Fußball Flacht holt sich den ersten Futsal-Titel

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Beim Ditzinger Turnier um den Kreissparkassencup lässt der Tabellenführer der Kreisliga A den Konkurrenten aus Schwieberdingen hinter sich. Die Gastgeber sind in Württemberg Vorreiter mit einem Aktiven-Wettbewerb nach Fifa-Hallenregeln.

Das direkte Duell entscheidet das Ditzinger Juniorteam (re) für sich – den Titel holt aber am Ende der TSV Flacht (li). Foto: Andreas Gorr
Das direkte Duell entscheidet das Ditzinger Juniorteam (re) für sich – den Titel holt aber am Ende der TSV Flacht (li). Foto: Andreas Gorr

Ditzingen - Das Experiment ist gelungen. Erstmals in der Geschichte des Ditzinger Hallenfußball-Turniers (27. Auflage) wurde Futsal gespielt. Erstmals im württembergischen Verbandsgebiet fand ein Aktiventurnier eines Vereins nach den offiziellen Hallenfußball-Regeln des Weltverbandes Fifa statt. Als Sieger des Kreissparkassencups freute sich der A-Ligist TSV Flacht über 400 Euro.

Optimistisch gestimmt, aber angesichts einiger Regelunterschiede zum alther­gebrachten Hallenfußball auch etwas skeptisch, starteten die Macher der TSF Ditzingen in den Tag X. Das Spiel auf Handball-Tore; eine verschärfte Rückpass-Regel, nach der der Schlussmann den Ball auf Zuspiel eines Mitspielers erst wieder berühren darf, wenn zwischenzeitlich ein Gegner Ballkontakt hatte; das vierte Mannschaftsfoul und jedes weitere zieht einen direkten Freistoß ohne Mauer aus zehn Metern nach sich; der Ball muss innerhalb von vier Sekunden wieder im Spiel sein – nahezu alle Akteure und Trainer wagten sich auf Neuland. Für ihr Auftreten kassierten sie ein Lob des Schiedsrichtergespanns Michael Jörg und Patrick Stephany. Das Duo der Schiedsrichtergruppe Böblingen, das eine offizielle Schulung hinter sich hat und mit dem Futsal bereits bestens vertraut ist, pfiff die Vorrundenspiele. „Es gab keine groben Fouls und so gut wie keine Proteste der Spieler. Wir haben auf Kommunikation gesetzt, und alle waren sehr lernfähig “, fasste Michael Jörg seine Eindrücke zusammen.

Der Ditzinger Abteilungsleiter Andreas Wingert strahlte. „Für das Auge war das super. Es gab kein Rumgebolze mehr. Am Anfang hatten wir noch die ein oder andere Situation, in der die Spieler nicht gewusst haben, was sie falsch gemacht haben. Aber das hat sich schnell gegeben.“ Tatsächlich wurde der Ball in zweierlei Hinsicht flach gehalten. Zum einen fordert die Beschaffenheit des Spielgerätes technisch sauberes Spiel am Boden, Fernschüsse haben nur wenig Aussicht auf Erfolg. Zum anderen blieb Aggressivität im negativen Sinne außen vor. Das hatte man in Ditzingen auch schon anders erlebt.

Obwohl kein echtes Finale ausgetragen wurde – in der Endrunde trafen erneut sechs Teams nach dem Modus jeder gegen jeden aufeinander –, blieb es spannend bis zum Schluss. Vor den letzten Partien lagen der TSV Flacht und die Ditzinger Junioren mit jeweils neun Zählern vorn, Schwieberdingen und die KSG Gerlingen mit je sechs Punkten in Lauerstellung. Die KSG, deren Trainer Antonios Anastasakis zwischen den Pfosten stand, verspielte seine Chancen mit dem 2:5 gegen den SV Gebersheim. Der TSV Flacht machte mit dem 4:0 über Möglingen alles klar und stellte mit Patrick Mertas auch den besten Torschützen (elf Treffer). Schwieberdingen zog anschließend nach, bezwang das Ditzinger Juniorteam mit 4:2 und sicherte sich somit aufgrund der besseren Tordifferenz vor den Youngstern Rang zwei. Trotz der vier Gegentreffer im letzten Spiel wurde deren Schlussmann Steffen Schuster als bester Torhüter ausgezeichnet. Zum Spieler des Turniers kürten die Veranstalter Florian Hecker von der KSG Gerlingen.

In der Vorrunde waren die Favoriten ihrer Rolle größtenteils gerecht geworden. Die Spitzenteams der Kreisliga A, TSV Schwieberdingen und TSV Flacht, qualifizierten sich genauso für die Endrunde wie der SV Gebersheim und die KSG Gerlingen. Jeweils die ersten drei der beiden Gruppen kamen weiter. Dass sich darunter auch das TSF Juniorteam als Gruppenzweiter befand, war dagegen eine kleine Überraschung. Die Mannschaft rettete somit die Ehre des Gastgebers, dessen erste und zweite Mannschaft mit der Trostrunde vorliebnehmen mussten.