Fußball-Event in Korntal Zwei Frauen des VfB Stuttgart auf der Werbebühne

Für Kiara Beck (Mi.) und Nicole Billa (re.) war der Abend in Korntal ein gelungenes Event. Foto: Flemming Nave

Um die Präsenz des Frauenfußball zu erhöhen, gastieren Kiara Beck und Nicole Billa in Korntal. Auch der Württembergische Fußball-Verband stellt hier ein neues Konzept vor.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Am vergangenen Samstag bestritten die Fußballerinnen des VfB Stuttgart das größte Spiel ihrer Vereinsgeschichte, über 31 000 Menschen verfolgten in der MHP-Arena das Zweitliga-Duell mit dem FSV Mainz 05. Um diese Marke zu knacken, warb der VfB im Vorfeld eifrig für das Spiel und entschied sich für eine Tour mit Stationen in Oeffingen, Rommelsbach und Korntal.

 

Dabei warb nicht nur der VfB Stuttgart für seine Frauen, auch der Württembergische Fußball-Verband (WFV) präsentierte sein neues Konzept zur Förderung des Frauenfußballs. Sandra Mühlherr, im Verband für Frauen und Mädchen zuständig, präsentiert in Korntal knapp die Strategien, die sich der WFV überlegt hat, um mehr Frauen als Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Funktionäre zu gewinnen. Dazu gehört beispielsweise ein Trainerlehrgang exklusiv für Frauen.

Der Verband stellt ein dreistufiges Modell vor

Mit den drei Stufen Gewinnung, Bindung und Qualifizierung möchte der WFV die Sichtbarkeit des Frauenfußballs erhöhen, Mühlherr erklärt: „Es braucht im weiblichen Bereich einen Schulterschluss.“ Mit dem Erfolg der Tour zeigt sie sich zufrieden, wichtig war es, die Inhalte prägnant auf den Punkt zu bringen. Ein weiterer Faktor war die Unterstützung des größten württembergischen Fußball-Vereins, der mit seiner Frauenmannschaft in die Bundesliga drängt.

Sandra Mühlherr präsentiert die neue WFV-Strategie zur Förderung des Frauenfußballs. Foto: Lichtgut

Beide Parteien arbeiten Hand in Hand, findet Mühlherr, man könne beidseitig die öffentliche Präsenz erhöhen. „Es gibt ein unheimlich hohes Potenzial von Frauen und Mädchen im Fußball, das ist eine riesengroße Chance“, sagt Mühlherr, Talente aus der Region müssten nun nicht mehr weit weg reisen, um die Chance auf hochklassigen Fußball wahrzunehmen.

Für den VfB Stuttgart kann Kiara Beck zurück in Heimatnähe wechseln

So erging es etwa Kiara Beck. Die junge Torfrau wechselte 2023 vom SC Freiburg zum VfL Wolfsburg, um einen Karriereschritt zu machen. Mit dem Wechsel 2024 nach Stuttgart ist die gebürtige Dürbheimerin (bei Tuttlingen) sie wieder näher an ihrer schwäbischen Heimat, kann jedoch weiterhin auf hohem Niveau Fußball spielen, wie die deutsche U-20-Nationalspielerin auf dem Tourabschluss in Korntal erzählt.

Kiara Beck steht seit Sommer im VfB-Tor. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Zu jeder Station schickte der VfB Stuttgart zwei aktive Spielerinnen, neben Beck sitzt in der Korntaler Stadthalle Nicole Billa vor den zahlreichen Gästen. Die 30-jährige Stürmerin war Torschützenkönigin sowie Fußballerin des Jahres in Deutschland und Österreich, nach zehn Jahren in der deutschen Bundesliga wechselte sie nach Stuttgart, wo sie aktuell Zweite im Torschützenranking der zweiten Bundesliga ist.

Nicole Billa traf in dieser Saison schon 16-mal für die VfB-Frauen in der 2. Bundesliga. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Die 106-fache Nationalspielerin der Alpenrepublik hat schon viel im Fußball gesehen, für sie stellen Infrastruktur und mediale Präsenz derzeit die größten Herausforderungen des Frauenfußballs dar, wie sie auf Nachfrage eines Zuhörers erzählt. Zumindest am zweiten Punkt setzt das Event in Korntal an, Michael Bofinger zeigt sich zufrieden. Der Geschäftsführer der SportRegion Stuttgart ist Mitorganisator der Veranstaltungsreihe und zieht eine positive Bilanz: „Wir hatten durchschnittlich 50 Leute bei jedem Termin.“

Leuchtende Augen bei Kickern und Kindern

Ziele der Tour waren für Bofinger neben der Präsentation von VfB und WFV auch die Begeisterung junger Mädchen für den Fußball – auch das ist gelungen. In Korntal freut sich die 11-jährige Liv, die seit sechs Jahren Fußball spielt, dass ihr Lieblingsverein auch ein Frauen-Team hat und die Spielerinnen erlebbar sind. Die ziehen ebenfalls ein erfreuliches Fazit. „Es war ein interessanter Austausch“, findet Nicole Billa, die lokalen Veranstaltungen seien sehr wichtig, um die Präsenz für die Fußball-Frauen zu erhöhen. „Man ist ein Stück weit Vorbild und sollte dieser Rolle gerecht werden“, meint die Österreicherin. Kiara Beck sagt: „Wir freuen uns, dass wir uns in der Region zeigen können. Es ist schön, etwas zurückzugeben.“

Das Event sieht sie als Werbung für das Highlight-Spiel sowie für den Frauenfußball allgemein. Einziger Wermutstropfen: Das Zweitliga-Spiel gegen den FSV Mainz verloren die VfB-Frauen am vergangenen Samstag mit 2:4.

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