstatter Bahnhof?
Ganz sicher ist aber, dass der Cannstatter Bahnhof hübscher werden soll. Dies gilt vor allem für den Vorplatz. Er soll entrümpelt und begrünt, Belag und Beleuchtung sollen erneuert, der Haupteingang barrierefrei werden. Die Bushaltestelle ist gegenüber dem Haupteingang vorgesehen. Geplant ist ein Fahrradparkhaus für 160 Räder. Autos sollen dort nicht mehr parken dürfen. Beginnen will man 2023. Allerspätestens. Schließlich muss man im Frühjahr 2024 fertig werden.
Doch das ist Zukunftsmusik, bevor gebaggert wird, wird erst mal das Logo enthüllt.